Schalke-Profi
McKennie zum Kampf gegen Rassismus: «Größer als Fußball»

Gelsenkirchen (dpa) - Weston McKennie will seinen Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt fortführen.

Dienstag, 02.06.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 17:40 Uhr
Hat selbst Rassismus erfahren: Schalkes Weston McKennie.
Hat selbst Rassismus erfahren: Schalkes Weston McKennie. Foto: Martin Meissner

In einem Interview des US-Magazins «Forbes» kündigte der 21 Jahre alte Fußball-Profi des Bundesligisten FC Schalke 04 ein Video an, das er über die sozialen Netzwerke verbreiten wolle. Darin soll brutales Vorgehen gegen Schwarze zu sehen sein.

Darüber hinaus schilderte der US-Nationalspieler, dass er bei einem Pokalspiel bei einem unterklassigen Verein selbst Rassismus erlebt habe. Dort habe ihn ein Heimfan einen «Affen» genannt und mit Affenlauten und -Gesten verunglimpft und provoziert. Er hasse es, über solche Vorfälle zu sprechen, betonte McKennie. «Aber wenn ich nicht darüber spreche, wenn ich nicht sage, was mit mir und meiner Familie passiert ist und ich nicht darauf aufmerksam mache, werden wir niemals die Kraft haben, etwas zu ändern», sagte McKennie.

In einem Sport1-Interview rief McKennie alle dazu auf, den Kampf gegen Rassismus zu unterstützen. «Es wäre großartig zu sehen, wenn auch weiße Fußballer demnächst mitmachen und auf dem Feld ein Zeichen setzen. Niemand sollte sich davor scheuen, seine Stimme zu erheben. Es ist nämlich völlig egal, ob Weißer oder Schwarzer – die Botschaft bleibt die gleiche.»

Der Mittelfeldspieler hatte am vergangenen Samstag beim Heimspiel gegen Werder Bremen eine Armbinde mit der Aufschrift «Justice for George» (Gerechtigkeit für George) getragen. Damit dokumentierte McKennie seine Solidarität mit dem zuvor in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaner George Floyd. Dem Schalker war nach eigenen Angaben vorher bewusst, dass ihm eine Strafe durch den DFB drohen könnte, weil politische Botschaften auf dem Fußballplatz eigentlich nicht erlaubt seien.

Gleichwohl glaubt er nicht, dass er bestraft wird: «Das hier ist keine politische Botschaft. Es ist mehr als das. Das ist etwas, wofür ich mit jeder Faser meines Körpers einstehe, woran ich tief und fest glaube», so McKennie zu Sport1. «Ich glaube, dass die FIFA und der DFB diesen Gedanken auch unterstützen. (…) Es braucht die ganze Welt, um Änderungen herbeizuführen. Das hier ist größer als Fußball. Es geht um ein globales Problem: Rassismus.»

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