14. Spieltag
Dämpfer für Bayern-Verfolger Leverkusen in Frankfurt

Bayer Leverkusen hat mit dem 1:2 bei Eintracht Frankfurt die Chance vergeben, zumindest vorübergehend an die Bundesliga-Tabellenspitze zurückzukehren. Für die Werkself war es die erste Auswärtsniederlage der Saison.

Samstag, 02.01.2021, 18:57 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 19:00 Uhr
Frankfurts Amin Younes (l) im Zweikampf mit Leverkusens Julian Baumgartlinger.
Frankfurts Amin Younes (l) im Zweikampf mit Leverkusens Julian Baumgartlinger. Foto: Michael Probst

Frankfurt/Main (dpa) - Peter Bosz suchte erst gar nicht nach Ausreden für die Niederlage. «Wir haben verdient verloren. Frankfurt war viel besser», bekannte der Trainer von Bayer Leverkusen unumwunden nach dem 1:2 (1:1) im Fußball-Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt.

Dieser klaren Aussage schloss sich auch Nadiem Amiri an, der in der 10. Minute das Führungstor für die Werkself erzielte: «Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, es war keine richtige Spannung drin im Gegensatz zu den Frankfurtern.» Bayer 04 hat mit der ersten Auswärtsniederlage und der zweiten verlorenen Partie der Saison die Chance auf die vorübergehenden Rückkehr an die Tabellenspitze vertan.

Für die Hessen erzielte Amin Younes (22.) den Ausgleich. Edmond Tapsoba (54.) ebnete mit seinem Eigentor den zweiten Sieg der Hessen nacheinander. Mit einem Sieg wäre Leverkusen zumindest für einen Tag an Spitzenreiter FC Bayern München, der am Sonntag den FSV Mainz 05 empfängt, vorbeigezogen. Im DFB-Pokal hat Bayer schon am 12. Januar gegen Frankfurt die Chance auf Revanche.

Die Eintracht strebt weiter in Richtung der Europacupplätze und zeigte auch ohne die Unterstützung der Fans, dass sie Bayer 04 Paroli bieten kann. Immerhin hatten die Hessen die vergangenen beiden Heimspiele gegen die Rheinländer gewonnen. «Der Sieg ist absolut verdient. Die Art und Weise hat mir imponiert», sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Ebenso, dass seine Mannschaft in 71. Liga-Duell das frühe 0:1 gut verkraftete. Eingeleitet wurde der Treffer durch einen kleinen Geniestreich von Florian Wirtz, der den Ball mit einem Heber zu Amiri spielte. Der deutsche Nationalspieler setzte sich gegen Erik Durm durch und schoss per Hacke durch die Beine von Eintracht-Torwart Kevin Trapp ein.

Danach wurde die auf drei Positionen im Vergleich zum siegreichen Spiel beim FC Augsburg (2:0) veränderte Startelf der Hessen immer stärker und kam ausgerechnet durch Younes, der den Vorzug vor Aymen Barkok bekam, nach gut 20 Minuten zum Ausgleich. Nach einem cleveren Zuspiel von Djibril Sow traf er mit einem Schuss aus 18 Metern zum 1:1. Es war erst das zweite Bundesligator für Younes: Im Februar 2013 hatte er für Borussia Mönchengladbach erstmals getroffen.

Danach war die Eintracht weiter zielstrebiger nach vorne als die Leverkusener - und hatten ein Chancenplus. Die beste Möglichkeit hatte vor der Pause dabei wieder Younes (39.), der nach einem Zuspiel des ideenreichen Daichi Kamada den Ball nicht richtig traf und fast vom Elfmeterpunkt weit über das gegnerische Tor drosch. «Den hätte ich machen müssen», meinte Younes zur vergebenen Großchance.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Frankfurter am Drücker, ließen vor dem eigenen Tor nicht viel zu, machten weiter Druck und kamen zum 2:1. Mit Mithilfe des Gegners in der 54. Minute: Erst stand Mitchell Weiser, der als Ersatz für die positiv auf das Coronavirus getesteten Wendell und Daley Sinkgraven auf der linken Verteidigerposition spielen musste, bei der Hereingabe von Kamada nicht gut, dann bugsierte Tapsoba den Ball ins eigene Tor.

Der Japaner Kamada hätte in der 72. Minute selbst auf 3:1 erhöhen können, doch sein Volleyschuss aus zehn Metern ging am rechten Pfosten vorbei. Glück hatte die Eintracht, als Abwehrchef Martin Hinteregger (82.) den Ball gegen das Lattenkreuz des eigenen Tores lenkte. «Das war ein Topspiel gegen Leverkusen», meinte der Österreicher erleichtert nach seinem folgenlosen Schnitzer.

© dpa-infocom, dpa:210102-99-877225/3

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