Fußball: Regionalliga West
Preußen kommen ohne Glanz zum 1:0 in Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach -

Zweites Rückrundenspiel, zweiter Sieg – Preußen Münster hat die Pflicht erfüllt mit dem 1:0 (0:0)-Sieg beim SV Bergisch Gladbach. Gerade die erste Hälfte war aber schwere Kost, hinten brannte dagegen erneut nichts an. Joker Jules Schwadorf machte letztlich den Unterschied.

Samstag, 23.01.2021, 15:56 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 16:37 Uhr
Fußball: Regionalliga West: Preußen kommen ohne Glanz zum 1:0 in Bergisch Gladbach
Preußens Jules Schwadorf freut sich über das Tor des Tages in Bergisch Gladbach. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein Bewerbungsschreiben für höhere Weihen war diese Vorstellung nicht. Doch mit dem 1:0 (0:0) beim SV Bergisch Gladbach hat Preußen Münster auch seine zweite Partie der zweiten Halbserie ohne Gegentor überstanden. Die Deckung stand gegen das Kellerkind, nach vorne passierte lange aber trotz guter Besetzung zu wenig.

„Das war wirklich kein gutes Spiel von uns“, sagte Trainer Sascha Hildmann. „Wir waren zu ungenau in den Pässen, zu wenig durchsetzungsfreudig. Letztlich hat eine Halbchance zum Sieg gereicht.“ Okan Erdogan sah das ähnlich: „Tormöglichkeiten gab es auf beiden Seiten wenig. Es war fast klar: Wer das erste Tor macht, gewinnt. Weil der Platz immer schlechter wurde, war oftmals der lange Ball die Option.“

In der SCP-Startelf gab es wenig Bewegung. Nur Roshon van Eijma vertrat wie angekündigt den gesperrten Marcel Hoffmeier. Benedikt Zahn begann im Dreierangriff diesmal links und tauschte so mit Joel Grodowski die Seite, was aber nach einer Viertelstunde schon wieder rückgängig gemacht wurde. Auf der Bank freute sich A-Junior Deniz Bindemann, dessen Team ja seit fast drei Monaten pausiert, über seine Nominierung.

23. Spieltag, Saison 2020/21: SV Bergisch Gladbach – SC Preußen Münster

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  • Preußens Roshon van Eijma und der Bergisch Gladbacher Cenk Durgun fighten um das runde Leder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Augen zu und durch: Niklas Heidemann (r.) im Kopfballduell mit Matona-Glody Ngyombo.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münsters Nicolai „Rambo“ Remberg am Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Routinier Simon Scherder und der Bergisch Gladbacher Matona-Glody Ngyombo.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Roshon van Eijma schirmt dem Ball vor Serhat Koruk Zübeyr ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Fotos aus der Belkaw-Arena in Bergisch Gladbach.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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Nach wenigen Sekunden bekam Grodowski ein Anspiel-Geschenk von Cenk Durgun, hob das Leder aus 30 Metern aber über den Kasten. Die Hausherren machten es den Münsteranern nicht leicht. Sie standen hinten dicht, verhielten sich taktisch diszipliniert, vernachlässigten aber auch nicht den Weg nach vorn und „zogen“ viele Fouls. Im Angriff sahen sich die Preußen mit einer Fünferkette konfrontiert.

Eher aus dem Nichts kamen die Gäste zur ersten echten Chance, die hatte es aber in sich. Grodowski schlenzte den Ball direkt aus der Drehung per Bogenlampe ans Lattenkreuz (18.). Bergisch Gladbach antwortete nicht minder sehenswert. Serhat Koruk legte nach einem guten Angriff für Glody Ngyombo ab, aber Max Schulze Niehues griff zu (21.).

SCP tut sich sehr schwer

Der SCP tat sich wirklich sehr schwer, war weniger präsent und griffig als die nicht wie ein Abstiegskandidat auftretenden 09er. Wenn was ging, dann über Grodowski. Auch sein dritter Versuch saß nicht, flog knapp drüber (31.). Ansonsten: ein ganz, ganz zähes Ringen. Wenig Durchkommen, keine einzige zündende Idee, kein Glück bei zweiten Bällen. Es kam einiges zusammen.

Mit Jules Schwadorf für Zahn versuchte Hildmann zur Pause einen anderen Impuls. Das Zepter, das die Preußen schon zu Beginn der ersten Hälfte übernommen hatten, gaben sie zwar nicht ab. Aber weiterhin taten sie sich schwer. Dennis Daube probierte mal einen Distanzschuss (53.), der segelte aber auch über den Querbalken. Dann verpasste Gerrit Wegkamp eine Schwadorf-Hereingabe um Haaresbreite (55.).

Schwadorf trifft in Minute 63

Viel deutete nicht auf eine Führung hin. Sie fiel trotzdem. Nach einem Daube-Freistoß fiel Erdogan der Ball vor die Füße, er zog ab – und plötzlich lag der Ball im Netz (63.). Schwadorf hatte im Sichtfeld von Keeper Dennis Lohmann gestanden und die Kugel am Ende sogar leicht und damit entscheidend touchiert. Die Bergisch Gladbacher klagten über Abseits, doch der Schiedsrichter-Assistent war sich seiner Sache sicher. „Ich habe den Ball nicht voll getroffen, aber so kam er optimal für Jules. Ist doch gut“, sagte Erdogan.

Verdient? Vielleicht. Immerhin blieb der Tabellenvierte dran und verzeichnete (ohne Ertrag) nach 68 Minuten auch die erste Ecke. Grodowski hatte auch nach Schwadorfs Flanke kein Fortune (73.), direkt danach aber Feierabend. Joshua Holtby kam zu seinem Comeback.

Am Ende noch ein Aufreger

Die Bergischen versuchten noch mal alles, Schulze Niehues geriet aber nicht mehr in Bedrängnis. Zum Schluss handelte sich Simon Scherder noch seine fünfte Verwarnung ein und fehlt nächste Woche gegen den SV Straelen. Einen Aufreger gab es am Ende noch. Meguru Odagaki ging nach einem Zweikampf im Sechzehner mit dem gerade eingewechselten Jannik Borgmann zu Boden. Schwalbe und Gelb – das entschied Referee Tobias Severins. Die Gastgeber waren außer sich, Co-Trainer Andreas Dreiner sah Rot. Die Preußen atmeten tief durch. „Wir hatten da schon gewaltiges Glück“, sagte Scherder mit Blick auf die Szene. Wobei die Münsteraner nicht zwingend eine Fehlentscheidung sahen, da Odagaki in ihren Augen schon vor dem Kontakt, den viele sogar gehört hatten, abgehoben hatte.

SVBG: Lohmann – Spiegel, Habl (74. Friesdorf), Dal – McCormick (68. Fragapane), Ngyombo (61. Kartal), Durgun, Heider – Odagaki – Hirsch (59. Hill), Koruk

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, van Eijma, Heidemann – Erdogan – Remberg (90. Borgmann), Daube (86. Frenkert) – Grodowski (74. Holtby), Wegkamp, Zahn (46. Schwadorf)

Schiedsrichter: Tobias Severins (Rheda-Wiedenbrück)

Tor: 0:1 Schwadorf (63.)

Gelb: Hirsch, Habl, Odagaki, Hill / Remberg, Scherder

Rot: Dreiner (Co-Trainer Bergisch Gladbach/90.)

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