Do., 06.09.2018

B-Elf in der Slowakei Nach denkwürdigem Match: Dänen wollen gegen Wales spielen

In der Slowakei spielte Dänemark mit einer zweiten Mannschaft.

In der Slowakei spielte Dänemark mit einer zweiten Mannschaft. Foto: Ronald Zak

Es war eine Begegnung, die die Dänen so schnell nicht vergessen werden. Eine Notelf aus Futsalspielern und Halbprofis hielt sich in der Slowakei achtbar. Doch nun wurde der Streit um Werbeverträge vorerst beigelegt - rechtzeitig vor dem Spiel in der Nations League.

Von dpa

Trnava/Kopenhagen (dpa) – Es war ein kurioses Match, das in die Geschichte des dänischen Fußballs eingehen wird. Halbprofis und Futsal-Spieler traten als zusammengewürfelter Haufen in den Trikots der dänischen Nationalmannschaft gegen die Slowakei an und hielten sich beim 0:3 in Trnava achtbar.

Doch nun haben die dänischen Profis ihren Sponsoring-Streit mit dem Dänischen Fußballverband (DBU) vorerst beigelegt und werden am Sonntag im Nations-League-Spiel gegen Wales antreten. Spieler und Verband einigten sich am Donnerstagabend darauf, unter den Konditionen des ausgelaufenen Vertrages zu spielen.

«Das Abkommen ist ein Schritt in die richtige Richtung, und die Nationalspieler sind froh, dass sie sich jetzt auf das Spiel gegen Wales am Sonntag konzentrieren können», sagte Mads Olands, Direktor der Spielervereinigung, laut einer Pressemitteilung des DBU. Auch DBU-Präsident Jesper Møller hatte zuvor angedeutet, dass der A-Kader gegen Wales in Aarhus auflaufen kann. «Ich bin positiv, und die Spieler sind es auch», sagte Møller nach dem Spiel im dänischen Rundfunk. «Wir reden miteinander, aber das sind keine Verhandlungen. Sie wollen spielen, und wir wollen auch, dass sie es tun.»

Auswahl-Manager Kim Hallberg teilte am Donnerstag mit, dass mehrere Spiele der 2. Liga am Wochenende verlegt wurden. Diese Spiele beträfen Vereine, die Spieler für das denkwürdige Match von Trnava abgestellt hatten. Bis Samstag-Mitternacht müsse die UEFA informiert werden, mit welchem Kader das Team gegen Wales antrete.

«Ich verbringe meine ganze Zeit damit, das bestmögliche Team gegen Wales zusammenzustellen, um Sanktionen der UEFA zu vermeiden», sagte Hallberg im DBU-Hauptquartier in Bröndby. Auf der DBU-Homepage hieß es, der Verband werde spätestens am Freitag das Team bekannt geben.

Nationalspieler und der Verband hatten sich bislang nicht auf die Ausgestaltung ihrer Werbeverträge einigen können und setzten den Verband mit einem Streik unter Druck. Daraufhin erteilte ihnen der Verband in der Slowakei ein Spielverbot, entsandte aber eine Notelf, da die Europäische Fußball-Union für den Fall der Absage des Spiels mit dem Ausschluss Dänemarks von der EM 2020 und einer hohen Geldstrafe gedroht hatte. Über einen permanenten Vertrag soll nun nach dem Spiel am Montag weiter verhandelt werden.

Der prominenteste Akteur der Behelfstruppe saß gegen die Slowakei auf der Trainerbank: Ex-HSV-Profi John Jensen war 1992 der gefeierte Held der dänischen Auswahl, die im EM-Finale die Deutschen besiegt hatte. Der damalige Torschütze zum 1:0 war trotz der Niederlage gegen die Slowaken in dem denkwürdigen Match zufrieden. «Es war die schönste Niederlage in der Geschichte der dänischen Nationalmannschaft.»

Torschütze Albert Rusnak hatte wenig Freude an seinem Treffer: «Für die Zuschauer war das ein unattraktives Spiel. Allein schon, dass ich mein Tor gegen einen Hallenfußball-Torwart geschossen habe, sagt alles. Eine traurige Sache insgesamt.» Die Zeitung «Novy Cas» titelte daher: «Hallenfußball-Torwart ließ die Slowaken ordentlich leiden».

DBU-Chef Møller wollte noch nicht andeuten, wie die Einigung mit den Spielern nun aussehen könnte. «Die DBU erzählt eine Story, in der wir so dargestellt werden, als hätten wir nichts anderes als unseren Geldbeutel im Sinn», verteidigte der 80-malige Auswahlspieler Christian Eriksen von Tottenham Hotspur in der dänischen Zeitung «Ekstrabladet» die Haltung der Spieler.

Die DBU will die Slowaken für das entstandene Chaos finanziell entschädigen. Nachdem bekannt geworden war, dass bei dem Testspiel nur eine Notelf antritt, wurden die Tickets für nur einen Euro verramscht.



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