Rassistische Vorfälle
Aytekin über Ausgrenzung: «Wir leben nicht in der Steinzeit»

Frankfurt/Main (dpa) - Schiedsrichter Deniz Aytekin kann sich einen schnellen Spielabbruch bei rassistischen Vorfällen im Stadion sehr gut vorstellen, sagte der 41 Jahre alte Referee im Podcast «kicker meets DAZN».

Dienstag, 03.03.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 05:02 Uhr
Kann sich schnelle Spielabbrüche bei rassistischen Vorfällen vorstellen: Schiedsrichter Deniz Aytekin.
Kann sich schnelle Spielabbrüche bei rassistischen Vorfällen vorstellen: Schiedsrichter Deniz Aytekin. Foto: Daniel Reinhardt

«Mich persönlich würde jetzt eine öffentliche Meinung nicht interessieren, wenn ein Spieler rassistisch beleidigt wird und das nicht aufhört und ich breche das Spiel ab. Und irgendeiner würde mir sagen, du hast falsch gehandelt, dann ist es mir egal. Weil ich möchte sowas nicht», sagte Aytekin. Er fügte an: «Wir leben ja nicht in der Steinzeit und ich will einfach, dass sowas jetzt endlich abgehakt ist.»

Beleidigungen und Hassplakate gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp hatten am Wochenende zu mehreren Spielunterbrechungen geführt, in zwei Partien fehlte beim Drei-Stufen-Plan sogar nur noch eine Stufe zu einem Abbruch. Einige Fans kritisierten den Deutschen Fußball-Bund daraufhin, Rassismus in der Vergangenheit nicht in gleichem Maße zu ahnden wie nun die Schmähungen gegen Hopp.

Bei diskriminierenden und ausgrenzenden Plakaten - egal, welcher Art - würde Aytekin nach eigener Aussage auch als Videoschiedsrichter einschreiten, obwohl er nicht zuständig ist. «Ich lasse Richtlinien in einer Schublade verschwinden, wenn ich solche diffamierenden Plakate sehe. Da ist mir jede Anweisung egal. Da geht es am Ende des Tages darum, dass wir den Sport sauber machen», stellte der Referee klar.

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