So., 26.08.2018

Fußball: Bundesliga Favre glückt das Heimdebüt – Borussia Dortmund bezwingt Leipzig mit 4:1

Akrobatisch: Mahmoud Dahoud köpft spektakulär zum 1:1 für Dortmund ein. Die Leipziger Gegenspieler können da nur staunend zusehen, wie dem Mittelfeldspieler der Treffer gelingt. Das 4:1 war ein starker Einstand für Neu-Trainer Lucien Favre (kleines Foto).

Akrobatisch: Mahmoud Dahoud köpft spektakulär zum 1:1 für Dortmund ein. Die Leipziger Gegenspieler können da nur staunend zusehen, wie dem Mittelfeldspieler der Treffer gelingt. Das 4:1 war ein starker Einstand für Neu-Trainer Lucien Favre (kleines Foto).

Dortmund - 

Fast schon ein Traumstart für Borussia Dortmund und den neuen Coa ch Lucien Favre. Der Erstligist bezwang im eigenen Stadion RB Leipzig mit 4:1 (3:1). Nach dem frühen Rückstand nach 31 Sekunden zeigte der BVB eine Reaktion und gewann verdient.

Von Wilfried Sprenger

Für Lucien Favre, den neuen Trainer, war das Debüt bei Borussia Dortmund am Sonntag so malerisch wie die Berglandschaft in seiner Schweizer Heimat. 4:1-Sieger über RB Leipzig, die Fans direkt hinter sich, als Krönchen die Tabellenführung – irgendwie perfekt. Allerdings nur für den Moment, weil die Zahlen die Verhältnisse nicht wirklich widerspiegelten. Leipzig war zunächst besser und später lange gleichwertig. Favre sah dies und sagte nach seinem Premierensieg vor eigenem Publikum: „Wir hatten Mühe und das Glück, die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt zu haben. Es ist heute alles gut gelaufen für uns.“

Dortmund sucht den Neuanfang, viele Konten sind auf Null gestellt, nur wer in den nächsten Wochen punktet, wird mitgenommen auf die Reise. Da ist mächtig Konkurrenzkampf im 29 Köpfe zählenden Kader, längst nicht jeder findet einen Platz. Am Sonntag saßen Ömer Toprak, Jeremy Toljan, Shinji Kagawa und Nuri Sahin auf der Tribüne. Der junge Schwede Alexander Isak musste mit den Amateuren nach Wiedenbrück aufs Land, dort sammelte auch Nationalspieler Julian Weigl Wettkampfpraxis. Mit Mario Götze meinte es das Schicksal da noch vergleichsweise gut; der ehemalige WM-Held durfte sich wenigstens mit den von Favre Auserwählten aufwärmen. Später schaute er im Trainingsanzug von der Bank zu.

Was Götze sah, hat den BVB in der Aufbruchstimmung ermutigt. Leipzig war wieder ein richtig guter Gegner. Doch anders als beim 2:3 im vergangenen Jahr ließ sich Dortmund diesmal nicht wegdrücken. Dabei hatte das 0:1 durch Jean-Kevin Augustin nach 31 Sekunden durchaus Horror-Format. Tatsächlich fiel die Borussia für kurze Zeit in Schockstarre, vor dem überragenden Schlussmann Roman Bürki wackelte die Kette bedenklich.

Dortmund brauchte 20 Minuten, um sich zu ordnen. Axel Witsel hielt im zentralen Mittelfeld die Fäden in der Hand. Die erste Chance hatte Nebenmann Thomas Delaney, dann zündete Marco Reus ein erstes Geschoss. Plötzlich ging alles sehr schnell, zu schnell für die Gäste beim 1:1 (21.). Nach Flanke des starken Marcel Schmelzer traf Mahmoud Dahoud per Kopfball. Der BVB war im Spiel und Bürki sorgte dafür, dass es so blieb. Klasse rettete der Schweizer gegen Augustin (28.). Und dann kochten die Emotionen im Stadion binnen drei Minuten komplett über. Erst verlängerte Leipzigs Marcel Sabitzer einen Freistoß von Marco Reus ins eigene Tor (40.). Dann erhöhte Witsel (43.) spektakulär auf 3:1. Spiel gedreht, Halbzeit, fabelhafte Stimmung.

Leipzig brauchte die Pause dringend, um sich auf dem Rasen wieder zuzuschalten. Tatsächlich blieben die Sachsen griffig, mehrfach waren sie dem Anschlusstreffer nahe, doch Bürki hatte immer noch die Hände im Spiel. Da auch der BVB kein Abschlussglück hatte, änderte sich in dieser rassigen Partie lange nichts am Spielstand. Erst in der Nachspielzeit veredelte Reus einen Konter zum 4:1. Witsel, der Neue, war ziemlich begeistert vom ersten Mal im Fußball-Park. „Die Fans sind großartig. Es ist eine große Ehre für mich, hier zu spielen.“



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