Fußball: Westfalen-Pokal
Schmerzhaftes Preußen-Aus in der Pokal-Lotterie

Rödinghausen -

Wenn es doch nur das Murmeltier wäre, dass Jahr für Jahr grüßt. Nein, es ist der SV Rödinghausen, der wieder einmal seine Grußbotschaft an den SC Preußen Münster entsendet. Wir sind weiter, lautet die, und ihr nicht ...

Mittwoch, 04.09.2019, 21:50 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 22:11 Uhr
Wie sich die Bilder gleichen: Fassungslose Preußen nach dem Pokal-Aus – für Nico Brandenburger (M.) und Maurice Litka (l.) eine neue Erfahrung, Philipp Hoffmann (r.) kennt das Elend schon
Wie sich die Bilder gleichen: Fassungslose Preußen nach dem Pokal-Aus – für Nico Brandenburger (M.) und Maurice Litka (l.) eine neue Erfahrung, Philipp Hoffmann (r.) kennt das Elend schon Foto: Noah Wedel

Schon wieder eine herbe Enttäuschung für Preußen Münster. Nicht unverdient scheiterte der Drittligist nach überaus mäßiger Vorstellung beim SV Rödinghausen. Im Elfmeterschießen gewann der Gastgeber 4:3, Alexander Rossipal und Heinz Mörschel scheiterten an Keeper Niclas Heimann. Zum sechsten Mal in Serie finden also das Finale auf Verbandsebene und die 1. Runde im DFB-Pokal ohne die Adler statt.

Gleich vier Änderungen nahm SCP-Trainer Sven Hübscher vor. Rufaf Dadashov (Nationalmannschaft), Seref Özcan (Oberschenkelprobleme), Kevin Rodrigues Pires und Niklas Heidemann wichen Mörschel, Philipp Hoffmann, Nico Brandenburger und Debütant Rossipal. In der Spitze begann diesmal Luca Schnellbacher, Maurice Litka musste nach links.

Hitzige und umkämpfte Partie

Schnell wurde klar, was der Coach gemeint hatte mit seiner Charakterisierung des Regionalligisten. Fußballerische Lösungen standen eher nicht auf der Agenda, stattdessen ging es darum, den Gästen auf den Keks zu gehen, etwa über Zweikampfhärte oder Handlungsschnelligkeit, Münster wehrte sich, so gut es ging, jedoch auch auf Kosten einiger Freistöße. Etwa nach 13 Minuten, als Simon Engelmann an der Strafraumlinie Lukas Kunze fand, der mit seiner Direktabnahme Max Schulze Niehues zur Parade zwang.

Westfalenpokal 2019/20: SV Rödinghausen - Preußen Münster

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  • Geschlossen vor dem Anpfiff: Preußen Münster musste am Mittwoch (4.9.) beim SV Rödinghausen antreten.

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  • Der Regionalligist ist der Angstgegner der Münsteraner.

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  • Zum dritten Mal in Folge kegelten die Rödinghauser Münster aus dem Westfalenpokal.

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  • SCP-Trainer Hübscher war bedient.

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  • Sehen Sie im Folgenden weitere Bilder des Pokalspiels SV Rödinghausen gegen SC Preußen Münster.

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Früh wurde die Partie hitzig, auch weil der SCP weiter dagegenhielt. Das aber täuschte nicht darüber hinweg, dass vorne alle blass blieben. Erneut. Vielleicht war die abwartende Haltung gewollt, dann sollten aber Konter sitzen. Den einzigen Gegenstoß ließ Fridolin Wagner leichtfertig versanden (30.). Ein vernünftiger Aufbau war kaum möglich, weil der SVR immer ruckzuck zehn, elf Mann hinter dem Ball hatte.

Einzig Julian Schauerte kurbelte hier und da rechts Angriffe an. Der Rechtsverteidiger. Torjäger Engelmann, zwischendurch angeschlagen, zeigte auf der anderen Seite, dass Abschlüsse fruchten können (35.). Sein Versuch aus 30 Metern wurde brandgefährlich abgefälscht. Wenigstens Ecke. Münster hatte vor der Pause keine.

SCP fehlten offensive Alternativen

Die Hausherren wirkten einen Tick wacher, sie zogen ihren Stil eiskalt durch. Ein Chip von Mörschel brachte Schnellbacher mal in Position, doch Daniel Flottmann blockte den Schuss (62.). Die erste Chance? Mit viel gutem Willen. Schlecht für Hübscher, dass die Auswechselbank keine offensive Alternative bot. Dabei stand der auf dem Flügel verschenkte Litka kurz vor der Ampelkarte.

Schulze Niehues musste bei Serras ungestörter Distanzwumme ein zweites Mal eingreifen (65.), dann auch bei Engelmanns Kopfball (67.). Zwei Minuten später tatsächlich die erste Ecke für die Preußen. Und gleich die erste echte Tormöglichkeit, doch Brandenburger scheiterte an Torwart Niclas Heimann.

Die Luft zumindest stimmte beim SCP, die Endphase ging an den Gast, auch wenn Schnellbachers Kopfball nach Litka-Flanke harmlos war (77.) und Mörschels Fernschuss vorbeistrich (78.). Hinten lief Okan Erdogan Engelmann (86.) und dann auch Björn Schlottke (88.) stark auf deren freiem Weg zum Tor ab. Es waren die letzten Szenen der regulären Spielzeit, ehe es ohne Zuschlag in die Lotterie ging.

Stimmen zum Spiel:

Die ganz großen Vorwürfe ersparte Sven Hübscher seiner Mannschaft. Klar, er hatte gesehen, dass diese eklatante Defizite im Erspielen von Chancen hatte, dass der Aufbau hakte, dass sich einige weiter unter Wert verkaufen. „Aber draufschlagen hilft ja nicht, so riesig die Enttäuschung auch ist“, so der 40-Jährige. „Das war ja nicht irgendein Amateurteam, das man auswärts mal eben 6:0 schlagen muss, sondern eine gut eingespielte Truppe.“

Abschauen bei den Rödinghausern wollte sich der Coach dennoch nichts, selbst wenn er sich wünschen würde, dass seine Schützlinge ab und an ebenfalls mal geradlinig Flanke oder Abschluss suchen. Vor allem aber war Hübscher bemüht, die einzelnen positiven Aspekte herauszustreichen. „Es war eine deutliche Reaktion auf die Leistung in Rostock. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Wir dürfen nicht immer nur das Schlechte betrachten.“ Besorgt registriert er, dass Rückschläge seine Spieler offenbar länger beschäftigen, als es ihm lieb ist.

Intern werden die Angriffsbemühungen, die nicht nur im Pokal fehlerhaft waren, wohl wieder angesprochen. „Eigentlich wollten wir öfter die Kugel in die Box bringen“, sagte Hübscher. „Die Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte dafür hatten wir“, ergänzte Mittelfeldspieler Fridolin Wagner. „Der letzte Pass kam nur nicht.“

Kommentar

Massiver Tiefschlag

Fatalisten wussten es natürlich schon vorher. Aber wer will es ihnen verdenken? Wer die vergangenen Jahre im Westfalenpokal verfolgt hat und dazu die jüngsten Preußen-Auftritte in der Fremde, den hat das Aus in Rödinghausen kaum aus heiterem Himmel getroffen.

Für den Verein ist es dennoch mal wieder ein massiver Tiefschlag. Aller Voraussicht nach gehen ihm mal wieder mittlere sechsstellige Beträge durch die Lappen. Vom Ausbau der Negativserie und dem nicht ganz ungefährlichen sportlichen Trend mal ganz zu schweigen.

von Thomas Rellmann

...

Statistiken:

SVR: Heimann – Serra, Flottmann, Wolff – Traoré, Backszat, Pfanne, Langer, – Kunze (77. Schlottke), Lokotsch, Engelmann

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Erdogan, Scherder, Rossipal – Brandenburger, Wagner – Hoffmann (87. Heidemann), Mörschel – Litka, Schnellbacher (82. Rodrigues Pires)

Schiedsrichter: Tobias Severins (Wiedenbrück)

Tore (im Elfmeterschießen): 0:1 Schauerte, 1:1 Engelmann, Heimann hält gegen Rossipal, 2:1 Backszat, 2:2 Rodrigues Pires, 3:2 Wolff, 3:3 Litka, Schulze Niehues hält gegen Traoré, Heimann hält gegen Mörschel, 4:3 Lokotsch

Gelb: Scherder, Litka, Hoffmann, Wagner / Serra, Langer

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