Corona-Pandemie
Watzke und Rauball erwägen längeren Verbleib beim BVB  

Dortmund (dpa) - Hans-Joachim Watzke kann sich wegen der Corona-Pandemie einen Verbleib als Geschäftsführer beim  Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund über das angepeilte Ende seiner Amtszeit 2022 vorstellen.

Freitag, 26.02.2021, 11:10 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 11:12 Uhr
Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer des BVB.
Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer des BVB. Foto: Bernd Thissen

«Ich kenne meine Verantwortung gegenüber diesem Verein sehr genau. Es ist völlig ausgeschlossen, dass ich in der größten Krise von Bord gehe», sagte der 61-Jährige in einem Interview des «Handelsblatt».

Er habe noch keine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Sein  Abschied Ende 2022 sei «zumindest nicht mehr so tief in meinen Gedanken wie vor der Pandemie», meinte er. Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer des BVB.

BVB-Präsident Reinhard Rauball würde einen Verbleib Watzkes sehr begrüßen. «Wir beide, Aki und ich, sind der klaren Auffassung, dass man das Schiff nicht verlassen kann, wenn aktuell eine solch bedrohende Situation herrscht. Es ist also durchaus denkbar, dass wir beide über das nächste Jahr hinaus noch im Amt sein werden. Wir werden diese Frage für uns persönlich spätestens bis zum Herbst entschieden haben», sagte der Jurist zu Sport1.

Auch der 74 Jahre alte Rauball verspürt wenig Lust auf den Ruhestand: «Meine Amtszeit läuft noch bis Ende des nächsten Jahres. Ich fühle mich zwischen 44 und 46, im Alter liegt also nicht das Problem.»

Die Dortmunder sind wie alle anderen Vereine von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Durch den Ausschluss von Zuschauern entgehen dem Verein pro Heimspiel etwa vier Millionen Euro. «Solange die Situation anhält, werden wir keine schwarzen Zahlen schreiben», sagte Watzke. Die Verbindlichkeiten liegen nach seinen Angaben aktuell bei 26,7 Millionen Euro. Das zeige, «dass der BVB eine große wirtschaftliche Stärke hat und sehr stabil ist».

Er mache sich keine Sorgen, dass der Club die Situation bewältigt. Den Dortmundern komme zugute, «dass wir mit Beginn der Pandemie keinen einzigen Cent Finanzverbindlichkeiten hatten», meinte er.

Dass es dennoch in der Corona-Krise zu Spielerverkäufen kommen könnte, ist seiner Ansicht nach durchaus möglich. «Ich schließe inmitten einer Pandemie mittlerweile gar nichts mehr aus. Es ist aber nicht zwingend angestrebt», sagte Watzke. «Auf Teufel komm raus bei Banken nach Kreditlinien zu fragen, nur um einen Spieler nicht zu verkaufen, wird nicht unser Weg sein.»

© dpa-infocom, dpa:210226-99-601353/3

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7839048?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820513%2F
Nachrichten-Ticker