Fußball: Borussia Dortmund
Moukoko wird 16 und bald jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte

Münster -

Der Junge geht noch zur Schule und doch spricht schon die ganze Fußball-Welt über ihn. Tatsächlich gilt Youssoufa Moukoko als überragendes Talent. An diesem Freitag wird der Dortmunder 16 und vielleicht bereits am Wochenende jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte.

Donnerstag, 19.11.2020, 16:24 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 16:28 Uhr
Zielstrebig auf dem Weg in die Bundesliga: Youssoufa Moukoko hat in seiner Altersklasse kaum noch Herausforderungen.
Zielstrebig auf dem Weg in die Bundesliga: Youssoufa Moukoko hat in seiner Altersklasse kaum noch Herausforderungen. Foto: imago-images

An diesem Freitag feiert Youssoufa Moukoko seinen 16. Geburtstag. Das eröffnet dem jungen Burschen viele neue Perspektiven. Er darf nach Erwerb eines entsprechenden Führerscheins Trecker fahren und ab sofort auch bis 23 Uhr vor die Tür. Andere Möglichkeiten – wie beispielsweise eine Heirat oder die Eröffnung eines eigenen Kontos – benötigen noch die Zustimmung der Eltern. Dieses Einverständnis ist auch erforderlich, sollte es Moukoko in ein Tattoo-Studio ziehen. Was ja nicht komplett abwegig erscheint – schließlich ist der gebürtige Kameruner Fußballer.

Youssoufa Moukoko ist ein ganz und gar außergewöhnlicher Ballstreichler. Seit 2016 spielt er in den Jugendmannschaften von Borussia Dortmund und dort immerzu gegen zwei oder drei Jahre ältere Konkurrenten. Er schüttelt trotzdem alle ab und schießt Tore, wann und wie er will. Diese auffällige Überlegenheit hat der Familie schon ein bisschen Ärger beschert. Es gab Zweifel am Alter des begnadeten Talents – offiziell sind die Bedenken inzwischen aufgeräumt.

Der Teenager, der bei den Großeltern in Kamerun aufwuchs und nach Aussage des Vaters eigentlich immer nur auf der Straße kickte, hat in seiner Altersklasse alle hinter sich gelassen. Der DFB ist froh, einen solchen Diamanten funkeln zu sehen. Derweil bemüht sich Borussia Dortmund, den immensen Rummel um den Stürmer nicht noch größer werden zu lassen. Es ist eine kaum zu stemmende Übung gerade jetzt vor dem 16. Geburtstag des Jungstars. Und es macht es dem BVB nicht leichter, wenn der ehemalige und ebenfalls in Kamerun geborene Weltklassespieler Samule Eto’o Moukoko in einem Atemzug mit Lionel Messi nennt.

Moukoko hat alle hinter sich. Und noch alles vor sich. Sein Ehrentag baut ihm die Brücke zur Bundesliga. Schon im Spiel am Samstag bei Hertha BSC darf er für den BVB auflaufen. Damit würde er der jüngste Spieler in der Bundesliga-Historie. Ob es dazukommt, entscheidet Trainer Lucien Favre. Der Schweizer hat die Qualität des Talents längst gepriesen: „Er ist sehr gut, er hat ein super Potenzial. Und du weißt nie, mit welchem Fuß er spielt.“

Borussia Dortmund, das den deutschen U-Nationalspieler derzeit noch in einem Förderverhältnis beschäftigt, schirmt den weltweit Gepriesenen so gut es eben geht ab. Interview-Wünsche lehnt der Club kategorisch ab. Aber nicht überall reicht der Schild aus, um Moukoko, der noch zur Schule geht, vor Neid und – noch schlimmer – Anfeindungen zu schützen. Es ist noch gar nicht lange her, als der Spieler im A-Junioren-Spiel gegen den konkurrierenden Nachbarn Schalke 04 übel beleidigt wurde. Die Empörung war groß, Moukoko antwortete sehr erwachsen. Mit vier Toren in der nächsten Partie gegen RW Essen und per Botschaft bei Instagram: „Gott hat uns alle schön macht, wir sind alle besonders, denn egal, ob arm, reich, schwarz, weiß, am Ende des Tages bluten alle gleich“.

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