Fußball: Testspiel
Flexibilität für Preußen wichtiger als Ergebnis gegen Groningen

Münster -

Die heiße Phase der Vorbereitung ist in vollem Gange. Beim 0:3 in den Niederlanden gegen den FC Groningen verteilte Preußen-Trainer Sven Hübscher die Spielzeit vielleicht letztmals recht gleichmäßig. Trotz Niederlage wertete er den Test als gelungen.

Sonntag, 07.07.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 07.07.2019, 19:50 Uhr
Ole Kittner (rotes Trikot, links) und Jannik Borgmann durften 90 Minuten mitwirken.
Ole Kittner (rotes Trikot, links) und Jannik Borgmann durften 90 Minuten mitwirken. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon wieder eine Testspiel-Niederlage für die Preußen! Alarmstimmung bereits knapp zwei Wochen vor dem Saisonstart! Nee, nee – so tickt der neue Trainer Sven Hübscher nicht, und auch das Umfeld bewahrt in Münster die Ruhe. Zumal das 0:3 (0:1) gegen den FC Groningen am Samstag im Nachbarort Rolde nicht das Produkt von Überforderung oder totaler Unterlegenheit war. „Die Tore haben wir dem Gegner geschenkt, das lässt sich zum Glück leicht abstellen“, sagte der Coach milde.

„Lehrreich“, so stufte er den drittletzten Probelauf gegen den Erstligisten aus dem Nachbarland ein. „Groningen hatte ein gutes Niveau. Unsere Ordnung war gerade in der Defensive besser als zuletzt, das Resultat klingt etwas zu hoch.“ Taktisch probierten die Münsteraner einiges aus mit verschiedenen Aufstellungen und erneuter Personalrotation. Die angekündigten Rückschlüsse auf eine mögliche Wunschelf zog Hübscher allerdings wieder zurück. „Wir haben vor allem ausprobiert“, sagte er. „Es war eine ambitionierte Aufgabe, und ich habe gute Dinge gesehen.“ Am Morgen danach gab’s gleich die Videoanalyse, bei der alles auf den Tisch kam. Anschließend liefen die Profis aus, allerdings in unterschiedlicher Dosierung. Gerade Vielspieler Niklas Heidemann, der auf seiner Position hinten links aktuell konkurrenzlos ist, aber auch andere wurden in den vergangenen Wochen reichlich beansprucht.

Der Blondschopf, dessen Backup wohl noch nicht in den nächsten Tagen verpflichtet wird, spielte in den Niederlanden wie auch Keeper Max Schulze Niehues, Ole Kittner und Jannik Borgmann durch. Nach einer frühen Großchance für Mohamed El Hankouri (1.) hielt die SCP-Defensive stand. Die Partie war ausgeglichen. Das 1:0 durch Ajdin Hrustic nach Zuspiel von Ramon Lundqvist (32.) fiel fast aus dem Nichts. Direkt nach der Pause war die Abwehr dann zweimal nicht im Bilde und gestattete Kaj Sierhuis den Doppelpack (50., 54.). Erst traf der Holländer aus der Drehung, dann nach starker Vorarbeit von Gabriel Gudmundsson per Kopf (54.). „Offensiv war unser Auftritt nach der Pause aber deutlich besser. In der ersten Hälfte haben wir noch vergessen, die Tiefe zu bedrohen“, sagte Hübscher. Rufat Dadashov, der später nach einem Pferdekuss runter musste, hatte die erste Chance im zweiten Durchgang (47.), erzielte dann ein Abseitstor (48.) und traf später den Pfosten (66.). Für Münsters Trainer waren andere Dinge entscheidender. Etwa die Flexibilität in der Abwehr mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette. „Ein Alternativsystem müssen wir immer parat haben“, fordert er.

Für die vorletzte Vorbereitungswoche kündigte der 40-Jährige an, „weiter die Prinzipien“ zu trainieren. Mit Blick auf die finalen Tests sollen zwei mit Spannung erwartete Entscheidungen fallen. Wer bekommt die Kapitänsbinde? Und wer wird die Nummer eins? Wobei in Frage zwei vieles auf Platzhirsch Schulze Niehues hindeutet. SCP: Schulze Niehues – Schauerte (46. Tezel), Scherder (68. Erdogan) Kittner, Borgmann, Heidemann – Rodrigues Pires (68. Hoffmeier), Wagner (46. Özcan), Litka (46. Hoffmann) – Mörschel (46. Dadashov/77. Klann), Schnellbacher (46. Cueto)

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