Fußball: 3. Liga
Preußen wollen mehr als nur einen „Feuerwehrmann“ als Trainer

Münster -

Als die Erleichterung über das Ende der furchtbaren Sieglosserie gewichen war, widmeten sich die Verantwortlichen der Preußen dann doch wieder der wichtigen Trainersuche. Fest steht: Es soll kein Coach kommen, der das Team mal eben rettet und dann wieder geht.

Sonntag, 15.12.2019, 15:42 Uhr
Arne Barez und Sören Weinfurtner beraten sich.
Arne Barez und Sören Weinfurtner beraten sich. Foto: Jürgen Peperhowe

Natürlich sorgte dieser Sieg unter Flutlicht für Erleichterung, ein Akt der Befreiung für Preußen Münster. Das 2:0 (1:0) über den 1. FC Magdeburg vor nur 5908 Zuschauern beendete eine der längsten Durststrecken in der Vereinsgeschichte und einiges mehr. 14 Partien sieglos, 16 Begegnung stets mit einem Gegentor, sechs Niederlagen in Serie in der 3. Liga gegen Magdeburg. Doch Abwehrchef Ole Kittner sprach nur das aus, was mit diesem Erfolg erreicht wurde: „Im Grunde haben wir die Dinge nur zum Stehen bekommen. Aber auf dem Sieg können wir aufbauen“, sagte er. Vier Tage nach der deftigen Packung von Meppen (1:3) war die Reaktion des SCP bemerkenswert, was auch Kittner meinte: „Das waren vier ex­trem heftige Tage. Die Niederlage in Meppen hatte uns komplett den Stecker gezogen.“ Gegen den FCM floß wieder der Strom, weil Rufat Dadashov (36.) und Heinz Mörschel (67.) endlich mal wieder zum Sieg trafen. Am Samstag gastiert 1860 München im Preußenstadion.

Arne Barez, der Nachfolger von Ex-Trainer Sven Hübscher, sprach nach der Partie von purer Freude, größter Erleichterung – und auch von einem schwierigen Spannungsbogen nach Meppen. Samstag und Sonntag war trainingsfrei nach dem Sieg, dann beginnt am Montag seine dritte und wohl letzte Woche als Interimscoach. „Ich konzentriere mich nur auf das Spiel“, sagt Barez, der gemeinsam mit Sören Weinfurtner (Oberliga-Coach der U 23) sowie Chefscout Kieran Schulze-Marmeling die Übungseinheiten leitet.

Sportchef Malte Metzelder sprach nach dem Sieg von einer zukünftigen Lösung, die auch über das Saisonende hinaus verpflichtet werden soll, einiges sei vorbereitet. Bleiern dürfte der Hübscher-Vertrag auf den Finanzen der Preußen liegen, so soll der Kontrakt auch im Falle eines Regionalliga-Abstiegs bis Sommer 2021 Gültigkeit besitzen. Findet der 40-Jährige keinen neuen Club, wird es für den SCP sehr teuer.

„Der Sieg über Magdeburg war ein ungewohntes Gefühl“, äußerte sich Metzelder nach langer Zeit wieder einmal befreit und mit einem Hauch Ironie nach der Partie. Es sei ein „erlösender Sieg“ gewesen. Und er lobte erneut das Trio, das die Vakanz zwischen Hübscher und dem Kandidaten X ausfüllt. „Alle sind voll am Anschlag“, sagte der 37-Jährige. Gerade nach der Pleite von Meppen zur Premiere habe es viel zu tun gegeben.

Dennoch muss Metzelder auch zeitnah die Planungen für die Zeit nach der kurzen Winterpause fixieren. Der Top-Kandidat ist wohl ausgemacht, eigentlich noch vor Weihnachten solle der „Neue“ präsentiert werden, keinesfalls wie 2015 Horst Steffen an einem 24. Dezember. Am 2. Januar dürfte der SCP spätestens wieder mit dem Training beginnen. Wer den SCP coachen wird, wenn nicht doch plötzlich noch die Entscheidung pro Barez ausfällt? Maik Walpurgis mit dem gebürtigen Münsteraner Ovid Hajou als Assistent wurde oft genannt. Der Co-Trainer erwarb gemeinsam mit Barez im Frühjahr die Fußballlehrerlizenz. Hajou könnte also auch gleich selbst zum „Chef“ werden. Auch die Namen von André Pawlak (Co-Trainer 1. FC Köln) oder Dirk Lottner (zuletzt 1. FC Saarbrücken) fielen in der Kandidatenkür.

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