Fußball: 3. Liga
Preußen-Aufsichtsrat Roth tritt aus dem Hintergrund heraus

Münster -

Wilfried Roth ist einer von drei Neuen im Aufsichtsrat von Preußen Münster. Seinen Posten tritt er allerdings nicht ohne Hintergrundwissen an. Denn schon in den vergangenen Jahren arbeitete er gerade an den Stadionplanungen intensiv mit.

Montag, 13.01.2020, 17:34 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 14:34 Uhr
Wilfried Roth punktete bei der Mitgliederversammlung nicht nur, weil er früher selbst das Preußen-Trikot trug, sondern auch mit einer sympathischen Präsentation.
Wilfried Roth punktete bei der Mitgliederversammlung nicht nur, weil er früher selbst das Preußen-Trikot trug, sondern auch mit einer sympathischen Präsentation. Foto: Sebastian Sanders

Die eine Hälfte des Preußen-Aufsichtsrats freute sich am Sonntag über die Wiederwahl, die andere über den erstmaligen Zuschlag. Ein echter Newcomer war aber nur Thomas Pfeifer (32). Denn während Dr. Bernward Maasjost vor über zehn Jahren schon mal in den Clubvorstand berufen worden war, ist auch Wilfried Roth in den vergangenen Jahren immer näher an die Führungszirkel des SCP herangerückt. Mit Gremienchef Frank Westermann ist der 67-Jährige schon lange befreundet. Gerade in puncto Stadionpläne war er daher zuletzt bereits beratend im Hintergrund tätig.

„In viele Dinge bin ich involviert. Als klar war, dass sich drei Mitglieder nicht erneut aufstellen lassen, habe ich mich entschieden, für ein offizielles Amt zu kandidieren“, sagt Roth. Der Unternehmer aus Greven möchte künftig einige berufliche Aufgaben delegieren. „Ich denke, dass ich etwas mehr Zeit haben werde“, so der Immobilienmakler. Er sieht seine Stärken im Vertrieb, im Marketing – „aber etwas Fußballsachverstand bringe ich auch mit“, sagt er. Kein Wunder, Anfang der 70er-Jahre stand er bei den Preußen an der Schwelle zum Profi. „Als Torhüter fehlte mir etwas Größe, dafür habe ich jetzt ein wenig in der Breite zugelegt“, sagte Roth bei seiner Vorstellung auf der Jahreshauptversammlung am Sonntag und erntete gleich Sympathien mit der Prise Selbstironie. Später war der B-Lizenz-Inhaber auch als Spielertrainer für den SC Sprakel und die SG Telgte aktiv. „Ich denke, wir haben auch gute Kontakte in der Szene“, sagt er. „Aber es wäre natürlich nicht schlecht, wenn wir noch weitere sportliche Kompetenz dazugewinnen könnten.“

Mit Entschlossenheit und Tatendrang stellt sich der FDP-Lokalpolitiker, der 84 Prozent Ja-Stimmen und damit nach Westermann die meisten erhalten hatte, nun der neuen Aufgabe. „Ich werde einiges investieren, bin sogar schon etwas aufgeregt. Das Spielfeld, das wir beackern müssen, ist sehr groß. Unter den Aufsichtsratsmitgliedern werden wir uns in vielen Dingen aufteilen.“ Sein Neu-Kollege Pfeifer „wird uns sehr gut tun“, zu Ex-Mitglied Walther Seinsch bestehe weiter „intensiver Kontakt, wenn wir Rat brauchen“. Auf die Zusammenarbeit mit allen Führungskräften freue er sich „außerordentlich“. Klar ist bei einem Fußballclub aber auch: Alles hängt am sportlichen Erfolg. „Der Klassenerhalt würde für uns Vieles einfacher machen“, sagt Roth, der auch die kritischen Stimmen am Sonntag normal fand. „Es war eine sehr sachliche Sitzung. Dass Leute mit Platz 19 unzufrieden sind, gehört ja dazu.“

  • Am Montagnachmittag bereits konstituierte sich der neue Aufsichtsrat. Westermann blieb Vorsitzender, Jürgen Becker Stellvertreter.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7191322?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F
Nachrichten-Ticker