Fußball: 3. Liga bleibt zunächst im Wartestand
Mehrheitsvotum wirft Fragen auf

Münster -

Richtig voran gekommen sind die 20 Fußball-Drittligisten nicht. Zwar gab es ein 10:8 der Vereinsvertreter für eine Saison-Fortsetzung, doch Beschlusskraft hat diese Abstimmung nicht. SCP-Sportchef Malte Metzelder bleibt derweil bei seiner harten Linie und fordert einen Saisonabbruch.

Dienstag, 28.04.2020, 16:34 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 16:32 Uhr
Nicht wirklich schlauer nach der nächsten Marathon-Sitzung der 3. Liga: SCP-Sportchef Malte Metzelder
Nicht wirklich schlauer nach der nächsten Marathon-Sitzung der 3. Liga: SCP-Sportchef Malte Metzelder Foto: Jürgen Peperhowe

Knapp vier Stunden tagten am Dienstagnachmittag die Verantwortlichen der 20 Drittligavereine in einer bundesweiten Videoschalte und durften anschließend schriftlich im Protokoll festhalten, was auch schon vor dem Beginn des Austausches Stand der Dinge war. „Alle haben sich geäußert“, sagt Münsters Mann am Bildschirm, um am Ende festzustellen, dass nach wie vor alle Hände gebunden und die Füße gefesselt sind. „Wir haben das aktuell nicht in der Hand“, so Preußen Münsters Geschäftsführer Malte Metzelder, der weiter auf die Entscheidungen aus der Politik und die Vorgaben der Stadt warten muss.

Knappe Mehrheit

Allemal bleibt die knappe Mehrheit der 20 Clubs dabei, die aktuelle Spielzeit nach dem Vorbild und dann auch nach den Richtlinien der Bundesligen zu Ende spielen zu wollen. Eine der acht Gegenstimmen kommt aus Münster: „Ich bin nicht überrascht über das Ergebnis. Aber wir haben unsere Meinung noch einmal deutlich gemacht“, so Metzelder, der mit den abstiegsgefährdeten Preußen naturgemäß von einem Abbruch ohne Wertung profitieren würde, aber auch andere Gründe für einen Abbruch ins Feld führte. „Fest steht, dass diese Spielzeit dann über den 30. Juni hinausgehen würde. Ich bin nicht sicher, ob sich alle Beteiligten bewusst machen, welche arbeits- und vertragsrechtlichen Probleme dann auf Spieler und Vereine zukommen.“

Wettbewerbsverzerrung?

Allemal liegt dem Dachverband jetzt das erneuerte Mehrheitsvotum für eine Saisonfortsetzung vor, konkrete Arbeitsaufgaben lassen sich für die Clubs daraus nicht ableiten. In Münster wie bei vielen, aber eben nicht allen Mitbewerbern bleiben Trainer und Spieler in Kurzarbeit, weil an ihren Dienstorten schlichtweg kein Training erlaubt ist. „Und wenn es weitergeht, muss sichergestellt werden, dass alle Teams in Wettbewerbsverfassung sind – also die gleiche Vorbereitung absolviert haben, sonst ist definitiv keine Chancengleichheit gegeben“, stellt Metzelder klar.

Fraglich bleibt, ob die Sonderrechte, die die Entscheider möglicherweise den Erstligisten einräumen, dann auch für Liga 3 gültig sind. Allemal würden etwa 12 000 zusätzliche Corona-Tests anfallen, deren Verfügbarkeit unklar ist, deren Kosten dann aber über den Solidarfonds der vier deutschen Champions-League-Teilnehmer abgedeckt seien. Der 7,5-Millionen-Euro schwere Topf würde allerdings nur im Falle der Saisonfortsetzung abgerufen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7388095?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F
Nachrichten-Ticker