Fußball: 3. Liga
Preußen-Doc Müller-Rensmann wird doch Hygienebeauftragter

Münster -

Die Entscheidung ist gefallen. Am 31. Mai legt Preußen Münster gegen den eigenen Willen wieder los. Machtlos gegenüber dem DFB, aber immerhin nun mit einem Hygienebeauftragten aus den eigenen Reihen. Dr. Cornelius Müller-Rensmann springt nolens volens ein.

Freitag, 22.05.2020, 15:06 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 18:24 Uhr
Pflegestufe 1: Teamarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann (rechts) – hier bei Jeron Al-Hazaimeh – ist immer schnell am Mann.
Pflegestufe 1: Teamarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann (rechts) – hier bei Jeron Al-Hazaimeh – ist immer schnell am Mann. Foto: Jürgen Peperhowe

„Nein“, sagt Bernd Niewöhner kurz und knapp, klipp und klar. Nein, am 31. Mai wird der SC Preußen Münster aus seiner Sicht nicht wettbewerbstauglich in eine mögliche erste Partie nach dem Re-Start der 3. Liga gehen können. Warum? Weil das Zeitfenster noch knapper, noch enger geworden ist für den Fußball-Drittligisten. Das sagte Niewöhner am Mittwoch. Zumindest 24 Stunden haben der Club und sein kaufmännischer Geschäftsführer nun gewonnen – und das ist nur ironisch gemeint.

Denn dann kam der Vatertag, und in der Mittagszeit verkündete der DFB kategorisch: Die Saison in der 3. Liga wird am Pfingstwochenende mit dem 28. Spieltag fortgesetzt, der SC Preußen startet sonntags und damit am 31. Mai mit dem Heimspiel gegen den Halleschen FC. Drei Tage später geht es, an einem Mittwoch, für die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann zum FC Bayern München II. Am 4. Juli soll der letzte und 38. Spieltag ausgetragen werden, bis dahin stehen für die Drittligisten ausschließlich kräftezehrende englische Wochen auf dem Program

Zwei Verletzte

Samstag nimmt das Geschehen bei den Preußen noch mehr Fahrt auf. Die erste Testreihe steht auf dem Programm, das Mannschaftstraining ist dann für die Spieler von Trainer Sascha Hildmann nicht mehr fern. Aber der Coach des Fußball-Drittligisten ist trotz der schwierigen Gesamtlage positiv gestimmt, weil: „Die Jungs machen einen frischen Eindruck. Man merkt, dass jeder etwas in der Pause getan hat.“ Aktuell übt sich der SCP in Kleingruppen, und auch dem kann Hildmann etwas abgewinnen, denn: „Das ist spannend, und man baut zu den Spielern eine noch engere Bindung auf.“ Aber auch das stellt Hildmann fest: „Taktisch kann man nur wenig machen.“ Es gibt auch Verletzungssorgen. Jannik Borgmann fällt erneut mit einer Zehblessur aus. Und Philipp Hoffmann hat Achillessehnenbeschwerden. Hildmann: „Wir planen die nächste Woche so, wie wenn wir in das Mannschaftstraining einsteigen würden.“

...

Dabei waren bei den Preußen zum Zeitpunkt der Verkündigung des Re-Starts zentrale Fragen unbeantwortet. Zumindest eine wurde geklärt, weil Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann den Job des Hygienebeauftragten übernahm. Das ist für den Orthopäden dabei ein beruflicher Gewaltakt.

Erhebliche Risiken

Mitte Mai hatte der approbierte Arzt, was für die Ausübung des Jobs als Hygienebeauftragter eine zwingende Voraussetzung ist, in einem Gespräch mit unterer Zeitung auf die schwierige Gesamtgemengelage hingewiesen. „Die Stelle als Hygienebeauftragter ist für mich mit erheblichen Risiken verbunden, doch wir mussten nun schnell eine tragfähige Lösung finden“, sagte Müller-Rensmann, der den Adlerclub bereits seit 20 Jahren medizinisch betreut. Er betreibt selbst eine orthopädische Praxis, hat einen wichtigen Versorgungsauftrag und große Verantwortung gegenüber seinen Patienten und Angestellten. Nun zieht er seinen Sommerurlaub vor, auch seine Praxismitarbeiter gehen den unorthodoxen Schritt mit. Müller-Rensmann betont zudem, aufgrund des dichten Programm, die hohe Verletzungsgefahr. Da braut sich was zusammen.

Der Re-Start in Zahlen
  • Null Verständnis hat Felix Magath, eine Art Chefberater der Würzburger Kickers, dass der Re-Start der 3. Liga am 26. Mai verschoben wurde.
  • Einen Hygienebeauftragten hat der SCP jetzt mit Dr. Cornelius Müller-Rensmann.
  • Einskommafünf Millionen Euro Verlust macht ein Drittligist durchschnittlich Schulden in einer Saison – gerechnet vor der Corona-Krise.
  • Drei Corona-Verdachtsfälle gab es beim 1. FC Kaiserslautern – alles falscher Alarm. Quarantäne am Donnerstag beendet.
  • Sieben Vereine befanden sich vor dem Feiertag noch im Kleingruppentraining, auch der SCP. Neun Spieler des SC Preußen (Schnitzler, Scherder, Steurer, Rossipal, Heidemann, Rodrigues Pires, Löhmannsröben, Hoffmann, Königs) haben Verträge, die am 30. Juni enden.
  • 13 Clubs übten bereits im Modus eines Mannschaftstrainings, Chemnitz war der letzte Verein in dieser Reihe bislang.
  • 17 Spieler des SCP haben Kontrakte über das Saisonende hinaus.
  • 24 oder gar 25 Vereine könnte die 3. Liga in der nächsten Saison umfassen, wenn alle Drittligisten in der Spielklasse blieben und fünf Regionalligisten hoch rücken. Das ist ein Abbruchszenario.
  • 36 Vereine würde eine zweigleisige 3. Liga 2020/21 umfassen.
  • 75 Tage war der SCP seit dem 9. März ohne Mannschaftstraining am Freitag, das Jubiläum wurde nicht gefeiert.
...

Doch kann Münster nun auch endlich die notwendige erste und dann 48 Stunden später die zweite Testreihe bei den Spielern und dem Stab durchführen. Möglicherweise am Samstag und Montag geht das vonstatten, fünf bis sechs Stunden nach einem Test liegen die Ergebnisse vor. Wenn ein Labor mitspielt.

Warten auf grünes Licht

Erst dann dürfen die Preußen, sofern die Testreihen mit entsprechenden Ergebnissen vorliegen und damit die vorgeschriebenen Standards erfüllt sind, ins Mannschaftstraining einsteigen. Der DFB erteilt dann grünes Licht. Zudem sollte der Club auch eigentlich am Sonntag in das siebentägige Quarantäne-Trainingslager gehen. In der Wochenmitte gab es diesen Ort noch nicht.

In der Sportschule Kaiserau lagen Anfragen vor, aber nicht vom SCP. Dass sich die Stadt gegen die Austragung des Spiels am 31. Mai stellt, ist eher unwahrscheinlich. Die klare Meinung aus dem Krisenstab hat aber weiter Bestand: Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Münster gefällt keinem so richtig.

Hildmann lobt Fitness des SCP

Am Samstag (23. Mai) nimmt das Geschehen bei den Preußen noch mehr Fahrt auf. Die erste Testreihe steht auf dem Programm, das Mannschaftstraining ist dann für die Spieler von Trainer Sascha Hildmann nicht mehr fern. Aber der Coach des Fußball-Drittligisten ist trotz der schwierigen Gesamtlage positiv gestimmt, weil: „Diwe Jungs machen einen frischen Eindruck. Man merkt, dass jeder etwas in der Pause getan hat.“ Aktuell übt sich der SCP in Kleingruppen, und auch dem kann Hildmann etwas abgewinnen, denn: „Das ist spannend, und man baut zu den Spielern eine noch engere Bindung auf.“ Aber auch das stellt Hildmann fest: „Taktisch kann man nur wenig machen.“

Es gibt auch Verletzungssorgen. Jannik Borgmann fällt erneut mit einer Zehverletzung aus. Auch Philipp Hoffmann hat Achillessehnen-Beschwerden. Hildmann: „Wir planen die nächste Woche so, wie wenn wir in das Mannschaftstraining einsteigen würden.“

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7419748?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F
Nachrichten-Ticker