Fußball: 3. Liga
Kommentar: Hübscher passt zur neuen Preußen-Philosophie

Münster -

Die Preußen haben Nägel mit Köpfen gemacht. Sven Hübscher wird neuer Trainer. Die Arbeitsweise des 40-Jährigen passt gut zum Profil, das sich der Verein schaffen will, schreibt unser Redaktionsmitglied Thomas Rellmann in seinem Kommentar.

Mittwoch, 20.03.2019, 14:44 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 16:44 Uhr
Sven Hübscher (l.) arbeitete mit Roberto di Matteo 
Sven Hübscher (l.) arbeitete mit Roberto di Matteo  Foto: Witters

Einen geordneten Übergang von einem Trainer zum anderen mit Abschluss der Saison gab es in Münster seit zwölf Jahren nicht mehr. 2007 war es, als Roger Schmidt im Sommer einstieg und Interimstrainer Carsten Gockel ablöste.

Die Voraussetzung für eine gezielte Planung der Saison ist also gegeben. In der 3. Liga werden die Weichen meist in den Monaten April und Mai gestellt, Neuzugänge oft auch erst später festgemacht. Alles im Lot also. Auch wenn die Preußen seit der englischen Woche wieder eine gewisse Sorge um die Ligazugehörigkeit quält. Sven Hübscher zu verpflichten, war eine zwar wohlüberlegte Handlung, aber sie kam immer noch rechtzeitig, um die weiteren Aufgaben erledigen zu können.

Ob es funktioniert mit dem SCP und dem gebürtigen Dortmunder? Ein bisschen Risiko ist immer dabei, wenn ein Coach kommt, der keine große Profi-Erfahrung mit einer ersten Mannschaft hat. Doch die Vita des 40-Jährigen passt gut zur neuen Vereinsphilosophie. Aus Gelsenkirchen und Bremen kommen nur positive Bewertungen seiner Fähigkeiten. Eine große Herausforderung wird die Arbeit im bei weitem nicht auf Rosen gebetteten Adlerclub aber allemal.

Die Trainer des SC Preußen Münster seit 2010

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  • Sven Hübscher (Bildmitte) als Chef- und Tobias Hellwig (nicht im Bild) als Co-Trainer übernehmen an der Hammer Straße ab der Saison 2019/2020. Beide erhalten Verträge bis zum 30. Juni 2021.

    Foto: Witters
  • Im Dezember 2017 trat Marco Antwerpen den Trainerjob bei Preußen Münster an. Seinen bis Sommer 2019 laufenden Vertrag wird er nicht verlängern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann kam im Herbst 2016 in höchste Not und rettete mit einer starken Rückserie den SCP vor dem Abstieg. Der Routinier war im Verein extrem beliebt, doch im Dezember 2017 musste auch er gehen, nachdem die Preußen wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht waren und der Trend fatal wirkte. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Horst Steffen kam an Heiligabend 2015 als Nachfolger von Ralf Loose und musste Anfang Oktober 2016 die Preußen wieder verlassen. Als Trainer ist er gescheitert, das belegte die Tabelle, die saisonübergreifende Schreckensbilanz des 47-Jährigen und vor allem die allzu häufig leb- und ratlosen Vorstellungen der Spieler. Dennoch hat Steffen in Münster Eindruck hinterlassen. Er war immer gesprächsbereit, stets offen, selbstkritisch und bei Fans wie Spielern beliebt – vor allem war er angetreten mit der Idee eines sehenswerten Offensivfußballs. Leider schaffte diese Idee viel zu selten die Platzreife. Außerhalb des Platzes stimmte die Chemie – auf dem Feld verpuffte das Experiment mit einem leisen Zischen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach einer Talfahrt trennte sich der SC Preußen im Dezember 2015 von Ralf Loose (5.9.2012 bis 19.12.2015). Der 52-Jährige war der elfte Trainer, der im dritten Jahrtausend die Adlerträger betreute, der neunte, der vorzeitig seine Aufgabe beenden musste, aber wohl auch der, der mit der hochkarätigsten Platzierung seinen Dienst quittieren musste. Loose hinterließ seinen SCP auf Platz sechs der 3. Liga. Lediglich Georg Kreß war im April 2007 besser platziert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Carsten Gockel war vom 5. bis 15.9.2012 Interimstrainer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Pavel Dotchev trainierte die Preußen vom 24.1.2012 bis 5.9.2013. Dotchev hatte den SCP im Januar 2012 im Abstiegskampf ans sichere Ufer geführt, dann fußballerisch weiterentwickelt. Der Vertrag des 47-Jährigen wäre noch bis Sommer 2014 gelaufen und hätte sich im Fall des Zweitliga-Aufstiegs bis 2015 verlängert. In der Vorsaison aber verpasste der SCP auf der Zielgeraden den Zweitliga-Aufstieg und stolperte bis auf Rang 16 – drei Punkte vor einem Abstiegsrang. Beim Abschied des Trainers schwang viel Sympathie mit. Einige Spieler rangen mit den Tränen, auch Dotchev kämpfte um Fassung. Interimsmäßig sprangen Gockel und Co-Trainer Babacar N´Diaye ein.

    Foto: Christian Butzhammer
  • Marc Fascher trainierte die Preußen vom 21.3.2010 bis 23.1.2012. Der gebürtige Hamburger hatte im März 2010 beim damaligen Regionalligisten aus Münster den beurlaubten Roger Schmidt ersetzt. In der Saison 2010/11 gelang der Gewinn der Meisterschaft und der Aufstieg in die 3. Liga. Es war Münsters erster Aufstieg seit 1989, Faschers Renommee glich ab sofort fast schon dem eines Helmut Horsch. Letztgenannter hatte 1989 den SCP in die 2. Bundesliga geführt. Nach einer Talfahrt der Preußen beendete Fascher im Januar 2012 die Debatten um seine Person, die Hängepartie um eine Vertragsverlängerung, mit einem Handstreich, und ging.

    Foto: Wilfried Hiegemann
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