Fußball: Regionalliga West
Der Ergänzer aus der zweiten Reihe beim SC Preußen Münster

Münster -

Mit 28 Jahren ist Louis Cordes noch ein junger Mann im Trainergeschäft. Er ist der Co-Trainer von Sascha Hildmann, dem Trainer des Fußball-Regionalligisten Preußen Münster. Einen Spagat hat er schon geschafft, als er als Sympathisant von Eintracht Frankfurt als Junioren-Coach beim hessischen Konkurrenten FSV Mainz tätig war.

Samstag, 02.01.2021, 12:00 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 15:24 Uhr
Louis Cordes steht bei den Preußen selten im Mittelpunkt. Als Co-Trainer ist er für Chefcoach Sascha Hildmann aber eine wichtige Komponente.
Louis Cordes steht bei den Preußen selten im Mittelpunkt. Als Co-Trainer ist er für Chefcoach Sascha Hildmann aber eine wichtige Komponente. Foto: Jürgen Peperhowe

Louis Cordes ist früh dran. Mit 27 Jahren ist er als Co-Trainer im Profifußball gelandet, vor nicht einmal zwölf Monaten trat er gemeinsam mit Sascha Hildmann im Doppelpack als Nachfolger von Sven Hübscher und Tobias Hellwig beim damaligen Drittliga-Vorletzten Preußen Münster an. Das Unternehmen Klassenerhalt gelang nicht, wobei der heute 28 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber glaubt: „Ohne Corona hätten wir es geschafft.“ Aus den fünf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer, als Hildmann und er antraten, war unterm Strich nur ein Zähler weggeschmolzen. Abstieg nach der Saison der Geisterspiele und englischen Wochen.

Dennoch erhielten Hildmann und Cordes das Vertrauen für den Umbau und Umbruch im sportlichen Sektor beim SC Preußen in der Regionalliga West. „Es war eine schwierige Zeit, keine einfache Phase für den Verein. Mittelfristig wollen wir in die 3. Liga zurück“, stellt er klar.

Dabei war Münster für Cordes so etwas wie ein großer Karrieresprung. Hildmann holte seinen Assistenten vom FSV Frankfurt, wo er die U-19-Auswahl in der Hessenliga betreute. Diese Spielklasse war auch für den Kicker Louis Cordes die höchste Stufe. Für die SG Bornheim spielte er als Innenverteidiger oder Sechser in der fünften Liga. Aber: „Ich habe spät mit Fußball begonnen, da war ich vielleicht elf Jahre alt. Ich hatte davor Hockey gespielt, und bis zur B-Jugend bin ich als Spieler nur so mitgelaufen.“ Der sportlich ganz große Hüpfer nach vorne gelang nicht, wobei er nicht unzufrieden ist: „Viele hatten mir die Verbandsliga dann nicht zugetraut.“

Dafür warf er umso früher ein Auge auf die Tätigkeit an der Seitenlinie. Mit zwölf Jahren gehörte er bereits dem Trainerteam seines Heimatvereins in Bornheim an, es galt die Bambini-Mannschaft zu betreuen. Und als zwei „Cheftrainer“ hintereinander kurzfristig ersetzt werden mussten, machte Cordes dann als fußballerischer C-Junior „quasi im Alleingang das Training“ – eben als Zwölfjähriger.

Die jungen Jahrgänge des FSV Frankfurt und FSV Mainz 05 waren die nächsten Stationen. Schnell wurde für ihn klar: „Wenn ich das beruflich machen könnte, wäre das ein Traum.“ Gerade beim Erstligisten durchlief der Sympathisant von Eintracht Frankfurt („Aber auch nicht mehr“, O-Ton) die Trainerschule: U 12, U 13, Co-Trainer der U 16 und Assistent der Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. In der U 16 lernte er Hildmann 2017 kennen, der nach Stationen in Großaspach und Kaiserslautern nun in Münster gelandet ist – und sich vor seinem Antritt vor einem Jahr an den jungen Coach erinnerte.

Das Duo verstehe sich gut, Münster sei sofort eine große Herausforderung gewesen. Die Rollenverteilung zwischen ihm und Hildmann sei keine wirklich beschriebene. Der Chef kommt oft über die Emotion, verfügt über viel Erfahrung, Cordes wiederum macht das, was er unter „Ergänzung aus der zweiten Reihe“ bezeichnet. Die Abläufe haben sich eingespielt, man sieht sich als Team. Das Ziel ist eh klar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7747863?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F
Nachrichten-Ticker