DFB-Frauen
Däbritz strebt mit DFB-Elf Sieg gegen Irland an

Sara Däbritz hat eine Kreuzband-Operation mit langer Reha hinter sich. Doch nun fühlt sich die Fußball-Nationalspielerin körperlich so gut wie nie. Gegen Irland am Samstag soll mit der DFB-Elf ein Sieg und die Tabellenführung in der EM-Qualifikation her.

Freitag, 18.09.2020, 13:51 Uhr
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (l) und Sara Däbritz treffen auf Irland.
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (l) und Sara Däbritz treffen auf Irland. Foto: Sebastian Gollnow

Essen (dpa) - Fußball-Nationalspielerin Sara Däbritz ist gut gelaunt und positiv gestimmt wie eigentlich immer.

«Wir freuen uns, dass wir nach so langer Zeit wieder Fußball spielen können und ein Länderspiel haben. Man sieht nur fröhliche Gesichter», berichtet die 25 Jahre alte Mittelfeldspielerin vor dem Kaltstart der DFB-Frauen nach mehr als sechsmonatiger Länderspielpause. Dabei wird die Partie gegen Irland am Samstag (14.00 Uhr/ZDF) in der EM-Qualifikation gleich ein Härtetest, denn die Irinnen gelten als stärkster Gruppengegner. «Wir müssen und wollen liefern», betonte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Irland ist bei einem Spiel mehr mit 13 Punkten derzeit Tabellenführer vor der deutschen Elf, die in vier Partien mit vier Siegen und 31:0 Toren eine makellose Bilanz aufweist. Nun wollen Alexandra Popp und Co. gegen die physisch starken Irinnen Platz eins erobern. Die Bilanz gegen Irland von vier Siegen in vier Duellen - immer in der WM-Qualifikation - ist zusätzlich ermutigend. «Wir wollen unbedingt die drei Punkte einfahren. Wir gehen mit großer Vorfreude in die Partie», sagt Däbritz.

Dass die in Amberg geborene Oberpfälzerin nach rund achtmonatiger Pause wieder zurück im Kreis der DFB-Elf ist, war der Bundestrainerin sehr wichtig. «Ich wollte sie als Führungsspielerin unbedingt dabei haben. Sara macht einen guten Eindruck, das hat sich auch im Training schon angedeutet», lobt sie. Mit Däbritz habe sie unter der Woche ein «tolles Gespräch» gehabt. «So eine Verletzung mit langer Reha prägt einen ja auch nochmal. Sie wirkt sehr stabil und als Mensch gereift.»

Vor mehr als einem Jahr wechselte Däbritz von Bayern München zu Paris Saint-Germain. Bei einem Ligaspiel des französischen Spitzenclubs im Dezember 2019 in Montpellier zog sich die Europameisterin von 2013 einen Kreuzbandriss im Knie zu. Der Operation in Paris folgte eine lange Reha, die sie wegen des Corona-Ausbruchs im Frühjahr größtenteils nahe ihrer Heimat in Donaustauf absolvieren konnte.

«In so einem Moment merkt man erst, wie sehr einem der Fußball und die Mädels auf dem Platz fehlen», erklärt Däbritz. «Aber ich hatte auch Glück im Unglück. So konnte ich fast drei Monate zu Hause wohnen und hatte im Eden-Rehazentrum eine hervorragende Betreuung.»

Da der Spielbetrieb wegen der Pandemie in Frankreich ruhte, verpasste sie nicht viel, konnte sich ohne Druck ihrer Reha widmen und in Form bringen. Nun fühle sie sich «fit wie nie», sagt Däbritz. «Körperlich bin ich in einen besseren Zustand als vorher.»

Gleichwohl will sie es noch nicht übertreiben, und Voss-Tecklenburg ihre Topakteurin nicht überbelasten. Daher ist die 70-malige Nationalspielerin wie die zuletzt stark geforderten Popp, Svenja Huth und Kathrin Hendrich (alle Wolfsburg) nur in Essen eingeplant und wird am Sonntag nicht mit dem DFB-Tross nach Montenegro reisen. In Podgorica steht am Dienstag (16.00 Uhr/ARD) das nächste Qualifikationsspiel zur EM 2022 in England an.

Am Samstag sind in der Ruhrmetropole wegen der UEFA-Auflagen keine Zuschauer erlaubt. Mit Geisterspielen haben sich auch die deutschen Frauen arrangieren müssen. «Natürlich ist das schade. Wir hätten gerne vor unseren Fans gespielt. Wir vermissen sie, aber so sind nun mal im Moment die Gegebenheiten», sagt Däbritz. Und irgendwann kann die Frohnatur auch wieder mit den Fans im Stadion gemeinsam jubeln.

© dpa-infocom, dpa:200918-99-615041/3

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