Fußball: Bundesliga
Mit Hängen und Würgen schlägt Borussia Dortmund den FSV Mainz 05

Dortmund -

Eine Woche nach der krachenden 0:5-Schlappe bei Titelverteidiger Bayern München hat Borussia Dortmund nur ein wenig Frustbewältigung betrieben und den FSV Mainz mit 2:1 (2:0) geschlagen.

Sonntag, 14.04.2019, 19:46 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 20:20 Uhr
Matchwinner für Dortmund: Jadon Sancho
Matchwinner für Dortmund: Jadon Sancho Foto: dpa

Am Ende waren alle einfach nur froh, dass es vorbei war. Das kommt im Dortmunder Fußball-Schauspielhaus weiß Gott nicht oft vor. Tief im Westen der Republik schreit das Publikum gern nach Zugaben. Und auch die Protagonisten erwecken mitunter den Eindruck, dass sie noch ein bisschen länger laufen könnten als 90 Minuten. Am Samstag liefen alle Dortmunder zusammen 126,5 Kilometer. Das war Saisonrekord und noch eine andere Bestmarke wurde an diesem ruppig kühlen April-Abend geknackt: Auch im 15. Heimspiel erzielte der daheim weiter ungeschlagene BVB mindestens zwei Tore. Eine Dortmunder Erfolgsgeschichte war diese 29. Ligapartie dennoch nicht. Mühsam schwamm die Borussia zum glücklichen 2:1 (2:0) gegen den FSV Mainz 05. Den letzten Pfiff im Spiel begriffen alle als Erlösung und Rettung gleichermaßen.

Tabellarisch betrachtet, hat der BVB nach wie vor erstklassige Titelchancen. Doch schon seit geraumer Zeit spielt die Mannschaft nicht mehr die Sterne vom Himmel. Die letzten vier Erfolge in der Liga waren mit Makeln behaftet, nur mit reichlich Fortune und/oder späten Toren kam das Team gegen Stuttgart, Wolfsburg und Mainz sowie auswärts in Berlin mit heiler Haut davon. Und dann gab es ja noch dieses dilettantische 0:5 bei den Bayern – anderthalb Lehrstunden, die den Schüler spürbar überforderten und nachhaltig verunsichern. Vor den wichtigsten Klausuren dieses Halbjahres genügen jedenfalls Kleinigkeiten, um ihn seelisch aus der Bahn zu werfen. Sportdirektor Michael Zorc sagte nach der Zitternummer gegen den FSV Mainz 05: „Wir haben in der zweiten Halbzeit die Kontrolle verloren und richtig gewackelt.“

Das kann man so sehen und sagen, tatsächlich war der Leistungsabfall drastischer. Dortmund nahm nach der Pause nur noch gelegentlich am Spiel teil. Schon in den ersten 45 Minuten hatte der Hausherr fast 60 Prozent der Zweikämpfe verloren, später suchte er sie gar nicht mehr. Mainz, in der Regel sehr scheu auf fremden Plätzen, hatte am Samstag Raum, Lust, Chancen – und Pech. Zweimal (43. und 63.) traf Karim Onisiwo den Pfosten, noch öfter warf sich Borussias fabelhafter Torhüter Roman Bürki den Rheinhessen in den Weg. Lange vor dem späten Tor durch Robin Quaison (83.) hätte Mainz das 0:2 nach Doppelschlag von Jadon Sancho (16. und 24.) korrigieren können. Und auch danach gab es noch außergewöhnliche Chancen zum 2:2. Zu Recht bedankte sich der komplette BVB hernach bei Bürki. Der Schweizer allein machte den Unterschied aus.

BVB-Kapitän Marco Reus sprach in der Analyse von einem „Sieg mit Hängen und Würgen“. Trainer Lucien Favre sah zuerst die drei Punkte, nur das Ergebnis zähle an diesem Tag, meinte er. Gleichwohl gibt es in Dortmund in dieser Woche reichlich zu besprechen. Viel zu viel lief schief am ersten Wochenende nach der schlimmen Klatsche in München. Sie hat einige BVB-Profis wohl doch mehr beeindruckt, als sie zugeben mochten.

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