Fr., 24.08.2018

Fußball: 3. Liga Kleines Jubiläum für Antwerpen – Preußen selbstbewusst ins Derby

Münsters Abwehr ist gefragt, nicht nur bei Freistößen wie hier gegen SF Lotte.

Münsters Abwehr ist gefragt, nicht nur bei Freistößen wie hier gegen SF Lotte. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das 41. Punktspiel-Derby zwischen Gastgeber VfL Osnabrück und Preußen Münster steht auf dem Programm. Beim SCP kämpfen Lion Schweers und Dominik Lanius um die Vertretung von Ole Kittner in der Abwehr. Im Vorfeld wurden 12 500 Karten abgesetzt – wird die Bremer Brücke ausverkauft sein?

Von Alexander Heflik

Das kleine, das erste Dienstjubiläum führt Marco Antwerpen in einen Fußball-Hexenkessel. Kann es schöner sein? Nein. Nicht für einen Coach von Preußen Münster, der zum VfL Osnabrück reist und bis Freitagabend Tabellenführer war. Am Samstag steigt das 41. Derby in einem Punktspiel seit 1974, für Antwerpen wird es das 25. Pflichtspiel als Preußen-Coach seit Amtsantritt am 12. Dezember 2017, aufgeteilt in 24 Punktpartien und eine im Westfalenpokal. Vielleicht ist die Bremer Brücke mit 15 000 Zuschauern erstmals seit 2016 wieder ausverkauft, 1200 Karten gingen nach Münster, sie sind alle weg. 12 500 waren insgesamt abgesetzt, die letzten 2500 gehen am Samstag in Umlauf. Zugnummer Derby.

Für all das hat der 46-jährige Antwerpen allerdings keine Augen. Es geht um drei Punkte, und der SCP-Coach hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Erfolgsserie seiner Mannschaft weitergeht. „Da kommt die beste Auswärtsmannschaft der Liga“, sagt er über sein Team schon sehr stolz. Siege bei Fortuna Köln und beim 1. FC Kaiserslautern sorgen für dieses Selbstbewusstsein.

SCP siegt dank Grimaldi

Nun also Osnabrück. Der SCP gewann unter Antwerpen in der Vorsaison mit 1:0 durch einen Treffer von ­Adriano Grimaldi, Vorarbeit von Martin Kobylanski. Beide sind am Samstag nicht mit von der Partie. Grimaldi wechselte zu 1860 München, Kobylanski dürfte taktischen Erwägungen zum Opfer fallen. „Unsere erste Priorität bleibt das Spiel gegen den Ball, danach suchen wir aus“, verklausuliert Antwerpen die Reservistenrolle für seinen Standardexperten Kobylanski. Erstmal verteidigen, den Gegner bearbeiten und mürbe machen, keinen Zentimeter preisgeben – hört sich eher nach Defensivkontrolle als Offensivpower an. Der filigrane Kobylanski passt da vermutlich zu Beginn nicht ins Schema. Und, so Antwerpen: „Unseren Stil wollen wir durchdrücken. Es wird ein enges Spiel, vielleicht kommt es in der Offensive auf einen Ball an.“ Wenig Fehler machen und dann das Tor schießen, das ging schon im Heimspiel gegen SF Lotte (1:0) auf. Eine Neuauflage in Osnabrück wäre so richtig nach Antwerpens Geschmack.

Gegner-Check: VfL Osnabrück

Spitzenspiel, Erster aus Münster gegen den Vierten aus Osnabrück, beide gut in Schuss. Das hat was. Richtig große Sorgen hat der VfL nicht. Konstantin Engel war malade in der Wochenmitte, wird aber einsatzbereit sein. Angreifer Etienne Amenyido ist angeschlagen. Zudem ist Felix Schiller nach der Roten Karte gegen 1860 München (2:2) noch für diese Party gesperrt. Der Verteidiger war zuletzt negativ mit Videos aufgefallen, in denen der Ex-Magdeburger sich abschätzig über seinen neuen Club äußerte. Er erhielt eine Geldstrafe und wurde abgemahnt, gegen Münster fehlt dem VfL vielleicht auch seine Intensität. Daniel Thiou­ne übernahm den VfL im November 2017 und führte das Team dann zum Ligaerhalt. Er dürfte wieder auf ein 4-2-3-1-System setzen, das war zuletzt sehr erfolgreich. Eigentlich hatte sich David Blacha auf Ole Kittner gefreut. Die Osnabrücker Offensivkraft wäre dem Münsteraner Innenverteidiger wohl auch ins Gehege gekommen – wenn Kittner hätte spielen können. Sie verbindet eine gemeinsame Zeit beim SV Sandhausen. Im Jahr 2012 gelang mit dem SVS der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach dem 2:1-Sieg in Münster stürmten sie mit anderen Mitspielern am drittletzten Spieltag die Pressekonferenz und feierten den Aufstieg. Eine Neuauflage am Samstag in Osnabrück wird es nicht geben. Kittner ist verlertzt. Vielleicht reicht es aber zum Trikottausch.

Lanius oder Schweers?

Vor dem Auftritt beschäftigen den SCP-Coach vor allem zwei Sachen. Wer ersetzt den am Freitag erfolgreich am Knie operierten Ole Kittner? Lion Schweers und Dominik Lanius streiten um den Platz, zumindest wenn der SCP mit einer Dreierkette an Innenverteidigern aufläuft. Schweers, das Supertalent, wurde vom Coach zwar nicht gerüffelt, aber seine direkte oder indirekte Beteiligung an Gegentoren in der Vorbereitung und den bisherigen Punktpartien sind aufgefallen, und zwar negativ. Bei Lanius, Neuzugang von Viktoria Köln, ist offen, ob er das höhere Tempo in der 3. Liga mitgehen kann. Simon Scherder und Jannik Borgmann sind dagegen gesetzt.

Als „nicht ideal“, bezeichnet Antwerpen zudem, dass die Mannschaft erst am Spieltag nach Osnabrück anreist. Kein Profiteam aus den ersten drei Ligen mache das so. Trotz der kurzen Anfahrt von 75 Minuten gehöre die Übernachtung in Stadionnähe zum professionellen Handwerkszeug. Nur nicht beim SCP.►  SCP: Schnitzler – Schweers (Lanius), Scherder, Borgmann – Menig, Klingenburg, Braun, Heidemann – Rodrigues Pires – Rühle, Warschewski



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