Fußball: 3. Liga
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie

Münster -

Ist das der Start der bitter nötigen Aufholjagd? Zumindest hat der SC Preußen Münster mit dem 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Magdeburg seine Sieglosserie beendet und nach 14 Partien mal wieder eine Partie gewonnen. Endlich mal wieder. Dabei spielte dem SCP sicher auch in die Karten, lange in Überzahl spielen zu dürfen.

Freitag, 13.12.2019, 22:14 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 22:18 Uhr
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung Foto: Jürgen Peperhowe

Der SC Preußen Münster kann doch noch gewinnen. Hurra. Nach 14 Partien ohne Sieg, nach 131-tägiger Wartezeit – endlich wieder drei Punkte. Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Dieser 2:0 (1:0)-Heimerfolg über den 1. FC Magdeburg war so wichtig. Man hörte die Steine plumpsen, als der Ballast dieser Negativserie abgeworfen wurde. Rufat Dadashov (36.) und Heinz Mörschel (67.) trafen vor 5908 Zuschauern, ein Dreier vor dem dritten Advent. Die Hoffnung lebt wieder etwas auf. Trainer Arne Barez hat in seinem zweiten Einsatz als Nachfolger von Sven Hübscher den Bann gebrochen.

„Alles war viel besser als in Meppen. Vielleicht brauchten wir diesen absoluten Tiefpunkt“, sagte Trainer Arne Barez rückblickend. Erleichtert fügte er an: „Nach so einem Spiel gibt es Samstag und Sonntag frei.“ Es unterstreicht die Bedeutung des Erfolgs, innerhalb von vier Tagen mussten die Dinge gedreht werden, das war ein erstaunliche Wendung. Die mental angeschlagenen Preußen zeigten unter Flutlicht dieses Mal erstaunliche Nehmerqualitäten

Neue Dynamik dank Roter Karte

Zwischen Münsters Blamage von Meppen, diesem enttäuschenden 1:3, und dem Match gegen Magdeburg lagen gerade einmal vier Tage. Vor der Pause lagen allerdings fußballerische Welten zwischen den beiden Begegnungen aus Sicht des SCP. Denn die Preußen agierten so, wie man im Abstiegskampf zu agieren hat. Defensiv ausgerichtet, konzentriert im Zweikampf, Fehler vermeidenden, geduldig – und das gegen einen Verein, der Aufstiegsambitionen hegt. War schon okay das Ganze, so muss man die Sache in der Regel angehen.

Bereits nach einer Viertelstunde bekam die Partie zudem eine neue Dynamik, als Rufat Dadashov vom Gäste-Verteidiger Jürgen Gjasula von den Beinen geholt wurde. Es war eine Notbremse erster Güteklasse, und Schiedsrichter Robert Kampka zeigte die Rote Karte. Es half den Hausherren, die Orientierung im Spiel zu behalten, jedenfalls in groben Zügen, obwohl Magdeburg zunächst spielerisch offensiver blieb.

19. Spieltag - Saison 2019/20: SC Preußen Münster - 1. FC Magdeburg

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  • Der SCP tritt im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Interimscoach Barez mit Weinfurter auf der Bank.

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  • Beck gegen Kittner und Scherder

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  • Rote Karte für Magdeburg in der 16. Minute.

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  • Magdeburger Fans zünden Pyrotechnik und sorgen für eine kurze Unterbrechung.

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  • Mörschel gegen Osei Kwadwo

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  • In der 36. Minute trifft Dadashov und der SCP geht in Führung.

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  • Torjubel Dadashov mit Kittner

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel Dadashov mit Kittner

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  • Stefan Krämer

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  • Brandenburger

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  • Scherder

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  • Kiran Schulze Marmeling

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  • Barez, Weinfurtner und Schulze Marmeling

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  • Brandenburger gegen Brian Koglin

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  • Die Mannschaft mit den Einlauf-Kindern

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  • Scherder gegen Osei Kwadwo

    Foto: Jürgen Peperhowe

Mutiger Angriff

Als SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues (28.) gegen Manfred Owei Kwadwo in höchster Not geklärt hatte, wurde der SCP im Angriff mutiger. Vor allem Nico Brandenburger setzte Akzente. Sein Pass nach 36 Minuten bereitete das 1:0 vor, als Rufat Dadashov seine Stärken im Strafraum ausspielte. Saisontor Nummer sechs, allerdings aus Abseitsposition markiert. Münster war das einerlei, sogar richtig schnuppe. Barez: „Wir hatten vor der Partie tatsächlich darüber gesprochen, wie man das Spielglück auch mal erzwingen kann.“ Das taten die Preußen. Ein Hauch von Mentalitätsmonstern lag in der Luft. Einiges ging wirklich in die richtige Richtung.

Einer stach hervor, gerade kurz vor der Pause: Brandenburger mit dem Kopf, Brandenburger mit dem Fuß und dann noch mit einem dritten Anlauf in der ellenlangen Nachspielzeit wegen einen „Pyrotechnik-Pause“ ließen die Gastgeber am 2:0 schnuppern. „Friday I’m in love“ schallte der alte „The Cure“-Klassiker aus den Boxen in der Halbzeit, seit langer Zeit kamen so etwas wie Gefühle für die Preußen auf. Liebe vielleicht noch nicht wieder, aber immerhin eine lange vermisste positive Stimmung im Rund an der Hammer Straße.

Aufholjagd kann beginnen

Kurz nach dem Wechsel fuhr dem SCP der Schreck in die Glieder: Der Schlenzer von Sören Bertram (54.) klatschte an die Latte. Der FCM hatte in Unterzahl nicht vor, ohne Erfolgserlebnis heimzukehren. Wenig später: Katastrophaler Fehlpass von Simon Scherder (60.), doch Fridolin Wagner kann mit einer brandgefährlichen Grätsche gegen Bertram im Strafraum den Ausgleich verhindern. Barez nahm es lakonisch: „Wir haben ein paar mutige Lösungen gesucht.“ Hier war es wieder, das Glück des Tüchtigen.

Dann aber kam der Heinz, Nachname Mörschel, und zauberte von der Strafraumgrenze den Ball ins Tor. „Wahnsinn, Wahnsinn. So ein Sieg war längst mal fällig für uns“, jubelte er über seinen Treffer, den Sieg, das fast schon neue Gefühl. Unglaublich, die Hausherren führten mal wieder komfortabel. Die Gäste setzte alles auf eine Karte, blieben sehr offensiv, allerdings ohne hochkarätige Chancen. Münster ließ sich diesen Sieg nicht mehr nehmen. Der Bann ist gebrochen, die Aufholjagd darf beginnen.

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