Fußball: 3. Liga
Nur 75 Stunden bis zum Gastspiel beim Chemnitzer FC

Münster -

Fußball-Drittligist SC Preußen Münster hat zwei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg liegen gelassen. Am Samstag im Duell mit dem Aufstiegsaspiranten FC Ingolstadt kam das Team von Trainer Sascha Hildmann nicht über ein 0:0 hinaus. Luca Schnellbacher vergab nach 60 Minuten die beste Möglichkeit der Platzherren, als er aus kurzer Entfernung an FCI-Tormann Fabijan Buntic scheiterte.

Sonntag, 14.06.2020, 19:20 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 21:06 Uhr
Nicht ganz zufrieden, nicht wirklich unglücklich: Ingolstadts Fatih Kaya (oben links, von links), Jan Löhmannsröben und Oliver Steurer nach Abpfiff. Philipp Hoffmann musste verletzt raus. Luca Schnellbacher (Bild unten links, 3.v.r.) vergab in der 60. Minuten die beste Chance der Partie im Fünfmeterraum zum Sieg. Münsters Max Schulze Niehues war im Preußen-Tor ein sicherer Rückhalt.
Luca Schnellbacher vergab in der 60. Minuten die beste Chance der Partie im Fünfmeterraum zum Sieg. Foto: Jürgen Peperhowe

Knappe 75 Stunden bleiben dem SC Preußen zwischen dem Abpfiff der Partie gegen den FC Ingolstadt und dem Anpfiff des Kellerkinder-Krimis beim Chemnitzer FC. Dort in Sachsen geht es am Dienstag um mehr als nur Punkte, der Verlierer wird ganz schön bedröppelt aus der Wäsche schauen, der Sieger mit einem Brustpanzer wie einst Conan der Barbar durch die dann noch fünf ausstehenden Spieltage posen.

Dabei ist nach dem 0:0 gegen Ingolstadt, ein Ergebnis, mit dem vor einigen Monaten praktisch jeder Preußen-Anhänger mehr als zufrieden gewesen wäre, keine Entscheidung gefallen. Auch am Dienstag steigt der SCP nicht ab aus der 3. Liga, er wird andererseits auch nicht den Ligaerhalt schaffen können. Es dürfte sich dennoch um einen Meilenstein handeln, wenn die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann den Trend der letzten Wochen fortsetzen würde, punkten oder gar gewinnen würde in Chemnitz. Der Trend spricht nicht gegen den SCP, acht von 15 möglichen Zählern in der Re-Start-Ära holte Münster. Der CFC dagegen verlor die letzten vier Partien in Serie.

Schnellbacher vergibt

Es hätte sogar ein Duell auf Augenhöhe sein können, denn für den SCP gab es die eine unfassbar große Chance zum Sieg in einer intensiven und gleichermaßen zähen Partie gegen den Zweitliga-Absteiger aus Bayern. Hätte Luca Schnellbacher nach 60 Minuten zum 1:0 getroffen, dann wäre der FCI möglicherweise eingeknickt in Münster, und Hildmanns Schützlinge hätten eigenhändig den Punktestand auf 37 Zähler gestellt. Hätte, hätte, Fahrradkette. So bleibt der SCP „nur“ auf Schlagdistanz zu Chemnitz, aber auch zu den strauchelnden Kölnern der Viktoria. Trainer Pavel Dotchev, vor der Corona-Pause noch mit einem glücklichen 2:1-Erfolg über Münster, scheinbar schon weit enteilt den Abstiegsrängen, hängt nach drei Niederlagen in Serie wieder mittendrin im größtmöglichen Schlamassel der 3. Liga.

Starke Torhüter

Münster gegen Ingolstadt nahm erst nach der Pause richtig Fahrt auf, als sich die Preußen mehr zutrauten. Direkt nach Wiederanpfiff hatte Kevin Rodrigues Pires die Führung „auf dem Schlappen“ aus 20 Metern. Knapp 20 Minuten später glaubte Schnellbacher selbst wohl nicht, dass er vier Meter vor dem Ingolstädter Tor alle Freiheiten mit Ball besaß. Sein unplatzierter Abschluss wurde von Fabijan Buntic sensationell geklärt. Zwei Topchancen – das muss in Zeiten wie diesen eigentlich genügen. „Das Ding nehme ich auf meine Kappe. Ich kann den Ball überall ins Tor schießen“, sagte Schnellbacher und schüttelte den Kopf, weil er die denkbar schlechteste Möglichkeit gewählt hatte. Seine ansonsten ordentliche Leistung als Alleinunterhalter im Preußen-Angriff rutschte damit in eine echte Schieflage.

32. Spieltag, Saison 2019/20: SC Preußen Münster – FC Ingolstadt

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  • Preußens Niklas Heidemann springt am höchsten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Coach Sascha Hildmann begrüßt Ingolstadts Trainer Thomas Oral.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann muss nach einer Verletzung zunächst behandelt und dann ausgewechselt werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jan Löhmannsröben zieht im Kopfball-Duell den Kürzeren gegen Dennis Eckert Ayensa.

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  • Am Boden: Seref Özcan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luftkampf um den Ball: Luca Schnellbacher gegen Robin Krauße.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus dem Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Nun gut, die Preußen verneigten sich derweil vor Schlussmann Max Schulze Niehues. Der Routinier, ein SCP-Urgestein, ist in der Endphase der Saison eine Art Lebensversicherung. Die Rettungstat gegen Stefan Kutschke (55.) war schon ausgezeichnet, acht Minuten vor dem Ende tauchte er bei einem Abschluss von Fatih Kaya schneller als jeder Apnoetaucher ohne Atemzug auf den Grund des Rasens ab – und hielt die Null.

Respekt von Tomas Oral

Ingolstadts Trainer Tomas Oral zollte dem Drittletzten Respekt, hatte beim SCP die besseren Chancen gesehen, trotzdem für sich das 0:0 „als gerecht“ interpretiert. Wobei es um Gerechtigkeit nicht geht. Nicht im Profifußball der Gegenwart, in Geisterspielen, wo die Grenzen zwischen Topteams und potenziellen Absteigern immer mehr verschwimmen, wo nur noch das Spiel zählt, wo Heimvorteil praktisch keine Rolle mehr bedeutet.

Nun gibt es nur noch wichtige Spiele.

SCP-Trainer Sascha Hildmann

„Welche Bedeutung das Spiel in Chemnitz hat?“ Hildmann nahm sich Zeit, wiederholte die letzte Frage des Tages und sagte: „Jedes Spiel hat eine große Bedeutung. Chemnitz ist ein direkter Gegner, das wissen wir. Schon als wir bei meinem ersten Spiel nach Jena gefahren sind, sagten alle, das ist so wichtig. Nun gibt es nur noch wichtige Spiele.“ Ist so.

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