Fußball: 3. Liga
Bittere 2:3-Niederlage von Preußen Münster beim FC Bayern München

München -

Es hat nicht sollen sein: Der SC Preußen zeigte eine starke Leistung bei seinem Gastspiel an der Grünwalder Straße – und musste doch am Ende mit 2:3 gegen die Reserve des FC Bayern München den Kürzeren ziehen.

Mittwoch, 03.06.2020, 22:18 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 06:48 Uhr
Die späte Entscheidung: Kwasi Okyere Wriedt (links) überwindet in der 89. Minute SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues zum 3:2-Endstand.
Die späte Entscheidung: Kwasi Okyere Wriedt (links) überwindet in der 89. Minute SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues zum 3:2-Endstand. Foto: Bernd Feil

Die Form stimmt, der absolute Wille ist sowieso da. Doch Zählbares brachte Preußen Münster von der Grünwalder Straße nicht mit. Ein ganz später Gegentreffer besiegelte die unglückliche, wenn auch letzten Endes nicht unverdiente 2:3 (2:2)-Niederlage beim weiter besten Rückrundenteam Bayern München II.

„Wir haben uns sehr gut verkauft, hätten aufgrund unseres Laufpensums einen Punkt verdient gehabt, auch wenn wir wussten, dass diese U 23 unfassbar spielstark ist“, sagte Trainer Sascha Hildmann. Die Hausherren hatten die meisten ihrer namhaften Akteure wie Fiete Arp oder Keeper Christian Früchtl dabei. Sie alle schauten aber völlig verdutzt drein, als es nach nicht mal 15 Sekunden plötzlich 1:0 für Münster stand.

Ja, richtig gelesen! Luca Schnellbacher ließ den Ball eigentlich recht harmlos 25 Meter vor dem Kasten zu Heinz Mörschel abtropfen. Der hatte offenbar wenig Lust auf Vorgeplänkel sowie Abtasten und nagelte die Kugel einfach mal Richtung Kasten, wo er im kurzen Eck neben Früchtl einschlug (1.). „Ein Riesenstart“, so Hildmann.

29. Spieltag - Saison 2019/20: Bayern München 2 - Preußen Münster

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  • Am 29. Spieltag der 3. Liga gastierte der SC Preußen Münster beim FC Bayern 2.

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  • Während die Münsteraner im Abstiegskampf stecken, stehen die Münchener im oberen Tabellenviertel. 

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  • Das Spiel begann überaus gut für den SCP: Bereits in der ersten Spielminute gingen die Münsteraner durch einen Treffer von Mörschel in Führung.

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  • Was für ein gelungener Auftakt für den SCP!

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  • ...denn in einem offenen Schlagabtausch glichen die Münchener schon in der 4. Minute aus.

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  • Die Bayern spielten weiter nach vorn und gingen ihrerseits in der 18. Minute mit 2:1 in Führung.

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  • Doch der SCP steckte nicht auf...

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  • Angetrieben von Trainer Sascha Hildmann gelang dem SCP in der 37. Minute der 2:2-Ausgleich.

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  • Mit dem Remis ging es in die Pause.

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  • Im zweiten Spielabschnitt musste sich Preußen Münster stark zur Wehr setzen...

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  • ...denn die Hausherren war klar spielbestimmend.

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  • Kwasi Okyere Wriedt erzielte schließlich den 3:2-Siegtreffer für den FC Bayern 2.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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Doch die Freude währte nicht lang. München war so gar nicht geschockt. Derrick Köhn durfte ungehindert von links flanken, im Zentrum war Kwasi Okyere Wriedt vor Simon Scherder am Ball und spitzelte ihn aus kurzer Distanz ins Netz (4.). „Das ging viel zu schnell, da haben wir in der Mitte nicht aufgepasst“, so Münsters Coach. Fortan gaben die Bayern den Takt an, sie drückten früh, doppelten, ließen wenig Entfaltung zu. Fast zwangsläufig kamen die Gastgeber in die gefährliche Zone, wo Lucas Cueto in höchster Not an der Strafraumgrenze Oliver Batista Meier zu Fall brachte. Der Gefoulte trat selbst an und versenkte zentral das Leder zum 2:1 im Kasten (18.).

Litka wünscht sich mehr Mut

Mit einer klaffenden Platzwunde musste Simon Scherder nach 72 Minuten vom Platz, Kwasi Okyere Wriedt hatte ihn versehentlich per Fuß getroffen. „Wird schon gehen“, sagte er mit Blick auf Sonntag (13 Uhr Heimspiel gegen Unterhaching). Das späte 2:3 schmerzte mehr. „Wir waren in der ersten Hälfte auf Augenhöhe, haben gut dagegen gehalten und sind nach dem Rückstand mit dem 2:2 super zurückgekommen.“

Etwas Selbstkritik übte er aber auch: „Nach der Pause waren wir vielleicht etwas zu defensiv. Da hätten wir mutiger sein müssen.“ Sein Kollege Maurice Litka stimmte zu: „Halbzeit eins war sehr gut. Nach der frühen Führung haben wir aber das 1:1 zu schnell bekommen. Ein Freistoßgegentor kann immer passieren.“ Auch er bemängelte den später oftmals fehlenden Mut.

...

Der SCP musste nun wieder selbst aktiver werden, tat das einigermaßen gefällig und hatte durch Schnellbacher, der nach einer Ecke von Kevin Rodrigues Pires völlig frei zum Kopfball kam, die Riesenchance zum Ausgleich, er platzierte das Spielgerät aber in Früchtls Armen (27.). Auch einen zweiten Versuch des Stürmers per Kopf pflückte der Nachwuchstorhüter (35.). Besser machte es Cueto. Eine Halbfeld-Flanke von Julian Schauerte nahm er mit der Brust im Sechzehner an und verwandelte überaus sehenswert im Fallen zum 2:2 (38.). Irgendwie hatten sich die Adler gegen diesen technisch und physisch so starken Aufsteiger zurückgefightet. „Mit Aufwand und Leidenschaft“, so Hildmann.

Später Knockout

Mit dem Wiederanpfiff gerieten die Gäste dann aber doch wieder mächtig unter Druck, wehrten sich aber mit Händen und Füßen. Sarpreet Singh feuerte einen gefährlichen Schuss ab (52.), ansonsten hielt die Deckung erst mal. Das Tempo des ersten Durchgangs, das die Gastgeber vorgelegt hatten und die Münsteraner mitgingen, war nicht mehr ganz so hoch.

Doch in der Endphase zog der Neuling noch mal an. Woo Yeong Jeong tauchte völlig frei vor Keeper Max Schulze Niehues auf, nachdem Maximilian Welzmüller geflankt hatte (76.), ebenso Singh (82.) und Wriedt (86.). Jeweils rettete der Keeper in höchster Not. Doch als Wriedt nach einem Welzmüller-Pass zwei Minuten vor Schluss allein vor ihm auftauchte, blieb er machtlos. Der späte und bittere Knockout, das 3:2 (89.). Das war’s. „Der Druck wurde größer“, sagte Hildmann. „Doch wir sind weiter auf dem richtigen Weg.“

Kniefall gegen Rassismus

Ein starkes Zeichen setzten beide Mannschaften gemeinsam vor dem Anpfiff. Die übliche Runde am Mittelkreis kurz vor Spielbeginn, die derzeit verbunden ist mit einer Schweigeminute für die Opfer der Corona-Pandemie, verbrachten die 22 Spieler kniend. Damit setzten sie zugleich ein Zeichen gegen Rassismus. Die Initiative hierfür ging von den Bayern aus, die Preußen zögerten nicht lange und schlossen sich an.

Die Geste geht auf den amerikanischen Football-Profi Colin Kaepernick zurück, der schon vor über vier Jahren so in der NFL gegen Fremdenfeindlichkeit protestierte. Zuletzt hatten auf diese Weise bereits einige Bundesliga-Profis ihre Solidarität mit George Floyd gezeigt, der vor eineinhalb Wochen in den USA durch Polizeigewalt zu Tode kam.

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