Fußball: Champions League
Haaland schießt Borussia Dortmund gegen Sevilla ins Viertelfinale

Dortmund -

Ende gut, fast alles gut: Es war nicht nur ein hartes Stück Arbeit, sondern vor allem wieder einmal das Genie des norwegischen Wunderstürmers Erling Haaland, das Borussia Dortmund das Ticket fürs Champions-League-Viertelfinale bescherte. Haaland erzielte beide Treffer zum 2:2 gegen den FC Sevilla. Das Hinspiel hatte der BVB mit 3:2 gewonnen.

Dienstag, 09.03.2021, 23:32 Uhr aktualisiert: 10.03.2021, 17:16 Uhr
Vorlagengeber Marco Reus ist fest verankert in den Pranken von Dortmunds Tormaschine Erling Haaland. Nico Schulz will erste Hilfe leisten.
Vorlagengeber Marco Reus ist fest verankert in den Pranken von Dortmunds Tormaschine Erling Haaland. Nico Schulz will erste Hilfe leisten. Foto: Imago-images/Uwe Kraft

Es war knapp, es wurde hitzig, aber auch teils kurios und ultraspannend. Was für Borussia Dortmund zählte, war der Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Drei Wochen nach dem 3:2-Auswärtssieg beim FC Sevilla bangte der BVB zu Hause bis zum Schluss. Beim 2:2 (1:0) musste der Gastgeber einen heißen Fight über sich ergehen lassen. Ein nie aufsteckender Gegner erzeugte viel Druck und gab sich erst spät geschlagen.

Sevilla macht Druck

Gerade 120 Sekunden waren rum, als Emre Can einen unbedrängten Fehlpass in die Füße von Lucas Ocampos spielte, der Marwin Hitz zur Parade zwang. Die Andalusier waren fest entschlossen, das Hinspielresultat auszubügeln. Die Hausherren sahen sich im 4-3-3 frühen Pressingattacken ausgesetzt, die wenig Raum für einen geordneten Aufbau ließen. Selbst Erling Haaland war im eigenen Sechzehner gefordert. Entlastung Fehlanzeige. Die ersten zehn Minuten brachten den Gästen viele schnelle Ballgewinne und jede Menge Flanken, fast alles spielte sich in einer Hälfte ab. Diese Drangphase überstand Dortmund mit etwas Glück. Doch als wieder Can patzte, bot sich Suso die nächste Schusschance (18.).

Anspannung greifbar

Am grundsätzlichen Bild änderte sich nichts. Es war deutlich erkennbar, wer mindestens zwei Tore benötigte. Sevillas Coach Julen Lopetegui stand an der Linie ebenso unter Strom wie die wenigen zugelassenen Beobachter auf der Tribüne. Weit über 60 Prozent Ballbesitz generierten die Spanier, die Zweikampfquote sprach immerhin für den BVB.

Reus setzt Haaland in Szene

Ein gemeinsam gewonnenes Duell von Nico Schulz und Thomas Delaney gegen Suso und Jules Koundé führte denn auch zur überraschenden Führung. Mahmoud Dahoud spielte sofort vertikal, Marco Reus setzte sich im Strafraum durch und legte quer auf Haaland, der mühelos zum 1:0 einschob (35.). Jetzt fehlten Sevilla schon drei Treffer.

BVB schwungvoll aus der Kabine

Der Angriffselan der Rot-Weißen erlahmte mit dem Rückstand etwas. Aus der Kabine kamen sie nicht mehr mit dem Schwung der ersten halben Stunde. Im Gegenteil. Erst hatte Thorgan Hazard die schnelle Gelegenheit (46.), dann wurde es richtig kurios, ja geradezu wild. Haaland setzte sich mit aller seiner Wucht nach Zusammenspiel mit Hazard durch und traf aus spitzem Winkel. Erst gab Referee Cüneyt Cakir das Tor, dann überprüfte er die Szene, annullierte es – und zeigte zur Überraschung aller auf den Punkt. Vor einem Rempler des Torschützen an Fernando hatte Koundé den Norweger am Trikot gezogen. Also trat Haaland an, scheiterte aber an Keeper Bono (auch im Nachschuss). Damit nicht genug: Der Torwart hatte sich zu früh bewegt: Wiederholung! Diesmal zappelte der Ball im Netz. Haaland gönnte sich noch eine unsportliche Geste und löste ein amtliches Handgemenge aus. Satte sieben Minuten waren zwischen Foul und Wiederanpfiff vergangen.

Sevilla gibt nicht auf

Sevilla reagierte nicht nur im Rudel wütend, sondern rannte wieder an. Youssef El-Nesyri prüfte Hitz (59.), ebenso Alejandro Gomez (63.). Eng wurde es, weil Can ohne Not Luuk de Jong am Fünfer schubste – Strafstoß! En-Nesyri jagte die Kugel unter die Latte (68.). Jetzt war wieder Spannung drin. Doch die Schlussphase überstanden die Borussen zunächst ohne weiteren Schaden. Auch weil sie besser konterten und den Ball so vom Tor weghielten. Jude Bellingham (81.) und Dahoud (84.) verpassten die Entscheidung zwar, Sevilla hatte noch eine Kopfballchance durch Koundé (86.), die Hitz vereitelte. Alles geritzt? Nee – in der letzten von nur sechs Minuten Nachspielzeit glich En-Nesyri tatsächlich noch per Kopf aus. Kaum zu glauben. Doch noch Verlängerung? Einen letzten Angriff musste der Bundesligist noch über sich ergehen lassen. Dann die pure Erleichterung.

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