Kommentar zur Trainer-Entlassung
Tuchel-Aus beim BVB: Nur Verlierer und ein tiefer Spalt

Am Ende gibt es in diesem verwirrenden Ränkespiel nur Verlierer. Thomas Tuchel hat seinen Job verloren. Und Hans-Joachim Watzke, das Gesicht des BVB-Vorstands, wertvollen Rückhalt in der Anhängerschaft. 

Dienstag, 30.05.2017, 17:02 Uhr aktualisiert: 30.05.2017, 17:18 Uhr
Kommentar zur Trainer-Entlassung : Tuchel-Aus beim BVB: Nur Verlierer und ein tiefer Spalt
Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel (r.) und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke unterhalten am Rande des Trainings der Mannschaft. Foto: dpa

Die Monate währende Zerreißprobe hat Borussia Dortmund tief gespalten. Es gibt unterschiedliche Lager in der Mannschaft. Und noch mehr entzweit sind die Fans. Musste das alles sein?

Womöglich hätte dieses irgendwie doch schmutzige Finale im Streit zwischen Trainer und Geschäftsführung durch ein klärendes Gespräch zum richtigen Zeitpunkt verhindert werden können. Er wurde verpasst, irgendwann waren die Fronten komplett verhärtet und jede Partei nur noch bemüht, so wenig Schaden wie möglich zu nehmen.

Vorzeitges Ende für Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund

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  • Ein schweres Erbe trat Fußball-Coach Thomas Tuchel (r.) am 1. Juli 2015 in Dortmund an: Der ehemalige Coach von FSV Mainz 05 wurde Nachfolger des in Dortmund sehr beliebten Jürgen Klopp als BVB-Cheftrainer

    Foto: dpa
  • Im Umgang mit Spielern und Club-Umfeld gilt Thomas Tuchel als teilweise nicht unkompliziert.

    Foto: Bernd Thissen
  • Laut Fachleuten kann der ehrgeizige Trainer gut mit jungen Spielern zusammenarbeiten - das Bild zeigt Tuchel (r.) mit Ousmane Dembele.

    Foto: Witters
  • Nicht immer auf einer Wellenlänge soll er mit gestandenen Spielern liegen. Kritisiert wurde Tuchel beispielsweise nach dem DFB-Pokalsieg 2017 von BVB-Kapitän Marcel Schmelzer, der die Nicht-Nominierung des langjährigen Dortmunder Mittelfeldspielers Nuri Sahin im Finale öffentlich in Frage stellte.

    Foto: Imago
  • Spekuliert wurde in der Saison 2016/17 oftmals, ob Thomas Tuchel Teile der Mannschaft nicht mehr auf seiner Seite hatte.

    Foto: Soeren Stache
  • In der öffentlichen Wahrnehmung wurde die vermutete Distanz des BVB-Trainers zu einigen Spielern durch seine Auftritte nach dem Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus zum Teil widerlegt, als er sich vor seine Spieler stellte und für mehr Einfühlungsvermögen warb.

    Foto: Guido Kirchner
  • Problematisch blieb der Umgang mit den älteren Profis im Kader - so soll auch die Chemie zwischen dem BVB-Coach und dem deutschen Nationalspieler und WM-Held Mario Götze nicht gestimmt haben.

    Foto: Guido Kirchner
  • Zum Verhängnis wurde Thomas Tuchel aber vor allem die zerrüttete Beziehung zu Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.).

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  • Ebenfalls problematisch: Dortmunds Marco Reus gilt im Clubumfeld als Befürworter von Lucien Favre als neuem BVB-Trainer.

    Foto: Soeren Stache
  • Echte Liebe mit kurzer Haltbarkeitszeit: Nur zwei Saison dauerte die Amtszeit von Thomas Tuchel beim BVB.

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  • Sportlich kann sich seine Abschiedssaison sehen lassen: Thomas Tuchel schaffte mit dem BVB als Tabellen-3. die Qualifikation für Champions League und gewann mit dem Team den DFB-Pokal.

    Foto: Ina Fassbender
  • „Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht. Danke an die Fans, an die Mannschaft, an den Staff und an alle, die uns unterstützt haben. Wünsche dem @BVB alles Gute“, verabschiedete sich der Fußball-Trainer Thomas Tuchel via Twitter von Borussia Dortmund.

    Foto: Soeren Stache

Tuchel hat am Samstag einen Titel gewonnen und verlässt die Bühne in der öffentlichen Wahrnehmung nun ein bisschen als Opfer. Ob er das wirklich ist, kann ob der mangelnden Transparenz des ausgeuferten Streits nicht wirklich beurteilt werden. Möglicherweise war der Trainer auch die treibende Kraft im Intrigen-Dschungel und Watzke, der den Club einst vor der Insolvenz rettete und ihn seit zwölf Jahren ziemlich vorbildlich führt, ein bisschen Opfer, weil er versucht hat, die öffentliche Schlammschlacht zu verhindern zum Wohle des Vereins.

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Wirklich gelungen ist ihm das nicht. Am Ende bleibt vieles ungesagt und ungeklärt und damit im Dunkeln.  

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