Fußball: 3. Liga
Preußen stürzen im Derby in Osnabrück unglücklich, aber heftig ab

Osnabrück -

Viel schlimmer hätte das Derby für Preußen Münster nicht laufen können. Beim VfL Osnabrück verlor der bisherige Spitzenreiter mit 0:3 (0:2). Die größtenteils gute erste Hälfte war wertlos, weil es kurz vor der Pause knüppeldick kam.

Samstag, 25.08.2018, 16:03 Uhr aktualisiert: 25.08.2018, 17:20 Uhr
Viel schlimmer hätte das Derby für Preußen Münster nicht laufen können. Beim VfL Osnabrück verlor der bisherige Spitzenreiter mit 0:3 (0:2).
Viel schlimmer hätte das Derby für Preußen Münster nicht laufen können. Beim VfL Osnabrück verlor der bisherige Spitzenreiter mit 0:3 (0:2). Foto: Sebastian Sanders

Es hat schon eine ganze Reihe giftiger und spektakulärer Derbys zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster in der 3. Liga gegeben in den vergangenen Jahren. So übel wie am Samstag hat es den SCP aber noch nie erwischt. Trotz eines hervorragenden Starts in die Partie schlich der Tabellenführer nach dem vierten Spieltag diesmal mit einer 0:3 (0:2)-Schlappe vom Platz. Zudem verletzte sich Keeper Oliver Schnitzler, der danach bei zwei Gegentreffern Pech hatte, und Simon Scherder flog vom Platz. Und die Niedersachsen schoben sich zu allem Überfluss auch noch vorbei auf Platz eins.

Trainer Marco Antwerpen war natürlich enttäuscht: "In der ersten Halbzeit haben wir eine Top-Leistung geboten mit vielen Chancen aus dem Spiel heraus oder nach Standards. Dazu ein verweigerter Elfmeter. Die Gegentore kriegen wir in Serie zu schnell. In der zweiten Halbzeit haben wir dagegen gehalten, hatten die Möglichkeit auf den Anschluss. Das 3:0 war dann die Krone des Ganzen." Er resümierte: "Kein guter Tag, aber mit der Vorstellung waren wir einverstanden."  Scherder betonte: "Bei meinem Platzverweis wollte ich den Schuss blocken, der Ball war an der Hand, aber nicht mit Absicht." Zudem befand der Kapitän: "Wir haben eigentlich super gespielt und hatten super Chancen. Auch nach dem Rückstand sind wir aus der Pause gut rausgekommen." René Klingenburg sagte: "Wir müssen uns den Vorwurf machen, kein Tor geschossen zu haben. Allein ich muss zwei oder drei machen."

Heißes, spannendes Duell

Im Roulette „Zwei aus sechs“ erhielten beim Gast Philipp Hoffmann und Tobias Rühle den Zuschlag für die Doppelspitze. Kein Strafraumstürmer also, dafür zwei Konterspezialisten. Ein Hinweis auf die Ausrichtung? Wie sich später zeigte, eher nicht. Die beiden zusammen vorne drin - das war eine Premiere. In der Dreierkette ersetzte überraschend Dominik Lanius, der sein Liga-Debüt für den SCP feierte, den verletzten Ole Kittner im Zentrum. Lion Schweers blieb draußen.

Vfl Osnabrück vs. Preußen Münster

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Es war von der ersten Sekunde an ein heißes, spannendes, enges Duell. Und das war wörtlich zu nehmen. Nach drei Sekunden foulte René Klingenburg Ulrich Taffertshofer, nach zwölf Sekunden zwang Marcos Alvarez mit seinem Abschluss SCP-Keeper Schnitzler zum Eingreifen. Münster war zwar nominell defensiv ausgerichtet, hatte aber leichte optische Vorteile und definitiv die besseren Chancen. Etwa über Rühle und Scherder nach einer Ecke (7.). Über Klingenburg, der am Ex-Preußen Nils Körber scheiterte (10.). Über Jannik Borgmann, dessen Kopfball nach Rühles Ecke an den Pfosten klatschte (27.). Zudem hätte das Überraschungsteam, das mehr für die Partie tat, nach einem Handspiel von Maurice Trapp noch einen Elfmeter kriegen können (26.).

Fatale sechs Minuten

Die Gastgeber kamen einige Male gefährlich über die Außen, doch bis auf einen Abschluss von Anas Ouahim (17.), den Schnitzler abwehrte, war da wenig Brenzliges dabei. Die Dreierreihe hielt lange gut. Dann aber folgten fatale sechs Minuten für die Münsteraner. Alvarez schüttelte im Strafraum Borgmann entschlossen ab, frei vor Schnitzler schoss er dem Keeper (unabsichtlich) an den Kopf (38.). Die Nummer eins musste behandelt werden und war bei der folgenden Ecke gleich im Blickpunkt. Den durchrauschenden Ball nahm Taffertshofer direkt, Schnitzler wehrte die Kugel vor die Füße von Trapp ab, der zum 1:0 aus spitzem Winkel eindrückte (39.). Vier Minuten später riss Scherder bei einem Konter David Blacha vor dem Sechzehner um, sah Gelb - und dann, wie Alvarez den fälligen Freistoß ins Torwarteck schlenzte (43.). Bitter, bitter, bitter für den SCP. Schnitzler kühlte sich beim Gang in die Kabine noch die Schläfe. Glasklare Torwartfehler waren es vielleicht nicht, doch eine gewisse Benommenheit ließ sich nicht leugnen. Spätestens nicht in dem Moment, als sich Ersatzmann Max Schulze Niehues in der Halbzeit bereit machte. Später stellte sich eine Gehirnerschütterung heraus. Zudem musste sich der 22-Jährige in der Halbzeit sogar übergeben.

Einzelkritik Vfl Osnabrück vs. Preußen Münster

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  • Dominik Lanius: Debüt in der 3. Liga, überraschender Vorzug vor Lion Schweers. Allerdings kein schöner Nachmittag für ihn, denn nach 45 Minuten war aus taktischen Gründen wieder Schluss. Bis dahin eigentlich ohne nennenswerte Fehler, höchstens vor dem 0:2. Note: 3

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  • Fabian Menig: Schaltete sich so oft wie selten in die Offensive ein, hatte mehrere Abschlüsse und hätte auch den Anschlusstreffer machen müssen. Hinten packte er mit an, biss sich rein und oftmals fest. Note: 3

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  • Jannik Borgmann: War es die Schlüsselszene, als er Alvarez im Strafraum nicht folgen konnte und der Schnitzler anschoss? Vermutlich ja. Ansonsten ein solider Auftritt mit gleich drei Großchancen vor dem VfL-Tor. Ab und an kleinere Probleme im Aufbau oder wenn die Hausherren Tempo aufnahmen. Note: 3,5

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  • Kevin Rodrigues Pires: Ganz starker Beginn mit vielen feinen Szenen, als er den Ball am Fuß hatte. Doch schon Mitte der ersten Hälfte baute der Ex-Lotter mehr und mehr ab, handelte sich später eine unnötige Verwarnung ein und leistete sich eine Reihe von Fehlern. Note: 4

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  • Martin Kobylanski: Trat in 33 Minuten nur bei drei Standards in Erscheinung. Einen Freistoß jagte er fast übers Dach, zwei Mal servierte er gut für Borgmann. Trotzdem zu wenig. Note: 4,5

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  • Max Schulze Niehues: Ersetzte zur Pause Schnitzler und wirkte gleich wach. Seine Bilanz war okay. Mehrere Flanken abgefangen, eine Großchance vereitelt, ein Elfmetertor kassiert. Note: 3

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  • Niklas Heidemann: Ordentlicher Auftritt auf der Bahn, nicht ohne Schönheitsfehler, aber mit klarer Kante in den Zweikämpfen, vielen langen Wegen nach vorne, ohne Löcher dabei zu hinterlassen. Sogar Vorbereiter und selbst mit einer guten Chance. Note: 3

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  • Oliver Schnitzler: Die tragische Figur des Nachmittags. Erst mit ein, zwei guten Rettungsaktionen. Dann der fatale Schuss von Marcos Alvarez an seinen Kopf, in dessen Folge er bei beiden Gegentreffern nicht glücklich aussah. Zur Pause, in der er sich auch noch übergab, musste er dann raus. Gehirnerschütterung. Gute Besserung! Note: 4

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  • Philipp Hoffmann: Seine Szenen waren in den 57 Minuten nie von Erfolg gekrönt. Deutlich seltener involviert als Rühle, dazu mit etwas Pech in einigen Zweikämpfen. Die Chance auf den Anschluss vergab er nach der Pause etwas schläfrig. Note: 4,5

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  • René Klingenburg: Man merkte dem Shootingstar an, dass er richtig Bock auf dieses erste Derby hatte. Er war von Anfang präsent, clever in den Zweikämpfen, immer wieder vorne dabei. Nur die Effektivität ging ihm diesmal ab. Nach der Pause etwas weniger im Fokus. Note: 2,5

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  • Rufat Dadashov: Kam ebenfalls in der Halbzeit, konnte sich aber vor dem Tor nicht in Szene setzen. Ein paar Bälle verteilte er clever, aber selbst ging er nie in die gefährliche Zone. Note: 4

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  • Sandrino Braun: Ein paar Momente gab es gerade vor der Pause, in denen er mit dem Ball am Fuß nicht gerade solide wirkte. Seine Lauf- und Kampfleistung war allerdings wie jedes Mal makellos. Impulse nach vorne blieben aus - ist aber auch nicht seine Aufgabe. Note: 3

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  • Simon Scherder: Schwacher Auftritt nach gutem Start. Verursachte den Freistoß vor dem 0:2 und den Elfmeter vor dem 0:3. Für beides eine Gelbe Karte ergibt Gelb-Rot. Anfangs sicher, später immer mehr Wackler. Note: 4,5

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  • Tobias Rühle: Reichlich Ballkontakte, aber viel zu oft versprang ihm die Kugel oder er traf die falsche Entscheidung. Bei allem Bemühen müsste er dringend mal häufiger selbst den Abschluss suchen. In der zweiten Hälfte etwas platt. Note: 4

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Der zweite Keeper und Rufat Dadashov kamen. Neben Pechvogel Schnitzler musste auch Dominik Lanius weichen. Grund war die taktische Umstellung auf Viererkette und ein 4-3-3. Die Preußen waren nun gezwungen, das Spiel zu machen. Keine leichte Aufgabe gegen tiefstehende Hausherren, die auch noch blitzschnell umschalteten. Immerhin hatten die Außenverteidiger zwei Großchancen in einer wilden Phase der Partie. Doch erst Menig (57.), dann Niklas Heidemann (59.) scheiterten am glänzenden Körber, und das aus bester Position. Dazwischen lag jedoch auch die Chance zur Entscheidung, die Ouahim liegen ließ (58.).

Münster gibt sich kämpferisch

Die war dann nach 67 Minuten allerdings da. Ouahim zog aus der Distanz ab. Der bereits verwarnte Scherder bekam den Ball an den Arm. Das ergab die Ampelkarte und Elfmeter - Alvarez verwandelte sicher. Damit war dann die Luft raus. Münster meldete sich zumindest kämpferisch noch zwei Mal zu Wort. Nach einem Freistoß und dann einer Ecke des für Hoffmann eingewechselten Kobylanski kam Borgmann jeweils zum Kopfball, doch beide Male parierte der überragende Körber (84., 85.). Es passte einfach zu diesem Spiel, in dem der SCP die besseren Chancen, aber kein Glück hatte. Und einen ehemaligen Münsteraner im Kasten sah, der zu ganz großer Form auflief.

Zum Spiel:

VfL: Körber - Engel, Susac, Trapp, Dercho (13. S. Tigges) - Taffertshofer, Ouahim (83. Krasniqi), Blacha - Renneke, Alvarez (77. Farrona Pulido), Heider

SCP: Schnitzler (46. Schulze Niehues) - Scherder, Lanius (46. Dadashov), Borgmann - Menig, Braun, Rodrigues Pires, Heidemann - Klingenburg - Rühle, Hoffmann (57. Kobylanski)

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Tore: 1:0 Trapp (39.), 2:0 Alvarez (43.), 3:0 Alvarez (67./HE)

Zuschauer: 14 100

Gelb: Ouahim / Rodrigues Pires, Dadashov

Gelb-Rot: Scherder (67.)

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