Mi., 24.10.2018

Fußball: 3. Liga Konter, Pressing, Freistöße – so machen die Preußen ihre Tore

Reichlich Grund zu jubeln hatten die Preußen in dieser Saison bereits: René Klingenburg, Jannik Borgmann, Martin Kobylanski, Cyrill Akono, Fabian Menig oder Rufat Dadashov (im Uhrzeigersinn) waren bereits unter den Torschützen. 

Reichlich Grund zu jubeln hatten die Preußen in dieser Saison bereits: René Klingenburg, Jannik Borgmann, Martin Kobylanski, Cyrill Akono, Fabian Menig oder Rufat Dadashov (im Uhrzeigersinn) waren bereits unter den Torschützen.  Foto: Lisa Stetzkamp, Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Angriffsmaschinerie beim SC Preußen läuft wie geschmiert in dieser Saison. Aber wie sind die Tore eigentlich gefallen? Elfmeter, Ecken oder Aktionen aus einem geordneten Spielaufbau heraus spielen allenfalls eine untergeordnete Rolle.

Von Thomas Rellmann

Wenn es am Sonntag neben dem 1:0 der Preußen über Würzburg und dem Sprung auf Rang zwei einen klitzekleinen negativen Aspekt gab, dann war es allenfalls der Verlust der Pole-Position in Sachen Torgefahr. Weil der SV Wehen Wiesbaden im Parallelspiel 5:2 in Karlsruhe gewann, stellt Münster nicht mehr die gefährlichste Angriffsreihe der 3. Liga. Doch 21 Treffer in zwölf Partien sind schon mal ein echtes Brett.

Interessant ist vor allem die Art und Weise, wie die Tore gefallen sind. Trainer Marco Antwerpen wird sie gefallen, denn die Kernkompetenz des SCP liegt offenbar in den Bereichen Umschaltaktionen, Pressing und Standards. Zwei Drittel der Treffer vereint dieses Trio auf sich, insgesamt jubelten schon sieben verschiedene Akteure.►  Die Goalgetter : Erst langte René Klingenburg vier Mal in drei Partien zu, dann setzte sich Rufat Dadashov mit sechs Erfolgserlebnissen vorübergehend an die Spitze der Torjägerliste. Martin Kobylanski knipste ebenfalls bereits vierfach und ist mit neun Scorerpunkten Drittbester der Liga.►  Die Standards : Elf Tore fielen direkt oder indirekt nach Freistößen, Ecken oder auch Einwürfen, also mehr als die Hälfte. Bemerkenswert: Einen Elfmeter erhielten die Preußen noch nicht. Und auch Ecken führten bis Sonntag nie zum Erfolg, ehe Kobylanski quasi im zweiten Anlauf fast von der Seitenauslinie traf. Eine Waffe sind dagegen überraschend Einwürfe. Eine Blitzaktion von Dadashov zu Kobylanski führte gegen Cottbus zum 1:0, in Rostock gingen den ersten beiden Dadashov-Toren eigene Einwürfe voraus. Auch wenn zwischenzeitlich der Ball kurz weg war, eroberte der SCP ihn im Gegenpressing zurück. Das 3:1 an der Ostsee fiel nach einem der weiten Würfe von Lion Schweers, den Jannik Borgmann zu Dadashov verlängerte. Freistöße von Kobylanski sind zudem wichtige Faktoren. In Kaiserslautern staubte Fabian Menig nach einem solchen ab, dann versenkte der Zehner selbst das Leder. Gegen Cottbus und Wiesbaden legte er jeweils auf für Borgmann und ein Eigentor. Zudem war Kevin Rodrigues Pires zwei Mal mit ruhenden Bällen Wegbereiter. Für Klingenburg in Köln (Simon Scherder verlängerte per Kopf an den Pfosten) und für Menig, der in Unterhaching einen Abpraller verwertete.►  Die Konter : Klassische Gegenstöße waren die Treffer von Lucas Cueto in Köln und Rostock sowie Klingenburgs Siegtor gegen Lotte. Auch Kobylanskis 2:0 gegen Cottbus sowie den Toren von Dadashov und Cyrill Akono gegen Wiesbaden gingen zumindest schnelle Umschaltbewegungen im Mittelfeld voraus. Funktionierendes Pressing oder gewonnene Zweikämpfe waren jeweils die Basis hierfür.►  Die Kopfbälle : Die Eckenbilanz ist zwar ausbaufähig, das Flügelspiel funktionierte dagegen immerhin schon ein paar Mal. Dadashov nickte in Köln und Aalen nach Flanken von Niklas Heidemann und Ugur Tezel ein, dazu Klingenburg gegen Jena nach Menigs Hereingabe und Borgmann nach Kobylanskis Freistoß gegen Wiesbaden.►  Die herausgespielten Tore : Aus dem geordneten Aufbau heraus fielen nur wenige Treffer, das ist nicht untypisch für die 3. Liga, weil viele Mannschaften kompakt verteidigen können. Das Dadashov-Tor in Köln zählt dazu, Klingenburgs zweites Tor bei der Fortuna nach Kobylanski-Pass fiel aus dem Ballbesitz, als es allerdings in der Schlussphase schon viele Räume gab. Klingenburgs Anschluss gegen Jena fällt noch in diese Kategorie, aber auch da war der Gegner gerade weit aufgerückt.



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