Fußball: Oberliga
Reife Leistung bringt Preußen II gegen Herne den ersten Sieg

Münster -

Zwei Treffer von Nicolai Remberg brachten Preußen Münster II den ersten Sieg im vierten Spiel nach dem Aufstieg. 2:0 gewannen die Adler gegen Westfalia Herne und begegneten dem unangenehmen Gast mit einer cleveren Taktik.

Sonntag, 01.09.2019, 19:28 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 21:01 Uhr
Fokussiert und am Ende erfolgreich: Joel Grodowski (l.) und Ousman Touray.
Fokussiert und am Ende erfolgreich: Joel Grodowski (l.) und Ousman Touray. Foto: Peter Leßmann

Der erste Dreier ist perfekt – beeindruckend! Das Oberliga-Heimspiel gegen Westfalia Herne gewann der sehenswert auftretende Aufsteiger SC Preußen Münster II mit 2:0 (0:0) und dokumentierte vor rund 300 Zuschauern im Stadion, wie schnell er auf ein erstaunliches Niveau geklettert ist. Gefeierter Doppeltorschütze war der 19-jährige Nicolai Remberg. Von der Tribüne gab es viel Applaus, ein strahlender Trainer war „richtig stolz drauf“. Sören Weinfurtner stellt seine Fähigkeiten, eine wirkungsvolle Taktik von tragenden Typen umsetzen zu lassen, einmal mehr unter Beweis. Eine homogene Truppe ließ er jetzt im 4-2-3-1-System auflaufen, in dem jeder einzelne zur Geltung kam und von Wert war. „Das waren 90 super Minuten“, lobte der Pädagoge den gefundenen Mix aus spielerischer Qualität und „großer Cleverness nach dem Führungstreffer“.

Und das alles nicht gegen irgendeinen Gegner: Wie abzusehen, ließ Westfalias mindestens leidenschaftlicher Trainer Christian Knappmann, der seine Kicker oft lauthals regelrecht zusammenfaltet, mit langen Bällen übers Mittelfeld hinweg operieren. Herne lebt sonst durch Leidenschaft und agiert eckig bis an die Grenzen. Sieben Gelbe Karten und gefühlt dreimal so viele Fouls belegten das.

Münsters Plan war durchdachter, der Aufbau aus sattelfester Kette heraus wirkungsvoller. Remberg bediente nach 18 Minuten den Solo-Stürmer Joel Grodowski bestens, aber dem gelang nur ein harmloser Schuss. Tatsächlich mangelte es zunächst nur am Abschluss oder am idealen letzten Pass. Tempomacher und Aktivposten Ousman Touray, der einen Reifeprozess durchläuft, dribbelte mutig drauflos. Julius Hölscher ist ohnehin immer unterwegs und „frisst“ die Kilometer regelrecht. Dominik Klann agierte erneut nahezu fehlerfrei als Sechser, Remberg vor ihm als Achter sehr dynamisch.

Die Preußen hielten ihre Form. Außenverteidiger Lukas Frenkert, auch ein vormaliger U-19-Spieler, der sich bestens macht, wagte ein Solo über den ganzen Platz. Nach Foul an Remberg drehte Hölscher den Freistoß von rechts perfekt auf Remberg, der wuchtig einköpfte (60.). Herne brachte nun den robusten Maurice Kühn und suchte sein Heil mit neuem Offensiv-Mix.

Für Szenen aber sorgten die Preußen. Der präsente Grodowski hatte oft Pech, weil er so gerade eben hängen blieb. Fabian Kerellaj ersetzte den ausgelaugten Touray bestens. Hölscher drehte einen Freistoß von halblinks frech aufs Tor, Pfosten (78.). Im Gegenzug traf Hernes Stürmer Michael Smykacz auch ans Gestänge. Ansonsten wackelten die Preußen nicht – sie agierten klug und blieben gefährlich. In der Nachspielzeit drehte sich Remberg nach Eckball in Position und erhöhte. SCP: Dedovic – Mause, Woitaschek, Klauke, Frenkert – Klann, Remberg – Hölscher (82. Janßen), Hoffmeier (86. Burchardt), Touray (60. Kerellaj) – Grodowski (74. Wald)

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