2. Liga
Aufstiegs-Schneckenrennen: Stuttgart und Heidenheim patzen

Die Aufstiegsanwärter in der 2. Liga patzen am Wochenende. Nutznießer könnte der Hamburger SV sein. Einen Dämpfer im Kampf um den Klassenverbleib kassiert der Karlsruher SC.

Sonntag, 07.06.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 16:52 Uhr
Osnabrücks Bashkim Ajdini in Aktion gegen Tanguy Coulibaly (r) vom VfB Stuttgart.
Osnabrücks Bashkim Ajdini in Aktion gegen Tanguy Coulibaly (r) vom VfB Stuttgart. Foto: Tom Weller

Stuttgart (dpa) - Das Aufstiegsrennen in der 2. Fußball-Bundesliga findet im Schneckentempo statt. Am Sonntag kam der Tabellenzweite VfB Stuttgart gegen den VfL Osnabrück nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus.

«Das fühlt sich wie eine Niederlage an», räumte Torhüter Gregor Kobel nach dem Rückschlag an. Von den vergangenen sieben Spielen gewann das Team von Trainer Pellegrino Matarrazo nur zwei.

«Offensiv waren wir nicht zwingend genug. Es hat der letzte Punch gefehlt. Da muss von uns mehr kommen», schimpfte Kobel. Stuttgart läuft nun Gefahr, am Montag auf Rang drei zurückzufallen. Der Hamburger SV kann dann mit einem Sieg im Nord-Duell gegen Holstein Kiel (20.30 Uhr) wieder am VfB vorbeiziehen. Zudem verpassten es die Schwaben, weiter auf den souveränen Spitzenreiter Arminia Bielefeld aufzuschließen. Die Ostwestfalen patzten bereits am Samstag beim 1:1 (1:1) gegen den 1. FC Nürnberg.

«Wir merken, wie schwer wir uns tun, weil sich die Gegner immer wieder wehren», hatte Stuttgarts Sportvorstand Thomas Hitzlsperger bereits vor dem Spiel geunkt und Recht behalten. Stuttgart quälte sich durch die Partie und bleibt mit 52 Punkten aus 30 Spielen fünf Zähler hinter der Arminia, die zudem noch ein Nachholspiel hat.

Der Vierte 1. FC Heidenheim verpasste es beim 1:2 (0:2) bei Hannover 96 zudem zum fünften Mal, nachdrücklich Druck auf das Spitzentrio auszuüben und auf einen Top-Drei-Platz zu springen. Ein Tor von Stefan Schimmer (75.) war zu wenig für den Außenseiter von der Ostalb. «So lange wir unsere Spiele nicht gewinnen, brauchen wir nicht über mehr zu reden», schimpfte Sturm-Routinier Marc Schnatterer zur Aufstiegsfrage. Die bundesliga-erfahrenen Marvin Duksch (30.) und Edgar Prib (41.) schossen Hannover zum dritten Sieg im fünften Spiel seit dem Saison-Wiederbeginn. Heidenheim hingegen schaffte in der gesamten Rückrunde noch keine zwei Siege am Stück.

Die Patzer der Konkurrenz geben dem Hamburger SV am Montag die Chance, wieder auf Platz zwei zu springen und den Vorsprung auf Heidenheim auf vier Punkte auszubauen. Am Vortag hatte Bielefeld gegen die abstiegsbedrohten Nürnberger erneut Punkte liegen gelassen. Seit der Saison-Fortsetzung Mitte Mai gewann Bielefeld von bisher vier Spielen nur eins. «Wenn man das Fell des Bären verteilt, bevor er erlegt ist, können wir eine böse Überraschung erleben», rügte Arminias Sportchef Samir Arabi. Die Ostwestfalen profitieren aber auch von der fehlenden Konstanz der Zweitliga-Großclubs Stuttgart und HSV und haben noch das Nachholspiel gegen Schlusslicht Dresden in der Hinterhand.

Dynamo schöpft durch das 3:2 (2:2) am Samstag beim direkten Konkurrenten SV Wehen Wiesbaden neuen Mut. «Wir haben zwei Spiele, um nachzulegen. Deshalb glaube ich, dass uns das unheimlich Aufwind gibt», sagte Dynamo-Coach Markus Kauczinski nach dem Last-Minute-Sieg durch das späte Siegtor von Simon Makienok (89.) beim Vorletzten. Dynamo (27 Punkte) hat noch zwei Nachholspiele und noch sechs Zähler Rückstand auf Rang 15. Bereits am Dienstag gegen die SpVgg Greuther Fürth können die Sachsen den letzten Platz verlassen.

Der Drittletzte Karlsruher SC erlitt am Sonntag hingegen wieder einen Dämpfer und unterlag bei Erzgebirge Aue 0:1 (0:1). Durch das Tor von Florian Krüger (9.) vergrößerte sich der Rückstand des KSC auf Nürnberg auf dem ersten Nicht-Abstiegsrang 15 auf drei Zähler. Am kommenden Wochenende kommt nun der VfB Stuttgart zum Prestige-Duell. «Ich sehe das Leben jeden Tag als Chance. Wir sollten uns nicht kleiner machen und schauen, dort zu punkten», sagte KSC-Trainer Christian Eichner.

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