Fußball: Regionalliga West
Die Besten in der Rückrunde: Preußen Münster vor dem Kracher gegen RW Essen

Münster -

Immerhin als eine von zwei noch ungeschlagenen Mannschaften in der Rückrunde der Regionalliga West nimmt Preußen Münster den West-Schlager in Angriff. 16 von 18 Punkten holte das Team von Trainer Sascha Hildmann und fordert nun Aufstiegsanwärter RW Essen mit Top-Torjäger Simon Engelmann heraus.

Montag, 08.03.2021, 16:25 Uhr aktualisiert: 10.03.2021, 12:29 Uhr
Verteidigen gefragt: Gegen RWE wartet auf Marcel Hoffmeier (von links), Torwart Max Schulze Niehues und Lukas Frenkert Schwerstarbeit. Lottes Leon Demaj (10) stellte den SCP bereits am Samstag vor Probleme.
Verteidigen gefragt: Gegen RWE wartet auf Marcel Hoffmeier (von links), Torwart Max Schulze Niehues und Lukas Frenkert Schwerstarbeit. Lottes Leon Demaj (10) stellte den SCP bereits am Samstag vor Probleme. Foto: Jürgen Peperhowe

So gesehen ist der SC Preußen Münster die Mannschaft des Augenblicks. In der Rückrunde der Fußball-Regionalliga West ist das Team von Trainer Sascha Hildmann die zweitbeste Mannschaft. Nun gut, RW Oberhausen hat bereits acht Partien in diesem Jahr absolviert und dabei erkleckliche 19 Punkte geholt. Aber direkt dahinter folgt der SCP, der zwar seine Siegesserie beim 1:1 in Lotte abreißen lassen musste, mit 16 von 18 möglichen Punkten in sechs Partien aber auf Rang zwei der Rückrundentabelle liegt. Das ist beachtlich.

RW Oberhausen marschiert

Auch hier sei gesagt, dass zwischen Oberhausen mit acht ausgetragenen Begegnungen und RW Essen mit erst vier gespielten Partien das Bild durchaus als schief zu bezeichnen ist. Aber die Preußen können für sich in Anspruch nehmen, 2021 noch ungeschlagen zu sein. Das gilt in der Regionalliga ansonsten nur noch für Spitzenreiter Borussia Dortmund II – die BVB-Reserve hat erst fünf Partien ausgetragen und 13 Zähler geholt.

Und: Blickt man auf die Rückrundentabelle, dann sind Rödinghausen (13 Punkte), Wuppertal (12) und vor allem Straelen (12) schon Überraschungen.

Wuppertal-Spiel 90 Minuten früher

Das Nachholspiel des SC Preußen Münster im eigenen Stadion gegen den Wuppertaler SV wird am 24. März (Mittwoch) um 90 Minuten auf 18 Uhr vorverlegt. Damit entsprechen die Preußen dem Wunsch der Gäste. Große Unannehmlichkeiten gibt es deshalb nicht, da weiterhin keine Zuschauer zugelassen sind. Das Hinspiel endete mit 1:1, das Rückspiel wurde aufgrund des Schneechaos einmal abgesagt.

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Vor dem West-Schlager am Samstag in Münster hat sich Aufstiegsanwärter Nummer eins, RW Essen, zurückgemeldet. Der 2:0-Sieg über den Rangvierten Fortuna Köln gibt den sowieso schon selbstbewussten Rot-Weißen weiteren Anschub. Allerdings ist da noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen. Es begab sich in der Mixed-Zone, als Essens Geschäftsführer Marcus Uhlig etwas flapsig sagte, dass er niemandem den Ausgleichstreffer der Preußen hätte erklären können. Weil SCP-Coach Hildmann nur ein paar Meter entfernt das mithören musste, war er wenig amüsiert über diese Aussage. Das war von oben herab, von Uhlig eher ein Scherz, Hildmann nahm es als Kampfansage und erklärte: „Ich freue mich jetzt schon auf das Rückspiel.“

Das steht am Samstag an. Münster wird, der allgemeinen Wahrscheinlichkeitsrechnung folgend, nicht mehr selbst in den Aufstiegskampf direkt eingreifen können. Aber Münster kann Essen wie auch Dortmund II zusetzen, da winkt die Rolle des Spielverderbers.

Eklatante Elfmeterschwäche

Allerdings wird der SCP seine vielleicht eklatanteste Schwäche abstellen müssen: Das Verwerten von Elfmetern. Kein Verein bekam so viele Strafstöße zugesprochen wie der SCP, immerhin sieben. Doch während Jules Schwadorf, Alexander Langlitz und Joshua Holtby diese Möglichkeit verwandeln konnten, scheiterten die Preußen auch durch Joel Grodowski, Julian Schauerte und eben Langlitz und Schwadorf vom Punkt. In drei Partien war das mit Punktverlusten verquickt. Essen machte es bei sechs Versuchen besser mit vier Elfmetertoren, Torjäger Simon Engelmann verwandelte in vier von fünf Anläufen.

Nun gut, da sind die Preußen hinten dran oder auch der fragwürdige Spitzenreiter – von 19 verschossenen Elfmetern in der Regionalliga gingen vier auf die Kappe der Adlerträger, während saisonal bislang 47 „Elfer“ verwertet wurden.

Gerd Müller verschoss auch mal

Nicht zu treffen ist keine Schande – wobei das bei Schwadorfs Fehlschuss in Lotte beim 1:1 durchaus diskutabel wäre. Gerd Müller, der erfolgreichste Bundesliga-Torschütze aller Zeiten, traf bei 63 Versuchen ein Dutzend Mal nicht. Immerhin 80 Prozent betrug damit seine Erfolgsquote, beim SCP liegt sie nur bei gut 40 Prozent. Einen möglichen Fehlschuss im West-Schlager am Samstag sollte man deshalb tunlichst vermeiden. Welcher Preuße traut sich wohl?

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