Fußball: Testspiel
Preußen-Deckung behält gegen Verl den Durchblick

Harsewinkel -

Auch das zweite Testspiel dieses Winters hat Preußen Münster gewonnen. Der Vorletzte der Drittliga-Tabelle besiegte den SC Verl, immerhin ein ernsthafter Aufstiegskandidat in der Regionalliga, in Marienfeld mit 2:0. Besondere Aufmerksamkeit galt erneut der Deckungsarbeit.

Freitag, 17.01.2020, 18:26 Uhr aktualisiert: 19.01.2020, 13:12 Uhr
Jan Löhmannsröben dirigierte die SCP-Abwehr selbstsicher, hier krallt er sich Verls erfahrensten Spieler: Zlatko Janjic (l.).
Jan Löhmannsröben dirigierte die SCP-Abwehr selbstsicher, hier krallt er sich Verls erfahrensten Spieler: Zlatko Janjic (l.). Foto: Jürgen Peperhowe

Wer der Chef im Abwehr-Ring ist, lässt sich nicht mehr leugnen. Die Kommandos, das Pushen der Kollegen, die Anweisungen – all das liegt nach wenigen Wochen in den Händen von Jan Löhmannsröben. Die bisher einzige Winter-Verpflichtung der Preußen hat zentral in der Dreierkette die Fäden in der Hand. Nicht nur als Abwehrtaktgeber, sondern auch als Wortführer. „Er spricht viel. Und es tut ihm gut, dass er das Spiel vor sich hat“, sagte Trainer Sascha Hildmann nach dem 2:0 (1:0) im Test gegen den SC Verl. „Seine Gestik und seine lauten Ansagen helfen sehr.“ Neben ihm haben womöglich auch Simon Scherder und Okan Erdogan an Sicherheit gewonnen. Das Lob, das der Neu-Coach schon an der Seitenlinie an den 28-Jährigen verteilte, erneuerte er nach Abpfiff. Die Deckung stand ziemlich gut am Freitagnachmittag. Auch Löhmannsröbens Verdienst.

Von Anfang an hat Hildmann keinen Zweifel dran gelassen, wo er ansetzt. „Oberstes Ziel war es, zu null zu spielen. Dass wir erst spät Zugriff suchen, nicht zu früh, war so gewollt.“ Verl, immerhin ein Titelkandidat der Regionalliga West, hatte in den ersten zehn Minuten ein Übergewicht und Chancen durch Nico Hecker (8.) und Yannick Langesberg (10.). „Bis auf diese Phase war die erste Hälfte okay. Nach dem Seitenwechsel haben wir nichts mehr zugelassen“, so Hildmann. Auftrag erfüllt. „So kann es auch in Jena laufen.“ Ein 2:0 im Schlüsselspiel beim Schlusslicht in einer Woche – wer würde da Nein sagen?

Drei Fragen an Alexander Rossipal

Breit grinsend stapfte Alexander Rossipal vom lädierten Rasen in Marienfeld. Nicht nur sein Tor hatte die gute Laune verursacht.Wo lernt ein Abwehrspieler denn solche Freistöße wie das 2:0? Rossipal: Es war eine super Position für einen Linksfuß. Da lässt sich beides machen. Über die Mauer oder ins Torwart­eck. Gerade vor den Spielen übe ich solche Schüsse immer wieder. Sie hatten Fußprobleme.Sind die ausgestanden? Rossipal: Ja, ich bin super happy. Ich habe gar keine Schmerzen mehr. Seit Mittwoch bin ich im Training, und es ist alles wieder gut. Ich habe zwar zehn Tage verpasst, aber hatte im Vorfeld meine Läufe gemacht. Und eine Woche ist ja noch Zeit.Sehen wir Sie eher als Außenverteidiger oder halblinks in der Kette? Rossipal: Ich habe hier ja beides schon gespielt. Nach den Eindrücken im Training aber eher innen.

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Die Preußen sind auf einem soliden Weg. Selbst als eine Wolkendecke kurz vor der Halbzeit auf dem Trainingsplatz des Hotels Klosterpforte in Marienfeld für einen temporären Einbruch der Dunkelheit sorgte, behielt der Drittligist den Durchblick. Da stand es schon 1:0, weil Kevin Rodrigues Pires nach Anspiel von Seref Özcan die Kugel aus der Distanz sehenswert im langen Eck versenkt hatte (14.). Es war zwar eine von nur ganz seltenen Angriffsszenen, doch darauf haben sich die Stürmer offenbar eingelassen. „Vorne oder hinten – eins von beiden leidet natürlich. Wo wir nach 40 Gegentoren in der Hinserie anpacken, dürfte klar sein“, sagt Hildmann. „In der Spitze haben wir dann vielleicht nicht mehr zehn, sondern nur zwei Szenen. Aber wenn eine davon sitzt, sind wir ein Stück weiter.“

In Ostwestfalen ging diese Rechnung auf. Auch weil Alexander Rossipal einen von Maurice Litka rausgeholten Freistoß an der Strafraumkante fast mit dem Schlusspfiff neben dem Ex-Preußen Luis Klante versenkte (90.). Ja, der Gegner – trainiert von einem ehemaligen SCP-Kapitän (Guerino Capretti) – näherte sich über Ron Schallenberg (35.) oder den Münsteraner Philip Semlits (81.) ab und an. Zwingend war da aber wenig. „Wir haben noch zu viele Bälle verloren, vielleicht war auch etwas Müdigkeit dabei“, so Hildmann. „Aber Verl hat auch eine gute Mannschaft.“ Vielleicht die Kragenweite von Jena.SCP:Schulze Niehues – Scherder (69. Frenkert), Löhmannsröben (69. Hoffmeier), Erdogan (69. Rossipal) – Schauerte (69. Tezel), Wagner (46. Brandenburger), Rodrigues Pires (64. Klann), Hoffmann (69. Heidemann) – Cueto (64. Remberg), Mörschel (46. Litka), Özcan (64. Schnellbacher)

  • SCP-Ersatzkeeper Oliver Schnitzler hat sich im Training einen Bänderanriss im Knöchel zugezogen und pausiert für einige Tage.
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