Coronavirus-Krise
Frankreich-Coach Deschamps: Gesundheit hat Priorität

Paris (dpa) - Der französische Weltmeister-Trainer Didier Deschamps sieht in der Wiederaufnahme der Fußball-Saison in der Coronavirus-Krise vor allem wirtschaftliche Interessen.

Mittwoch, 27.05.2020, 11:50 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 11:52 Uhr
Didier Deschamps ist der Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft.
Didier Deschamps ist der Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft. Foto: Ina Fassbender

«Schauen Sie sich die in Spanien und England getroffenen Entscheidungen an. Diese beiden großen Fußballnationen planen die Wiederaufnahme der La Liga und der Premier League, aber sie haben beschlossen, die Frauenligen nicht wieder aufzunehmen, die wesentlich weniger Einnahmen generieren. Das sagt alles!», erklärte Deschamps in der französischen Zeitung «Le Parisien». Zum Saisonabbruch in Frankreich sagte Deschamps: «Es ist eine Regierungsentscheidung, die mir konsequent und weise erscheint. Sie muss akzeptiert werden.»

Mit Blick auf die Bundesliga sagte der 51 Jahre alte Trainer, dass er die Spiele schaue, seitdem sie in Deutschland wieder begonnen haben. «Es sieht auf jeden Fall nach Fußball aus», sagte er. Allerdings empfinde er einige Regelungen als inkonsequent. «Ich sehe Spieler, die ein Spiel mit allen Elementen des Fußballs spielen: Kontakt und Zusammenstöße. Und dann sieht man auf den Tribünen Auswechselspieler, die Masken tragen und zwei Meter voneinander entfernt sind», so Deschamps. «Ehrlich gesagt, verstehe ich das nicht. Sie befinden sich alle im selben Raum und könnten jeden Moment ins Spiel kommen. Besteht auf der Tribüne ein erhöhtes Risiko?» Das gefalle ihm nicht.

Deschamps betonte, dass derzeit die Gesundheit eindeutig Priorität habe. «Fußball ist meine Leidenschaft. Ich brauche das Adrenalin, das aus den Trainingslagern und der Vorbereitung auf die Spiele mit meinen Spielern kommt», sagte er. Doch dieser Mangel werde schnell zweitrangig, wenn die gewohnten Trainings- und Spielbedingungen nicht mehr gegeben seien und es keine Freude für Spieler und Zuschauer mehr gebe.

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