Gegenseitige Vorwürfe
Öffentlicher Streit mit Buchwald belastet VfB-Abstiegskampf

Mitten im Abstiegskampf des VfB Stuttgart streiten sich ein Aufsichtsrat und ein Ex-Weltmeister öffentlich. Dabei haben die Schwaben ganz andere Probleme.

Freitag, 26.04.2019, 13:27 Uhr aktualisiert: 26.04.2019, 13:30 Uhr
War aus dem Aufsichtsrat des VfB Stuttgart zurückgetreten: Guido Buchwald.
War aus dem Aufsichtsrat des VfB Stuttgart zurückgetreten: Guido Buchwald. Foto: Andreas Gebert

Stuttgart (dpa) - Präsident Wolfgang Dietrich wünscht sich Ruhe. Kaum etwas könnte der sportlich angeschlagene VfB Stuttgart im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga besser gebrauchen.

Die taumelnde Mannschaft soll sich bestmöglich auf das Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach vorbereiten können - aber ruhig ist es im Umfeld des kriselnden Traditionsclubs trotzdem nicht. Im Gegenteil: Mitten im Liga-Endspurt streiten sich der VfB-Aufsichtsratsvize Wilfried Porth und Ex-Weltmeister Guido Buchwald in aller Öffentlichkeit.

Die Vorgeschichte reicht in den Februar, als der ehemalige VfB-Profi Buchwald aus dem Aufsichtsrat der Schwaben zurückgetreten war. Als Grund hatte er ein gestörtes Vertrauensverhältnis zu seinen Kollegen in dem Gremium angegeben. Ein Streit mit Porth soll der Auslöser für seinen Rücktritt gewesen sein. «Er hat mich verbal in der Öffentlichkeit, wo viele Leute drumherum gesessen haben, angegriffen. Da gibt es viele Zeugen», sagte Buchwald am Freitag der Deutschen Presse-Agentur und wehrte sich damit gegen einen Lügen-Vorwurf von Porth.

Der Daimler-Personalvorstand hatte zuvor in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» gesagt, Buchwalds Version, «dass ich ihn rausgemobbt hätte», sei «einfach nicht richtig». Es sei absolut legitim, Kritik zu üben und eine andere Auffassung zu haben, ergänzte Porth. «Guido Buchwald hatte aber keine andere Auffassung. Die hat er hinterher kreiert, nachdem es nicht lief.»

Als Beispiel nannte Porth die Verpflichtung von Michael Reschke als VfB-Sportvorstand. Buchwald hatte Reschke Ende 2018 und auch nach dessen Beurlaubung Anfang Februar teils deutlich kritisiert. «Er hat behauptet, dass er sich im Aufsichtsrat gegen Entscheidungen ausgesprochen habe. Das ist einfach unwahr», sagte Porth über Buchwald. Es gebe «SMS und Aussagen vor Zeugen», dass Buchwald die Verpflichtung Reschkes im Sommer 2017 «ganz klasse fand», sagte Porth. «Dass er viele andere Dinge klasse fand.» Dennoch bedauere er die Situation sehr und würde auch wieder mit Buchwald reden, wenn dieser das wolle.

Danach sieht es momentan nicht aus. Der Weltmeister von 1990 bedauerte, dass Porth seine Vorwürfe angesichts der sportlich brisanten Situation des abstiegsbedrohten VfB öffentlich geäußert hat. «So etwas tut dem VfB Stuttgart in der jetzigen Lage sicher nicht gut», sagte der 58-Jährige.

Auch VfB-Chef Dietrich äußerte sich zum Interview von Porth. «Es war Wilfried Porth ein Anliegen, auf die öffentlichen Aussagen über seine Person zu reagieren. Das steht ihm selbstverständlich zu», sagte der 70-Jährige am Freitag.

Hilfreich dürfte der öffentliche Streit für den abstiegsbedrohten VfB nicht sein. Bei noch vier ausstehenden Spielen trennen die Schwaben sechs Punkte vom FC Schalke 04 auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Soll die Chance auf die direkte Rettung gewahrt werden, muss unter Interimscoach Nico Willig gegen Gladbach ein Sieg her.

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