Klare Vorgabe in Leverkusen
Bayer-Coach Bosz: Bei Rassismus geschlossen vom Feld

Leverkusen (dpa) - Trainer Peter Bosz vom Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hat angekündigt, dass seine Mannschaft im Falle einer rassistischen Beleidigung gegen einen seiner Spieler geschlossen das Feld verlassen würde.

Mittwoch, 19.02.2020, 18:42 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 18:44 Uhr
Mann klarer Worte: Leverkusen-Coach Peter Bosz.
Mann klarer Worte: Leverkusen-Coach Peter Bosz. Foto: Andreas Gora

«Dann gehen wir alle mit. Weg», sagte Bosz auf die Frage, wie er in einem solchen Fall reagieren würde. Leverkusen spielt am Donnerstag in der Europa League gegen FC Porto, dessen Spieler Moussa Marega am Wochenende im portugiesischen Liga-Spiel bei Vitoria Guimarães nach Affenlauten und Beleidigungen der Heimfans den Platz verließ. Einige Mitspieler versuchten dabei, ihn davon abzuhalten.

Portos Trainer Sérgio Conceição rechtfertigte dieses Verhalten. «Wir wollten Moussa Marega in diesem Moment einfach nur beruhigen», sagte Conceição, der Bosz' Ansage offenbar infrage stellte: «Wer weiß schon, wie sie in dieser Situation gehandelt hätten? In Portugal ist es das erste Mal passiert, und wir haben für so etwas keine Anleitung.» Er wünsche sich, dass das Thema nun beendet sei.

«Das gehört nicht in den Fußball und nicht in die Gesellschaft», sagte Bosz zum Thema Rassismus: «Und das müssen wir auch nicht akzeptieren. Wir müssen ganz deutlich sein und sagen: Das wollen wir nicht. Wir akzeptieren das nicht. Punkt. Wir sind alle gleich. Und wenn man es auf einen bezieht, bezieht man es auf uns alle.»

Leverkusens Nationalspieler Nadiem Amiri berichtete derweil, dass er selbst schon einmal Opfer einer rassistischen Beleidigung im Fußball wurde. «Ich hatte mit 17 einen Vorfall in der Regionalliga», sagte der 23-Jährige, der als Sohn afghanischer Eltern in Ludwigshafen am Rhein geboren wurde. «Damals hat ein Spieler mich rassistisch beleidigt», führte Amiri aus: «Ich habe ihn nur angelacht. Jetzt weiß ich nicht, wo er spielt. Aber er weiß, wo ich spiele. Von daher ist alles in Ordnung.» Auch Amiri erklärte, dass «so etwas im Fußball und auf der ganzen Welt nichts zu suchen hat. Unser Blut hat dieselbe Farbe. Leute, die so etwas machen, sollten ausgeschlossen werden.»

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