EM-Feinschliff
U21 vor «Bewährungsprobe» - ohne Eggestein und Klostermann

Drei Monate vor dem Start der Mission EM-Titelverteidigung geht es für Deutschlands U21-Auswahl um den letzten Feinschliff. In England und Frankreich warten zwei Gradmesser. Verzichten muss Nationalcoach Stefan Kuntz auf zwei Leistungsträger - aber wohl nur vorübergehend.

Mittwoch, 20.03.2019, 14:32 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 14:34 Uhr
U21-Bundestrainer Stefan Kuntz muss auf zwei Stammspieler verzichten.
U21-Bundestrainer Stefan Kuntz muss auf zwei Stammspieler verzichten. Foto: Cèzaro De Luca

Essen (dpa) - Die nächsten prominenten Abgänge für sein junges Team zum Start ins EM-Jahr nahm Stefan Kuntz gelassen hin.

In den beiden EM-Testspielen gegen die Hochkaräter Frankreich und England muss der U21-Nationaltrainer zwar auf seine Stammspieler Maximilian Eggestein und Lukas Klostermann verzichten - beim Turnier im Juni will er sie aber wieder dabei haben. «Die Tendenz von Jogi war dann schon auch, dass für die beiden ein Turnier mehr Sinn macht», sagte Kuntz mit Blick auf die zwei Nachwuchs-Fußballer, die von Bundestrainer Joachim Löw erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert wurden.

Gegen Frankreich am 21. März (18.30 Uhr/Eurosport) und fünf Tage später gegen EM-Halbfinalist England in Bournemouth bekommen nun andere Spieler eine Chance. Torhüter Florian Müller von Mainz 05 steht nach mehreren verletzungsbedingten Absagen für die U21 vor seinem Debüt in der Nachwuchsauswahl. Ebenfalls erstmals dabei sind Emmanuel Iyoha (FC Erzgebirge Aue) und Lukas Nmecha (Preston North End), der bereits für Englands U-Mannschaften gespielt hat. Fehlen werden dagegen die angeschlagenen Janni Serra und Eduard Löwen.

In die U21-EM vom 16. bis 30. Juni in Italien und San Marino geht die DFB-Auswahl als Titelverteidiger und Mitfavorit, die Gruppe mit Dänemark, Serbien und Österreich scheint machbar. Nach der souverän gemeisterten Qualifikation sollen die Duelle mit den EM-Mitfavoriten Frankreich und England nun die letzte wichtige Standortbestimmung sein. «Es nutzt nichts, wenn man jetzt gegen vermeintlich schwächere Gegner spielt. Wir müssen uns mit den Besten messen, um auch zu sehen, wo wir stehen», sagte Kuntz über die beiden Duelle.

Sowohl Frankreich als auch England gelten im Nachwuchs-Bereich seit Jahren als führende Nationen und bringen immer wieder neue Talente hervor. Bei den Franzosen stehen am Donnerstag in Abdou Diallo (Borussia Dortmund), Ibrahima Konaté und Nordi Mukiele (beide RB Leipzig) sowie Moussa Niakhaté und Jean-Philippe Mateta (beide FSV Mainz 05) gleich fünf Bundesliga-Profis im Aufgebot.

«Das sind die beiden letzten Testspiele vor der Europameisterschaft und zwei echte Klassiker. Uns erwarten zwei schwere Gegner», sagte Luca Waldschmidt vom SC Freiburg, zuletzt Doppeltorschütze im Test gegen EM-Gastgeber Italien. «Wir werden die Möglichkeit nutzen, um uns einzuspielen und vielleicht auch ein paar Dinge auszuprobieren.»

In Waldemar Anton, Lukas Klünter, Nadiem Amiri, Levin Öztunali und Mahmoud Dahoud stehen immerhin fünf U21-Europameister von 2017 im deutschen Aufgebot. Verzichten muss Kuntz dagegen dieses Mal auf die Schalker Alexander Nübel, Cedric Teuchert und Suat Serdar, die bei ihrem Club geblieben sind. «Wir nehmen jetzt natürlich auch Rücksicht auf die Schalker Situation», begründete Kuntz die Entscheidung.

Mit Blick auf die zwei «echten Bewährungsproben» im EM-Endspurt ist Kuntz dennoch optimistisch. Für das Turnier im Juni, wenn es neben der Titelverteidigung auch um das Ticket für Olympia 2020 geht, kann der 56-Jährige dann wieder auf Verstärkung von oben hoffen. Neben den A-Team-Debütanten Eggestein und Klostermann kommen immerhin auch Jonathan Tah, Thilo Kehrer, Julian Brandt, Kai Havertz, Leroy Sané und Timo Werner noch für einen Turnier-Einsatz bei der U21 infrage.

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