Do., 30.08.2018

Fußball: 3. Liga Premiere für Kevin Großkreutz beim SC Preußen Münster

Ein Karriere mit Höhen und Tiefen: Kevin Großkreutz (rechts) feiert mit Lukas Podolski den WM-Titel. Seine beste Zeit hatte er bei Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp.

Ein Karriere mit Höhen und Tiefen: Kevin Großkreutz (rechts) feiert mit Lukas Podolski den WM-Titel. Seine beste Zeit hatte er bei Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp. Foto: imago Sportfotodienst

Münster - 

Hoher Besuch an der Hammer Straße: Am Samstag bekommt der SC Preußen weltmeisterlichen Besuch. Kein geringerer als Kevin Großkreutz gastiert mit dem KFC Uerdingen im Preußenstadion.

Von Alexander Heflik

Dass mal ein Weltmeister groß in der 3. Liga aufkreuzt, ist eher die Ausnahme. Am Samstag (14 Uhr) aber ist das so, wenn der KFC Uerdingen beim SC Preußen Münster gastiert. Kevin kommt ins Haus der Preußen-Fans, Nachname Großkreutz.

Vielleicht die schillernste Persönlichkeit, die sich in Liga drei aktuell tummelt. Der Dortmunder Junge, der sich die Silhouette der Großstadt auf die rechte Wade hat tätowieren lassen, ist vielleicht der „Königstransfer“ des Aufsteigers. Eine große Nummer.

Großkreutz in Münster, das ist dabei fast ein Novum. Eine Partie gegen Preußen Münster findet sich nicht in der Vita des 30-Jährigen. Allerdings hatte der TuS Hiltrup schlechte Erfahrung mit ihm gemacht. Die Legende sagt, dass Großkreutz bereits mit RW Ahlen auf Mannschaftsfahrt auf Mallorca war.

Fotostrecke: Ein Weltmeister zu Gast in Münster

Der damalige Zweitligist hatte die Saison Ende Mai 2009 abgeschlossen, der Transfer von Großkreutz zu Borussia Dortmund war fix – der offensive Mittelfeldspieler hatte in 33 Partien sechs Tore geschossen und weitere sechs vorbereitet. Als die Reserve von RWA um den Klassenerhalt in der Westfalenliga bangte, soll Großkreutz eingeflogen worden sein für das entscheidende Spiel gegen den TuS Hiltrup.

Auf Himmel- folgt Talfahrt

„Für mich war das eine Herausforderung, ein guter Fußballer, der auf mich zukam“, blickte der damals 20-jährige Rainer Welke auf den Gegenspieler Großkreutz, immerhin schon Junioren-Nationalspieler, zurück. Denn die Offensivkraft half der Ahlener Reserve tatsächlich am letzten Spieltag am 7. Juni 2009 weiter. Welke: „Von den Bewegungsabläufen hatte er schon eine andere Spritzigkeit als sonst üblich in der Westfalenliga. Aber ich würde behaupten, ich hatte ihn gut im Griff.“ Dennoch verlor der TuS mit 1:2 die Partie, der Anschlusstreffer von Michael Hörner kam zu spät, Großkreutz blieb ohne Tor. Welke sagt heute lachend: „Was ich den Preußen empfehlen könnte, weiß ich auch nicht. Kevin spielte damals ja auch eine Stürmerrolle.“

Am Samstag im Preußenstadion wird Großkreutz als Rechtsverteidiger erwartet. Die Jahre dazwischen ging es für ihn hoch hinaus, aber auch wieder abwärts. Unter Jürgen Klopp wurde er in Dortmund Stammspieler, zwei Deutsche Meisterschaften und der Pokalsieg stehen zu Buche. Bei der WM 2014 in Brasilien gehörte er zum Aufgebot, wurde aber wie Matthias Ginter und Erik Durm nicht eingesetzt. Aber immerhin sechs Länderspieler bestritt er. Es dürfte der Höhepunkt in seiner Karriere gewesen sein.

2015 unter dem neuen Dortmunder Trainer Thomas Tuchel lief nicht mehr viel. Ein Jahr später floppte der sofortige Wechsel zu Galatasary Istanbul an einem Formfehler. 2017 beim VfB Stuttgart zog er mit Juniorenspielern um die Häuser und war in eine Schlägerei verwickelt. 2018 legte Darmstadts Trainer Dirk Schuster keinen sportlichen Wert mehr auf den Weltmeister.

350.000 Euro Ablöse 

Dennoch soll KFC Uerdingen 350.000 Euro Ablöse für den Dortmunder gezahlt haben, es wäre nach Timmy Thiele, für den Kaiserslautern rund 400.000 Euro an FC Carl Zeiss Jena überwiesen hat, der zweitteuerste Spieler dieser Saison sein. Aus Uerdingen gibt es dazu ein Dementi. Mit Stefan Aigner (Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld) und Maximilian Beister (Hamburger SV und FSV Mainz) trifft er auch weitere Spieler, die vor gar nicht langer Zeit eine gute Rolle in der 1. Bundesliga gespielt haben. Uerdingen, hier scheint der Rubel noch richtig zu rollen, weil Präsident und Mäzen Michael Ponomarew wohl bereit ist, weit über dem Branchenüblichen an Gehalt zu zahlen. Er, der Besitzer von Energy Consuting, Stammsitz Moskau, 900 Mitarbeiter.

Samstag also ein bisschen Weltmeister- und Bundesliga-Spieler-Parade. Aigner, Beister und Großkreutz. Letztgenannter ist schon ein toller Name im Preußenstadion, an ihm kann man sich reiben. Vorne im Angriff spielt er nicht, auch nicht rechts offensiv, in der Viererkette ist nun sein Platz. Niklas Heidemann wird auf Seiten der Preußen mit ihm zu tun bekommen. Extra-Motivation braucht der 23 Jahre alte Preuße wohl kaum.



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