Fußball: 3. Liga
Akono steht im Schaufenster – Preußenspieler weckt Begehrlichkeiten

Münster -

Preußen Münster kann sich wieder nach oben orientieren. Nach dem 1:0-Heimsieg über die SG Sonnenhof Großaspach ist Rang fünf eine Perspektive für den restlichen Saisonverlauf. Torschütze Cyrill Akono rückt dabei immer mehr in den den Fokus des kommenden Transfers-Sommers.

Montag, 22.04.2019, 15:28 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 17:15 Uhr
Gut gemacht: Fabian Menig (von links) und Niklas Heidemann jubeln mit dem Torschützen Cyrill Akono nach dem Treffer zum 1:0.
Gut gemacht: Fabian Menig (von links) und Niklas Heidemann jubeln mit dem Torschützen Cyrill Akono nach dem Treffer zum 1:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Viel Fantasie benötigt wohl niemand, um das kommende Transfer-Ballyhoo um Cyrill Akono vorauszusagen. Als der erst 19 Jahre alte Stürmer am Karsamstag in der 49. Minute den Ball auf der linken Seite in Höhe der Mittellinie gewann, war das der Startschuss zum 1:0 (0:0)-Sieg des SC Preußen Münster gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Akono legte quer zu René Klingenburg, dem anderen sehr auffälligen Akteur dieser Partie, startete durch und erhielt das Spielgerät wieder. Was Akono dann tat, wie er SG-Torwart Kevin Broll verlud, das war schon lässig. Mancher würde auch sagen etwas arrogant, andere würden wiederum von eiskalt und überlegt bei höchstem Tempo sprechen.

Linksfuß trifft ins kurze Eck

„Na ja, ich bin ein Linksfuß, der Ball liegt auf links, der Torwart rechnet nicht wirklich mit diesem Schuss aufs kurze Eck“, sagte Akono. Es war der tolle Abschluss des vielleicht besten, griffigsten und intelligentesten Spielzuges der Preußen. Akono und Klingenburg hebelten Großaspach innerhalb von vier, fünf Sekunden komplett aus. Münster war vor der Pause die bessere Mannschaft mit ein paar Chancen, nach dem Wechsel dominierte der SCP weitestgehend die Partie – verpasste es nur, weitere Tore zu schießen.

Es musste ja nicht ein weiteres Kunstwerk aus der Galerie Akono  &  Klingenburg sein. Letztgenannter schüttelte den Kopf und sprach von „Klingenburg gegen Großaspach“, einem torlosen Aufeinandertreffen. Der wechselwillige Mittelfeldmann drehte groß auf, traf aber mehrfach aus bester Lage nicht. So erging es einigen Preußen.

SC Preußen Münster – SG Sonnenhof Großaspach

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  • Kevin Rodrigues Pires setzt sich gegen Kai Brünker durch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg und Timo Röttger kämpfen um die Kugel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ohne Gegentor: Preußen-Keeper Maximilian Schulze Niehues.

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  • Das Trainer-Gespann der Preußen stimmt sich ab.

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  • Makana Baku behauptet sich gegen Braun und Kittner.

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  • Niklas Heidemann versucht, Michael Vitzthum in den Griff zu bekommen.

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  • Schwer verletzt: Joel Gerezigher.

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  • Cyrill Akono bejubelt sein Tor.

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  • Coach Marco Antwerpen deutet einen Wechsel an.

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  • Der Torschütze ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... wird gefeiert.

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  • Tobias Rühle in Aktion gegen seinen früheren Verein.

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  • Torwart Kevin Broll ist entsetzt über die Verletzung von Joel Gerezigher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono kämpft um den Ball.

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  • Trainer ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... und Torschütze.

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  • Behandlungsbedürftig: Fabian Menig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Joel Gerezigher wird vom Platz getragen.

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  • Freude über den Heimsieg.

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  • Und noch einmal der Akono-Torjubel.

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  • Trainer-Disput zwischen Marco Antwerpen und Florian Schnorrenberg.

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  • Preußen-Jubel.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Starke Torquote

Akono schon, er traf, und er dürfte im Sommer aus Sicht des SCP das vielleicht heißeste Transferobjekt werden. Klingenburg, Martin Kobylanski, Lion Schweers (beide Ziel unbekannt) und Tobias Rühle (KFC Uerdingen) werden gehen. Der 19-Jährige allerdings hat einen Vertrag bis 2021. Im Falle eines Wechsels würde er dem SCP zumindest eine Ablösesumme bringen, aktuell geht es branchenüblich in solchen Fällen um 150.000 bis 300.000 Euro.

Münster hatte in den vergangenen Jahren durch Dimitrij Nazarov, Mehmet Kara, Marcus Piossek und Justin Steinkötter punktuell Transfereinnahmen erzielt. Steinkötter landete im Januar 2018 bei Borussia Mönchengladbach, der U-19-Spieler war bei diesem Angebot nicht mehr zu halten. Und Akonos Werte sowie seine Torquote sind schon beeindruckend: 16 Drittliga-Einsätze mit fünf Toren, dazu 28 Einsätze in der A-Junioren-Bundesliga mit 17 Toren. Im Vergleich zu Steinkötter ist das vielleicht sogar noch besser. Er ist ein Rohdiamant.

Dunstkreis der U-19-Nationalelf

Zuletzt berief ihn Nationaltrainer Guido Streichsbier in den U-19-Perspektivkader der Nationalelf. Ihn, der beim SV Südkirchen begann zu kicken, beim VfB Waltrop landete, in der B-Jugend vom FC Schalke 04 ausgemustert wurde und bei Preußen nun durchstartet.

Gegen Großaspach war Akono der Unterschiedsspieler, sowas bleibt den Scouts und Beratern der Bundesliga-Clubs nicht verborgen. Auch dem Protagonisten selbst nicht, ein ruhiger, höflicher junger Mann im Gespräch: „Mit jedem Tor wird natürlich mehr darüber geredet. Das ist mir klar. Was dann wird, werden wir im Sommer sehen.“ Cyrill Akono bleibt so ein Thema.

Trainer gibt drei Tage frei

Der Lohn war flugs ausgesprochen: Die Preußenspieler bekamen individuelle Laufpläne mit – und bis Mittwoch frei. „Das nächste Spiel ist erst am Sonntag“, sagte Trainer Marco Antwerpen und belohnte sein Team für eine engagierte Vorstellung.

Einziges Manko war die Chancenverwertung: „Bekommen wir das 1:1 am Ende, dann steht der Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand. Aber ich bin sehr zufrieden mit der Leistung“, erklärte der 47-Jährige nach der Partie.

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