Bundesliga
Freiburg als Nutznießer - Per Zufall in die Europa League?

Der SC Freiburg ist ein Nutznießer des 25. Bundesliga-Spieltags. Dank des 3:1 gegen den 1. FC Union bleiben die Breisgauer ein Kandidat für die Europa League. Trainer Christian Streich aber kann aus einem ganz anderen Grund nun beruhigter schlafen.

Sonntag, 08.03.2020, 13:12 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 13:16 Uhr
Trainer Christian Streich bejubelt den Freiburger Heimsieg.
Trainer Christian Streich bejubelt den Freiburger Heimsieg. Foto: Patrick Seeger

Freiburg (dpa) - An sein letztes europäisches Abenteuer hat der SC Freiburg keine schönen Erinnerungen. Im Sommer 2017 scheiterten die Breisgauer in der Qualifikation zur Europa League.

Von einer berechtigten «Ohrfeige» sprach Trainer Christian Streich damals nach dem Ausscheiden beim slowenischen Club NK Domzale. Am Ende waren die Freiburger aber wohl gar nicht so unglücklich darüber, sich vielmehr auf das primäre Ziel Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga konzentrieren zu können.

So wie es Streich auch jetzt noch immer am liebsten mag. Doch auch wenn die Freiburger darüber nicht reden wollen und es nicht gern hören: Drei Jahre später kann der Sport-Club wieder den Europapokal erreichen, ungewollt und eher zufällig. Im absurd anmutenden Rennen um Platz sechs kann sich kein Kandidat absetzen und die Breisgauer mischen nach dem 3:1 gegen den 1. FC Union Berlin noch immer aussichtsreich mit, trotz der zuvor enttäuschenderen Rückrunde.

Streich aber richtet den Blick auch neun Spieltage vor dem Saisonende immer nur nach unten. «36 Punkte ist etwas ganz anderes als 33. Das war ein ganz wichtiger Sieg. Das beruhigt mich völlig», sagte der 54-Jährige. Die Zweifel am Klassenerhalt, die Außenstehende schon vor der Winterpause abgehakt haben, sind nun auch bei ihm verschwunden.

Eine neue Zielsetzung ist für ihn aber kein Thema. Dabei dürfte auch Streich die Ergebnisse der Konkurrenten gekannt haben, als er am Samstag von seiner Erleichterung sprach. Der in der Rückrunde schwache FC Schalke 04 (37 Punkte) trennte sich von der TSG 1899 Hoffenheim (35) 1:1. Der VfL Wolfsburg trotzt RB Leipzig zwar ein torloses Remis ab, hat aber bisher auch nicht mehr Punkte gesammelt als die Badener. Weil die Freiburger ihre Abschlussschwäche gegen Union überwanden, waren sie ein Nutznießer des 25. Spieltags.

Wolfsburg macht von allen Kandidaten für Platz sechs aktuell den stabilsten und auch qualitativ stärksten Eindruck. Seit insgesamt acht Spielen sind die Niedersachsen in der Bundesliga und der Europa League unbesiegt. «Wir haben nicht das einfachste Restprogramm», sagte der Österreicher Xaver Schlager. «Auf der anderen Seite sind alle direkten Konkurrenten wie Schalke und Freiburg darunter. Wir mögen Herausforderungen.»

Eine ganz andere Herausforderung als gegen Union steht nun auch dem SC Freiburg mit der Auswärtsreise nach Leipzig bevor. Und damit sie das Rennen um Platz sechs für sich entscheiden, müssten die Freiburger ihre Probleme im Torabschluss dauerhaft beheben. Denn obwohl der Kader so breit und qualitativ gut aufgestellt wie wohl noch nie ist, war die Torausbeute zuletzt eine Schwachstelle. Gegen die Berliner hatte es Streich Christian Günter, zwei Standardsituationen und dem Ende gleich mehrerer Serien zu verdanken, dass er erstmals seit Wochen nicht mit der Abschlussschwäche haderte.

Roland Sallai hatte vor seinem 1:0 seit fast eineinhalb Jahren in der Fußball-Bundesliga nicht mehr getroffen (34. Minute). Günters Treffer (55. Minute) war das erste Tor der Elf aus dem Spiel heraus seit dem Rückrundenauftakt. Der erste Saisontreffer von Nationalverteidiger Robin Koch (82.) sorgte nach dem Anschluss durch Sebastian Andersson (61.) für die Entscheidung. «Wir sind ehrgeizig. Wir wollen mehr», sagte Streich. Die Europa League meinte er damit dennoch nicht.

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