Nach Torunarigha-Eklat
Kinhöfer: Schiedsrichter kann rassistische Rufe nicht hören

Frankfurt/Main (dpa) - Der frühere Bundesliga- und Fifa-Referee Thorsten Kinhöfer sieht es nicht als Aufgabe der Schiedsrichter, auf Rufe von den Zuschauerrängen zu achten.

Sonntag, 09.02.2020, 10:37 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 10:40 Uhr
Verteidigt seine Ex-Kollegen: Thorsten Kinhöfer.
Verteidigt seine Ex-Kollegen: Thorsten Kinhöfer. Foto: Uwe Anspach

«Er hat es auf dem Platz schon schwer genug, da bekommt er gar nicht mit, wenn drei oder vier Idioten von der Tribüne rassistische Parolen rufen - er hört es einfach nicht», sagte Kinhöfer in seiner Kolumne für die «Bild am Sonntag». «Das ist auch nicht seine Aufgabe, er ist Spielleiter und nicht Zuschauerleiter.»

Der 51-Jährige kann sich einen Match-Delegierten vorstellen, diesen gibt es bereits bei internationalen Spielen. Dieser könne auch bei rassistischen Vorfällen - in Abstimmung mit dem Unparteiischen - die Verantwortung übernehmen, so Kinhöfer und sagen: «Stopp! Bis hierher und nicht weiter.» Gleichzeitig warnte er vor zu hohen Erwartungen, da ein Delegierter auf der Haupttribüne auch nicht alles mitbekäme.

Die Reaktionen auf solche Vorfälle werden derzeit in der Fußball-Bundesliga diskutiert, nachdem Jordan Torunarigha von Hertha BSC nach eigener Aussage am vergangenen Dienstag beim DFB-Pokalspiel auf Schalke (2:3 n.V.) rassistisch beleidigt worden war.

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