Fußball: 3. Liga
Der Urlaub ist (so) weit weg - Preußen Münster gastiert in Mannheim

Münster -

Das Saisonende rückt näher – und ist doch noch gefühlt so weit weg. Mannheim, Meppen, Magdeburg, das ist Preußen Münsters schicksalsbehaftete Alliteration in den nächsten acht Tagen. Am Samstag geht es erst mal zum Aufsteiger aus Baden Württemberg.

Freitag, 26.06.2020, 14:56 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 15:26 Uhr
Julian Schauerte herzt Doppelpacker Heinz Mörschel. Münsters Kapitän fehlt gelbgesperrt in Mannheim.
Julian Schauerte herzt Doppelpacker Heinz Mörschel. Münsters Kapitän fehlt gelbgesperrt in Mannheim. Foto: Jürgen Peperhowe

Technik. Wenn sie streikt, ist die Not mitunter groß. Das visuelle Bild bei der virtuellen Pressekonferenz der Preußen: einwandfrei. Trainer Sascha Hildmann plaudert drauflos, beantwortet vor dem nächsten Duell finalen Charakters bei Waldhof Mannheim (Samstag, 14 Uhr) artig die Fragen der zugeschalteten Medienkollegen. So weit, so schlecht – wenn der Ton kapituliert. „Web-Browser nicht kompatibel“, meckert der PC. Bis die Nachricht aufploppt, hat sich der digitale Raum geleert. Spitze! Und nun? Folgt der Griff zum Telefonhörer. Klassisch.

Was für ein Finale am Mittwoch. Nach dem Last-Minute-Siegtreffer vom Punkt aus pflanzte sich der dreitagebärtige Mann aus der Pfalz samt grauem Preußen-Käppi erst mal auf die Trainerbank. Der eng getaktete Spielplan, die weiten Reisen, die spärliche Zeit der Regeneration – das geht an die Nieren. Oder, wie es Moderator Reinhold Beckmann einst treffend formulierte: „Liebe und Fußball – beides geht aufs Herz!“

Sicher: Wer on top bis weit in die Nachspielzeit hinein derart wie gegen den FSV Zwickau auf die Folter gespannt wird, der ist mindestens reif für eine Wellness-Session. Aber: „Erholen kann ich mich erst, wenn das alles vorbei ist“, sagt Hildmann. In diesen Worten schwingt große Anspannung mit. Mannheim, Meppen, Magdeburg – am 4. Juli endet die skurrile Saison mit dem Gastspiel in Sachsen-Anhalt. Drei Endspiele, die Münsters Trainer mit in seine Träume nimmt. Abschalten – nein. „Wir sind total fokussiert.“ Wenn auch nur eine simple Woche zwischen den letzten drei Partien in Liga drei liegen: Der Urlaub ist weit weg.

Kapitän muss Gelbsperre absitzen

Welch Segen, dass die Personalsorgen in diesen Zeiten überschaubar sind. Verletzungsbedingt fehlt neben dem Unglücksraben Jannik Borgmann allein Philipp Hoffmann (Kapselriss). Dafür muss Coach Hildmann seinen Kapitän wegen einer Gelbsperre in Münster zurücklassen. Julian Schauerte sah gegen Zwickau die fünfte Verwarnung und reicht die Binde an Max Schulze Niehues weiter. „Julian ist ein Musterprofi, der sich immer tadellos verhält, alles gibt. Er wird uns fehlen“, gibt der 48-Jährige zu. Ohne zu verraten, wer für seinen Führungsspieler in den Kader rutscht. Möglich, dass der erfahrene Ole Kittner eine Chance bekommt.

Aufsteiger Mannheim ist auf der Zielgeraden der Spielzeit noch mal ein echtes Pfund. Der Traditionsclub, der mit der Rückkehr in den Profifußball 16 Jahre Vergangenheit hinter sich gelassen hat und Nationalspieler wie Bernd und Karl-Heinz Förster, Jürgen Kohler oder Maurizio Gaudino groß gemacht hatte, hat nur drei Pünktchen Rückstand auf den Relegationsrang. „Die werden alles abfeuern, was sie haben“, ist sich Sascha Hildmann sicher. Egal, was kommt: Münster muss wieder liefern.

Mannschaftsaufstellung:

SC Preußen: Schulze Niehues – Scherder, Löhmannsröben, Steurer – Kittner, Rossipal – Wagner, Erdogan – Mörschel, Cueto, Schnellbacher

Liveticker von der Partie am Samstag ab 13 Uhr

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