2. Liga
Lästige Zwerge bringen Riesen Köln und HSV ins Wanken

Größte Etats, größte Stadien, beste Kader - und doch sind die Topfavoriten Köln und HSV in der 2. Liga im Kampf um den Aufstieg weiter in Bedrängnis. In Köln schlägt nun die sportliche Leitung Alarm.

Sonntag, 17.02.2019, 13:01 Uhr aktualisiert: 17.02.2019, 13:08 Uhr
Die Paderborner Kai Pröger (l) und Jamilu Collins feiern den Sieg über den 1. FC Köln.
Die Paderborner Kai Pröger (l) und Jamilu Collins feiern den Sieg über den 1. FC Köln. Foto: Guido Kirchner

Düsseldorf (dpa) - Die lästigen Kleinen machen den Riesen im Fußball-Unterhaus im Kampf um den Aufstieg weiter das Leben schwer.

Während beim Hamburger SV nach dem 2:2 (1:1) im ländlichen Heidenheim noch Zufriedenheit nach einem bestandenen Charaktertest vorherrschte, wachsen beim 1. FC Köln nach dem 2:3 (1:0)-Desaster bei Aufsteiger SC Paderborn die Sorgen. «Nach der letzten Niederlage ist das Ziel gefährdet», sagte Veh in einem Interview auf der Club-Website mit Blick auf den angestrebten direkten Wiederaufstieg.

Köln hatte am Freitag beim emotionalen Comeback von Torjäger Anthony Modeste, der 234 Sekunden nach seiner Einwechslung traf, eine 2:0-Führung durch drei Gegentore in den letzten 13 Minuten leichtfertig verspielt. Tags drauf wurden die Kölner, die noch das Nachholspiel bei Erzgebirge Aue (27. Februar) haben, von Union Berlin vom zweiten auf den dritten Rang verdrängt. Das Hauptstadtteam hat nach dem 3:2 (1:1) beim MSV Duisburg 40 Zähler auf dem Konto, einen mehr als Köln und vier weniger als der HSV. Knapp hinter dem Trio lauern weiter Heidenheim (38 Punkte), Paderborn und St. Pauli (beide 37), das beim 1:2 (1:1) gegen Aue patzte.

Zehn Tage vor dem Karnevals-Auftakt ist der Spaß in der Domstadt vorerst vorbei, Sportboss Veh erhöht den Druck auf Trainer Markus Anfang. «Das Trainerteam ist jetzt gefragt, Lösungen zu finden. Wenn wir Phasen haben, in denen wir keine Souveränität besitzen, brauchen wir dafür Lösungen. Wir müssen unsere Spiele gewinnen», sagte Veh. Das Formtief kommt unerwartet. Köln hatte sich in der Winterpause mit vermeintlich erstklassigen Spielern wie Johannes Geis, Florian Kainz und eben Modeste, der Köln mit 25 Toren 2017 ins internationale Geschäft geschossen hatte, verstärkt.

Der Franzose hatte nach wochenlangem Transfer-Hick-Hack mit seinem chinesischen Ex-Club FC Tianjin Tianhai einen Tag vor dem Spiel von der FIFA die Spielgenehmigung erhalten und dem 1:0 von Jhon Cordoba das 2:0 folgen lassen. Dann folgte der Zusammenbruch durch die Paderborner Gegentore von Bernard Tekpetey (80.), Kai Pröger (86.) und Marlon Ritter (90.+2). «Fußball ist Ergebnissport. Dementsprechend ist es wichtig, dass wir unsere PS 90 plus X Minuten auf den Platz bringen», sagte Veh.

Die Offensivpower mit 53 Toren und namentlich mit Modeste, Simon Terodde und Cordoba ist aber nicht zwingend eine Erfolgsformel. Schon sechs Spiele insgesamt sowie drei der vier in der Rückrunde verlor Köln, darunter die bei Union (0:2) und in Paderborn. Das 4:1 gegen St. Pauli war der einzige Sieg gegen einen Mitbewerber.

Da ist der HSV schon etwas effektiver. Die Hanseaten hatten unter anderem Köln (1:0) und Heidenheim (3:2) in der Hinrunde besiegt. Aber alleine gegen Kiel gab es zwei Pleiten, in Heidenheim erkämpften sich die Hanseaten den ersten Punkt im dritten Auswärtsspiel der Rückrunde. Die beiden Rückstände durch Niklas Dorsch (16.) und Robert Glatzel (54.) egalisierten HSV-Neuzugang Berkay Öczan (30.) und Pierre-Michel Lasogga (70.). «Wichtig ist, dass du gegen die Verfolger nicht verlierst», sagte Lewis Holtby.

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