22. Spieltag
Niederlage in Hoffenheim: Hannovers Auswärtsfluch hält an

Hannover 96 hat den seit 69 Wochen anhaltenden Auswärtsfluch in der Fußball-Bundesliga erneut nicht besiegen können und einen Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg verpasst. Beim 0:3 in Hoffenheim enttäuschen die Niedersachsen auf ganzer Linie.

Samstag, 16.02.2019, 18:54 Uhr aktualisiert: 16.02.2019, 18:56 Uhr
Hoffenheims Torschütze Ishak Belfodil (l) jubelt über seinen Treffer zum 2:0.
Hoffenheims Torschütze Ishak Belfodil (l) jubelt über seinen Treffer zum 2:0. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim (dpa) - Nach dem nächsten Tiefschlag im Abstiegskampf trauten sich die Profis von Hannover 96 kaum zu ihren schwer enttäuschten Fans, die ihrem Unmut lautstark Luft machten.

Und auch Trainer Thomas Doll war nach dem 0:3 (0:2) des Tabellenvorletzten bei der TSG 1899 Hoffenheim nicht gut auf seine Spieler zu sprechen. «Wir haben als Mannschaft versagt und sind alle geschockt. Das war ein blutleerer Auftritt. Wir hätten locker sieben Tore bekommen können», kritisierte Doll. «Ich dachte, wir sind einen Schritt weiter.»

Vor 23.404 Zuschauern trafen Joelinton (4.), Ishak Belfodil (14.) und Kerem Demirbay (80.) für die klar überlegenen Hoffenheimer, die drei wichtige Punkte im Kampf um einen internationalen Startplatz verbuchten. «Wir sind sehr dominant aufgetreten und haben den Fans ein Spiel mit ganz viel Engagement geboten», stellte TSG-Trainer Julian Nagelsmann zufrieden fest.

Ganz anders war die Stimmungslage bei den Gästen, die in der Vorwoche mit einem 2:0-Sieg im Kellerduell gegen den 1. FC Nürnberg Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft hatten. Doch die guten Vorsätze waren schnell dahin. Schon nach vier Minuten lag die völlig überforderte Doll-Truppe, die nun schon 23 Auswärtsspiele nacheinander nicht gewinnen konnte, hinten. Julian Korb leistete sich in der eigenen Hälfte einen fatalen Fehlpass, Joelinton nahm die Einladung an.

Hoffenheim kontrollierte die Partie nach Belieben und sorgte mit Power-Fußball für Begeisterung auf den Rängen. Für das zweite Tor musste allerdings ein Standard herhalten. Eine Freistoß-Flanke von Demirbay lenkte Belfodil mit dem Hinterkopf an die Lattenunterkante, von wo aus der Ball ins Tor sprang.

Endgültig jubeln durfte der Stürmer aber erst zwei Minuten später, nachdem der Video-Assistent in Köln die Szene wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung des Schützen lange überprüft hatte. «Das war schon sehr merkwürdig. Ich denke, das kann man schneller entscheiden», sagte Doll.

Hannover agierte viel zu brav, um die TSG-Abwehr auch nur im Ansatz in Verlegenheit zu bringen. Lediglich bei einem Schuss von Kevin Wimmer (26.) ans Außennetz kam etwas Gefahr auf. Die Hausherren hatten alles im Griff und hätten die Führung noch vor der Pause ausbauen können, doch Demirbay (41.) traf mit einem feinen Distanzschuss nur die Latte.

Auch nach dem Wechsel ging es ausschließlich in eine Richtung - auf das Tor der Gäste. Nur eine Minute nach Wiederbeginn hatte Joelinton das 3:0 auf dem Fuß, der Brasilianer schlenzte den Ball aber am langen Pfosten vorbei. Wenig später verhinderte 96-Torwart Michael Esser bei einem Kopfball von Belfodil einen weiteren Gegentreffer.

In diesem Takt ging es weiter, denn Hannover konnte sich kaum aus der Umklammerung befreien. Nach 55 Minuten rettete erst die Latte bei einem Lupfer von Nationalspieler Nico Schulz und dann 96-Verteidiger Wimmer auf der Linie beim Nachschuss von Belfodil. Besser zielte dann Demirbay, der kurz darauf mit einem Pfostenschuss nur knapp das vierte TSG-Tor verpasste. «Wir haben viele Chancen liegen gelassen», sagte Nagelsmann. «Aber das wiegt heute nicht so schwer.»

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