Kinderpornografie-Vorwürfe
ARD lässt Zusammenarbeit mit Christoph Metzelder ruhen

Hamburg/Düsseldorf -

Die ARD lässt die Zusammenarbeit mit ihrem Fußball-Experten Christoph Metzelder ruhen, bis die Kinderpornografie-Vorwürfe gegen ihn geklärt sind. Preußen Münster, wo der Ex-Nationalspieler im Aufsichtsrat sitzt, reagiert anders.

Mittwoch, 04.09.2019, 13:08 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 13:37 Uhr
Kinderpornografie-Vorwürfe: ARD lässt Zusammenarbeit mit Christoph Metzelder ruhen
Christoph Metzelder war zuletzt bei der Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals in der Sportschau im Einsatz gewesen. Foto: dpa

„Bis zur Klärung der Vorwürfe werden wir die Zusammenarbeit mit Christoph Metzelder ruhen lassen", teilte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky via tagesschau.de mit. Der 38-Jährige, der früher unter anderem für Borussia Dortmund, Real Madrid und Schalke 04 als Profi aktiv war, ist seit diesem Sommer für die ARD als Experte tätig.

Gegen den ehemaligen deutschen Fußball-Nationalspieler wird wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt. Das hat die Staatsanwaltschaft Hamburg am Mittwoch noch einmal in einer schriftlichen Stellungnahme bestätigt. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet.

Ermittler hätten am Dienstag in Düsseldorf zwei Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Hamburg vollstreckt, heißt es in der Mitteilung. Die Beweismittel - Datenträger - seien mitgenommen worden und müssten nun ausgewertet werden.

Erklärung der Staatsanwaltschaft im Wortlaut

Die Staatsanwaltschaft Hamburg führt ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder wegen des Verdachts der Verbreitung kinderpornographischer Schriften. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, über die Kommunikationsplattform Whats App Bilder mit kinderpornographischem Inhalt an eine Empfängerin in Hamburg versandt zu haben. 

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wurden am Dienstag, 03.09.2019, zwei Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Hamburg in Düsseldorf vollstreckt. Im Rahmen der Durchsuchung wurden Datenträger als Beweismittel zur Durchsicht mitgenommen worden.
Die Durchsuchung erfolgte durch Beamte des Landeskriminalamts Hamburg. 

Der Beschuldigte verhielt sich während der polizeilichen Maßnahmen kooperativ. Die Beweismittel werden nun ausgewertet. Die Ermittlungen dauern an.

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Preußen Münster: „Für uns gilt die Unschuldsvermutung“

Der Verein Preußen Münster, bei dem Metzelder Aufsichtsratsmitglied ist, reagierte am Mittwoch mit einer öffentlichen Stellungnahme. Über den Aufsichtsratsvorsitzenden, Frank Westermann, sowie den Vereinspräsidenten Christoph Strässer, teilt der Verein mit: „Für uns gilt die Unschuldsvermutung als eines der zentralen rechtsstaatlichen Grundprinzipien. Wir haben großes Vertrauen in die Mechanismen dieses Rechtsstaates und in die zuständigen Behörden.“ Darüber hinaus werde der Verein, auch mit Blick auf das laufende Verfahren, keine weiteren Stellungnahmen abgeben

Vorwurf: Bilder via WhatsApp geschickt

Metzelder wohnt in Düsseldorf. Er war am Dienstagabend und am Mittwoch für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ob und wie er sich gegenüber den Ermittlern zu den Vorwürfen geäußert hat, sagte die Staatsanwältin nicht. Ihm sei aber Gelegenheit dazu gegeben worden. Er habe sich kooperativ verhalten und sei nicht festgenommen worden, hieß es.

Eine Frau in Hamburg habe Anzeige erstattet. Sie habe angegeben, über die Kommunikationsplattform WhatsApp entsprechendes Material von dem Ex-Fußballer erhalten zu haben. In welcher Beziehung sie zu ihm steht, teilte die Behörde nicht mit. 

Der 38-Jährige war mit der Nationalelf 2002 Vize-Weltmeister geworden. Mit Borussia Dortmund wurde er Deutscher Meister und mit Real Madrid spanischer Meister. Er kommt aus Haltern.

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