Fußball: Regionalliga
0:2-Niederlage beendet Preußen Münsters Annäherungsversuche an die Tabellenspitze

Köln -

Der SC Preußen Münster hat die Chance verpasst, weiter an die Tabellenspitze heranzurücken. Das Team von Trainer Sascha Hildmann unterlag am Mittwochabend bei Fortuna Köln mit 0:2. Bitter, weil auch der BVB beim 1:2 gegen Rödinghausen erstmals Federn ließ.

Mittwoch, 25.11.2020, 21:20 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 21:34 Uhr
Enttäuschte Preußen:
Enttäuschte Preußen: Foto: Jürgen Peperhowe

Sascha Hildmann war mit der Gesamtsituation nicht so recht zufrieden. Gestik, Mimik und das gesprochene Wort ließen keine andere Deutung zu: Dieser Mittwochabend im Kölner Südstadion war so gar nicht nach dem Geschmack des Trainers von Preußen Münster. Die Leistung eines alten Bekannten als Spielleiter, die lautstarke Verbalschlacht mit Trainerkollege Alexander Ende und nicht zuletzt natürlich die frustrierende 0:2 (0:1)-Schlappe gegen Fortuna Köln ließen kaum Spielraum für positive Gedanken.

„Ach lasst mich doch in Ruhe“, verabschiedete sich Hildmann vom Platz, kurz bevor das Flutlicht abgedreht wurde, um dann widerwillig doch in der anschließenden Pressekonferenz Rede und Antwort zu stehen. Fest steht, die kleine Siegesserie der Preußen ist nach drei Erfolgen in Serie schon wieder gerissen, die zarten Annäherungsversuche an die Tabellenspitze trotz des ersten Stolperers von Borussia Dortmunds U 23 im Ansatz gestoppt.

Erfolgs-Elf beginnt für SCP

Preußen Münster ist bekanntlich ein Club mit Tradition, und so ließ sich Hildmann am Mittwoch auch gerne von bewährten Fußball-Weisheiten leiten. Am Mittwochabend lautete die: „Never change a winning Team.“ Folgerichtig sollten die elf Jungs, die am Wochenende Fortuna Düsseldorf II erfolgreich im Zaum gehalten hatten, das gleiche auch mit dem rheinischen Namensvetter aus Köln erledigen. Ein äußerst kompliziertes Unterfangen, wie sich bereits in der Anfangsphase zeigen sollte. „Heute haben einige Spieler leider nicht die Leistung wie gewohnt abrufen können“, sagte Hildmann im Nachgang.

Gastgeber Köln machte von der ersten Minute vom Hausrecht Gebrauch und setzte die Akzente. Durfte die erste Torannäherung von Francis Ubabuike (3.) noch als Warnschuss durchgehen, so machte Mittelstürmer Roman Prokoph nach 20 Minuten humorlos Ernst: Unbedrängt kam der Kölner im Preußenstrafraum zum Schuss und erzielte gegen den machtlosen Max Schulze Niehues seinen achten Saisontreffer.

17. Spieltag, Saison 2020/21: Fortuna Köln - Preußen Münster

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  • Am 17. Spieltag gastierte Preußen Münster bei Fortuna Köln. SCP-Akteuer Nicolai Remberg (r.) wollte mit seinem Team eine Erfolgsserie fortsetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Gegner aus Köln steht ebenfalls im oberen Tabellendrittel. Alexander Langlitz (l.) hatte sich dementsprechend auf eine schwere Aufgabe im Abendspiel eingestellt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Dominik Klann (l.) und seine Mitspieler war es vom Anpfiff an ein sehr kampfbetontes Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In der 20. Spielminute geriet der SCP mit 0:1 in Rückstand - Torschütze für Fortuna Köln war Roman Prokoph.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In dieser Szene rettete Köln Torhüter vor dem angreifenden Kevin Rauhut vor Osman Atilgan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Verlauf der ersten Halbzeit verlor der SC Preußen Münster zu viele Zweikämpfe - wie hier Nicolai Remberg - und konnte kaum offensive Impulse setzen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Entscheidung fiel in der 82. Spielminute, als Francis Ubabuike für Köln traf. Sämtliche Bemühungen des SCP, dem Spiel eine Wende zu geben - in dieser Szene kämpft Julian Schauerte (l.) um den Ball - waren vergebens...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Am Ende gewann die resolutere Mannschaft Fortuna Köln mit 2:0 gegen Preußen Münster. Die Gastgeber hatten dem SCP über weite Strecken den Schneid abgekauft. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Sascha Hildmann

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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Und die Preußen? Sie blieben auch nach dem Gegentreffer ihrer zu diesem Zeitpunkt nicht vorhandenen Linie treu. Ein umstrittenes Foulspiel an Nicolai Remberg (6.) im Fortunen-Strafraum und ein harmloser Kopfball von Simon Scherder – das war das magere Halbzeitprotokoll der Preußen, garniert von viel zu vielen verlorenen Zweikämpfen und unnötigen Ballverlusten. Zudem hatte der rustikale Einsatz von Kölns Jannik Löhden gegen Remberg die Atmosphäre am Spielfeldrand nachhaltig vergiftet.

Ärger über Schiedsrichter

„Ein klarer Elfmeter“, so Hildmann, Kollege Alexander Ende aus Köln hatte eine andere Sicht der Dinge. „Da war nichts klar.“ Es folgte eine ebenso lautstarke wie sinnlose Debatte, weil Schiedsrichter Jonas Windeln die Situation genau wie der Kölner Trainer bewertet hatte. „Und das ist genau der Mann, der Remberg in Bonn eine komplett unnötige Rote Karte verpasst hatte. Wie kann man den wieder zu so einem Spitzenspiel schicken“, ärgerte sich Hildmann auch noch nach dem Schlusspfiff.

Dabei hatte sein Team noch Zeit genug, die Schlappe abzuwenden. Hildmann war in der Pause als Problemlöser gefragt und rüstete nach und nach um. Während seiner Kabinenansprache erhielt Jules Schwadorf von Co-Trainer Louis Cordes bereits die ersten Regieanweisungen für den zweiten Akt. Osman Atilgan machte Platz für den Routinier, der dem Preußenspiel im Mittelfeld umgehend neues Leben einhauchte. Binnen fünf Minuten tauchten die Gäste jetzt häufiger im Kölner Strafraum auf, als in der gesamten ersten Hälfte.

Langlitz entgeht vorerst einer Sperre

er einzige Nationalspieler in Reihen des SCP nutzte die 90 Minuten in Köln noch zur Akklimatisierung: Gut 20 Grad betrug der Temperatur-Unterschied vom Trainingslager mit der Nationalmannschaft Curacaos in Willemstad zum frostigen Abend im Kölner Süden. Immerhin stand Roshon van Eijma erstmals im Kader und könnte am Samstag gegen Wegberg-Beeck seinen ersten Einsatz feiern. Dann ist auch Alexander Langlitz wieder dabei, der seine fünfte Gelbe Karte in Köln vermeiden konnte. Noch kein Thema sind dann die verletzten Joshua Holtby und Marcel Hoffmeier.

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Frisches Personal für Schluss-Offensive

Zunächst nur dokumentiert durch eine Serie von Eckbällen, dann durch einen Lattentreffer von Naod Mekonnen. Münster war endlich im Spiel – und Mekonnen nach seiner Chance draußen. Gianluca Przondziono übernahm für den gelb-rot-gefährdeten Teamkollegen und sah prompt den Gelben Karton, vor dem er Mekonnen hatte bewahren sollen. Die Preußen waren jetzt auch kämpferisch auf der Höhe und nahmen die Zweikämpfe an. In der Schlussviertelstunde schickte Hildmann zudem mit Justin Möbius und Benedikt Zahn frisches Personal für die finale Offensive aufs Feld.

Doch vor dem Kölner Tor verpuffte die Preußen-Energie meist wirkungslos. Eine ganze Serie von Schwadorf-Eckbällen sorgte für Bewegung im Luftraum, brachte am Boden aber nichts ein. Wie man es besser macht, demonstrierte Ubabuike zehn Minuten vor Spielende, als er einen der jetzt raren Fortunen-Konter zum entscheidenden 2:0 ins Preußen-Tor wuchtete. Es war der Abschluss eines gebrauchten Tages für Trainer und Mannschaft.

Dortmund kassiert erste Schlappe

Die Jungs mussten offensichtlich früh ins Bett: Die Nachwuchsteams der Bundesligisten hatten an diesem 17. Spieltag etwas früher Feierabend als der Rest der Liga. Den ersten Dreier des Tages sicherte sich am Mittwochnachmittag der Preußen-Gegner vom vergangenen Samstag: Die U 23 von Fortuna Düsseldorf durfte ihr Heimspiel gegen die Amateure von Borussia Mönchengladbach noch im Hellen beenden und siegte im Reservisten-Duell mit 2:1. Nach der jüngsten Niederlage in Münster (1:2) reichte das allerdings nicht, um an den Preußen vorbeizuziehen. Deren dritter Platz, soviel stand bereits vor dem Anpfiff im Kölner Südstadion fest, war Sascha Hildmanns Truppe an diesem Mittwoch ohnehin nicht zu nehmen. Nach unten war die Lücke zu groß, der Abstand nach oben zu den beiden Liga-Granden aus Dortmund und Essen ebenfalls. Die Dortmunder U 23 hatten ihr Spiel gegen Vorjahresmeister SV Rödinghausen ebenfalls um eine halbe Stunde vorverlegt – und kassierten beim 1:2 die erste Saisonniederlage. Eine Steilvorlage, die die Preußen nicht nutzen konnten.

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