Gehaltsobergrenze
Martin Schulz: Riesige Ablösesummen im Fußball ein «Skandal»

Berlin (dpa) - Der SPD-Politiker Martin Schulz befürwortet eine Gehaltsobergrenze im Profi-Fußball. «Die Exzesse bei der Spielerbezahlung und bei den Transfersummen überfordern die Vereine», sagte er in einem Interview den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Mittwoch, 03.03.2021, 19:31 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 19:34 Uhr
Kritisiert die riesigen Ablösesummen im Profi-Fußball: Martin Schulz (SPD), Bundestagsabgeordneter.
Kritisiert die riesigen Ablösesummen im Profi-Fußball: Martin Schulz (SPD), Bundestagsabgeordneter. Foto: Sebastian Gollnow

Ablösesummen von mehreren hundert Millionen Euro seien ein «Skandal». Auch Berater-Honorare sollten Schulz zufolge begrenzt werden. Wie auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff oder Grünen-Politiker Cem Özdemir war Schulz Teil der «Taskforce Zukunft Profifußball» der Deutschen Fußball Liga (DFL). Neu entfacht wurde die Debatte um eine Gehaltsobergrenze durch die Corona-Pandemie. Es müsse eine internationale Lösung gefunden werden, betonte Schulz. «Sonst haben wir am Ende in Deutschland klare Regeln – und zum Beispiel die Engländer sagen: Ist doch schön, jetzt sind wir unsere Konkurrenten los». Dass es dafür auch in anderen Ländern Unterstützung gebe, halte er für wahrscheinlich. «Auch die Ligen in Spanien und Italien bestehen ja nicht nur aus milliardenschweren Top-Clubs».

Mit Blick auf aktuelle Debatten kritisierte der SPD-Politiker, dass Vereine trotz Corona in der Champions League teilweise ihre Spiele verlegen und quer durch Europa reisen mussten. Das spreche gegen die Vernunft. «Ich finde es schwierig, gerade wenn in Risikogebiete gereist wird», sagte Schulz. Profi-Fußballer früher zu impfen, davon halte er ebenfalls wenig. «Ich bin dagegen, wir sollten keine Ausnahmen machen», sagte der ehemalige Kanzlerkandidat.

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