So., 09.09.2018

Pro & Contra Mehrwegbecher-System für das Preußenstadion

Pro & Contra: Mehrwegbecher-System für das Preußenstadion

Das Stadionbier im Einweg- oder im Mehrwegbecher? Foto: dpa

Die SPD schlägt vor, Einwegbecher aus dem Preußenstadion zu verbannen. Sollte die Getränkeausgabe im Stadion an der Hammer Straße auf Mehrwegbecher umgestellt werden?

Von Karin Völker und Björn Meyer

Pro: Geht nicht gibt‘s nicht

Die SPD-Ratsfraktion will ein Mehrwegbecher-System im Preußen-Stadion einführen. Das finden der Verein und alle, die bisher mit dem Getränke-Ausschank im Stadion zu tun haben, schwierig. „Geht nicht gibt’s nicht?“ Das kann in Münster, wo sich doch die ganze Stadt Umweltschutz und das Bemühen um Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat, nicht ernsthaft so sein. Bei kaum einer großen Publikumsveranstaltung gibt es die Getränke noch in Einwegbechern. Feste, die einen Berg von Plastikmüll hinterlassen, will keiner mehr haben.

Natürlich sind, um ein effizientes Mehrwegsystem im Preußen-Stadion zu realisieren, Umbaumaßnahmen nötig. Aber abgesehen davon, dass Letztere ohnehin dort auch aus anderen Gründen notwendig werden: Es wurde in Münster schon für weniger sinnvolle Dinge mehr Geld ausgegeben.

Ein bisschen Kreativität hilft vielleicht auch: Wie wäre es mit einem stabilen Mehrweg-Gefäß mit Preußen-Dekor, das sofort mit der Dauerkarte ausgegeben wird? Spülen könnten die Fans vielleicht zu Hause. 

von Karin Völker

Contra: Folgen bedenken

Klar, Mehrwegbecher im Stadion an der Hammer Straße, das klingt gut. Doch auch, wenn es nicht politisch korrekt ist – es ist nicht gut.

In den großen Stadien klappe das mit den Mehrwegbechern ganz wunderbar, argumentieren viele. Doch um ehrlich zu sein, genau das stimmt nicht. Wer genauer hinsieht, dem wird schnell auffallen, dass nicht umsonst Fangnetze hinter den Toren gespannt sind. Mehrwegbecher aus Hartplastik geben nämlich ein prima Wurfgeschoss ab.

Und noch etwas stört gewaltig an den Mehrwegbechern. Sie gehen auf Kosten der Besucher. Weil diese, um ihre Sicherheitszahlung zurückzuerhalten, gezwungen sind, nach dem Spiel mit einem Großteil des Stadions am Bierwagen anzustehen. Das Mehr an Personal für die Rücknahme und das Spülen wird ebenfalls auf sie abgewälzt. Im Zweifelsfall werden die Becher dann eh mit nach Hause genommen. Nicht umsonst pressen viele Profivereine die Konterfeis ihrer Kicker auf die Becher. Für den mitgenommenen Becher aber muss ein neuer hergestellt werden. Und plötzlich ist Mehrweg nur noch teures Einweg.

von Björn Meyer

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