Fußball: Bundesliga
Trotzig in schwieriger Situation – Borussia Dortmund erwartet Bayer Leverkusen

Münster -

Dem wankenden Tabellenführer Borussia Dortmund bleiben die Personalprobleme erhalten. Anders als beim BVB erhofft, lässt das Comeback von Marco Reus und Lukasz Piszczek weiter auf sich warten. „Beide werden nicht dabei sein“, sagte Trainer Lucien Favre am Freitag mit Bezug auf das knifflige Spitzenspiel am Sonntag (18 Uhr) gegen Bayer Leverkusen.

Freitag, 22.02.2019, 17:08 Uhr
Sportdirektor Michael Zorc (links) sagt: „Wir sind immer noch Spitzenreiter.“ – Trainer Lucien Favre versichert: „Die Stimmung ist unverändert. Im Training haben alle Spaß.“
Sportdirektor Michael Zorc (links) sagt: „Wir sind immer noch Spitzenreiter.“ – Trainer Lucien Favre versichert: „Die Stimmung ist unverändert. Im Training haben alle Spaß.“ Foto: dpa

In den vergangenen Tagen dominierten Schalke, Pep Guardiola, die Bayern und Jürgen Klopp die Schlagzeilen. XXL-Fußball, Champions League halt. Dort spielt Borussia Dortmund auch mit. Zumindest 90 Minuten noch. Nach dem 0:3 im Achtelfinal-Hinspiel bei Tottenham Hotspur sind nur verwegene „Zocker“ bereit, Geld auf einen Verbleib des BVB im Wettbewerb zu setzen.

Die Borussia hatte ihren voraussichtlich vorletzten Auftritt in Europa bereits am 12. Februar. Letzten Montag war Nürnberg das Ziel in der Bundesliga. Eine Dienstreise in den Keller der Tabelle. Freiburg (13.) und Stuttgart (16.) haben dort in dieser Saison schon die volle Punktzahl eingetütet. Der Klassenbeste kam über ein schmuckloses 0:0 nicht hinaus. Keines der letzten fünf Pflichtspiele hat der BVB gewonnen. In der Liga spielte er zuletzt drei Mal unentschieden. Das hilft vielleicht am Tabellenende. An der Spitze nicht. Und deshalb gibt es nun Diskussionen, ob Dortmund schon in der Krise ist oder erst auf eine zusteuert.

Es kann den Borussen nicht unangenehm gewesen sein, dass in dieser Woche andere Clubs für die Balkenüberschriften sorgten. Das gab dem Ligaprimus ein bisschen Ruhe, jetzt rückt er wieder in den Fokus. Verfolger Bayern München schließt mit hoher Wahrscheinlichkeit am Samstag nach Punkten auf, die Reaktion des BVB im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen tags darauf wird den Zustand der Westfalen sehr genau beschreiben. Ein Dreier gegen das beste Team der Rückrunde würde die Brust der Dortmunder definitiv wieder ein paar Zentimeter breiter machen.

Wer hoch hinaus will, tatsächlich aber schon einige Zeit auf der Stelle tritt, macht nicht alles richtig. Vielleicht sogar etwas falsch. Das führt mitunter in eine Trotzhaltung. Zwei Tage vor der Partie mit Leverkusen erklärte Sportdirektor Michael Zorc: „Wir sind immer noch Spitzenreiter. Und wir haben immer noch erst ein Spiel verloren.“ Beides ist richtig. Aber wie oft kann Zorc das noch sagen? Und wie lange bleibt die Freude auf der Übungswiese? Coach Lucien Favre hält weiter an seinem Lächeln fest. So als seien die Unentschieden in der Liga, das 0:3 bei den Spurs und der Pokal-K.o. gegen Bremen ein Stück Normalität. Die Stimmung im Team habe sich nicht verändert, versichert der Schweizer. Und im Training hätten alle weiter viel Spaß.

Dabei werden die Sorgen nicht weniger. Ein Comeback des verletzten Marco Reus (Muskelfaserriss) gibt es am Sonntag definitiv nicht, auch Abwehrspieler Lukasz Piszczek fehlt gegen den Tabellenfünften. Insbesondere der Ausfall des Kapitäns setzt dem BVB enorm zu. „Er ist sehr, sehr wichtig für Dortmund“, weiß auch Leverkusens Trainer Peter Bosz. Der Niederländer betreute die Borussia im Herbst 2017, kurz vor Weihnachten wurde er damals wegen zunehmender Erfolglosigkeit entlassen. Nun steht der smarte 55-Jährige auf der anderen Seite und freut sich auf die Rückkehr. „Meine Zeit in Dortmund war kurz, aber gut“, sagte er am Freitag.

Nicht gut war sein aktuelles Team am Donnerstagabend in der Europa League. Beim 1:1 gegen den russischen Erstligisten Krasnodar verabschiedete sich Leverkusen aus der Europa League. Nach Kopfschmerz in der Nacht und der Analyse am nächsten Morgen war Bosz fertig mit dem internationalen Wettbewerb. „Es ist vorbei, jetzt schaue ich nach Dortmund.“ Dort beschäftigt sich Trainer Favre bereits seit Dienstag mit Leverkusen. Am Freitagmittag sagte er: „Jede Mannschaft hat ihre Qualität, aber auch ihre Fehler.“

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