Mögliche Beitragserhöhung
DFB: Unverständnis über Verwaltungs-Berufsgenossenschaft

Der DFB warnt vor den möglichen Folgen einer Beitragserhöhung durch die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in Zeiten der Corona-Krise. Betroffen sein könnten sogar Clubs der 3. Fußball-Liga. Die VBG verweist auf eine frühzeitige Ankündigung und Entlastungen.

Samstag, 04.04.2020, 15:23 Uhr aktualisiert: 04.04.2020, 15:26 Uhr
Die Corona-Krise könnte viele Fußball-Clubs vor wirtschaftliche Probleme stellen.
Die Corona-Krise könnte viele Fußball-Clubs vor wirtschaftliche Probleme stellen. Foto: Jan Woitas

Frankfurt/Main (dpa) - Mit deutlichen Worten und großem Unverständnis hat der Deutsche Fußball-Bund auf eine Beitragserhöhung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) reagiert.

In einem Interview auf der Homepage des Dachverbandes warnte Schatzmeister Stephan Osnabrügge vor drohenden massiven Auswirkungen in der jetzigen Phase der Corona-Krise vor allem für Vereine aus der 3. Liga sowie den Regionalligen und der Frauen-Bundesliga. Die VBG wies am Samstag auf mögliche Entlastungen durch Stundungen und Ratenzahlungen sowie die frühzeitige Mitteilung der Erhöhung hin.

«Macht die VBG ihre Ankündigung wahr, werden in den kommenden Tagen Beitragsbescheide verschickt, die bis zum 15. Mai zu zahlen sein werden. Die gesamte Beitragslast für beispielsweise die Clubs der 3. Liga wurde mit rund 11,75 Millionen Euro erwartet. Nun werden dies rund 13 Millionen Euro sein», erklärte der DFB-Funktionär. Mehrere Vereinsvertreter aus den Regionalligen hätten ihm gesagt: «"Dann geht bei uns das Licht aus!" Und ich kann mir vorstellen, dass es bei dem ein oder anderen Verein der 3. Liga ähnliche Auswirkungen hätte», sagte Osnabrügge.

Die VBG hatte als eine der großen Berufsgenossenschaften und Träger der gesetzlichen Unfallversicherung tags zuvor beschlossen, dass «erstmals seit zehn Jahren» der Beitragsfuß der Umlage für Pflicht- und freiwillig Versicherte steige und bei 4,60 Euro für das Jahr 2019 liege. Die Unfallversicherung ist auch für die Vereine im professionellen Fußball eine gesetzliche Pflichtversicherung.

Der DFB hatte nach eigenen Angaben mit der Deutschen Fußball Liga, der Handball-Bundesliga, der Basketball Bundesliga und der Deutschen Eishockey Liga die VBG vorher mit der Bitte kontaktiert, die Beiträge für 2019 generell zu stunden beziehungsweise Gespräche über einen Beitrags-Erlass zu führen.

«Dass man nun wohl plant, die Beitragsbescheide so zu verschicken, als wäre in Deutschland nichts passiert, ist schlimm. Dass begleitend auch noch bekannt gegeben wird, dass sich die Beiträge dramatisch erhöhen, verschlägt mir die Sprache.» Der DFB-Schatzmeister kündigte an, dass sich der Verband erneut an die VBG wenden wolle.

Diese erklärte, es werde im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten alles getan, um die Belastungen für die Mitgliedsunternehmen, darunter auch die Sportunternehmen und Verbände, so gering wie möglich zu halten. Zudem sei der Beitragsfuß über zehn Jahre stabil gewesen. «Bereits im letzten Jahr zur Umlage 2018 sind die Mitgliedsunternehmen der VBG frühzeitig über die Erhöhung des Beitragsfußes 2019 informiert worden. Die aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie waren für niemanden so vorhersehbar», hieß es weiter.

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