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Götze oder England-Sternchen? - Hertha im Transfer-Finale

Hertha BSC möchte ganz weit nach oben. Vor dem Duell beim FC Bayern am Sonntag sind die sportlichen Kräfteverhältnisse noch zugunsten der Münchner eindeutig. Für eine Transferoffensive, die Trainer Labbadia indirekt fordert, ist nur noch wenig Zeit.

Samstag, 03.10.2020, 12:24 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 12:26 Uhr
Fordert von Hertha BSC eine Transferoffensive: Trainer Bruno Labbadia.
Fordert von Hertha BSC eine Transferoffensive: Trainer Bruno Labbadia. Foto: Andreas Gora

Berlin (dpa) - Für den großen Transferknaller kurz vor dem Ende der Wechselfrist war oft genug der FC Bayern zuständig. Diesmal ranken sich die Gerüchte um einen Last-Minute-Coup mit Ex-Weltmeister Mario Götze oder England-Sternchen Ryan Sessegnon um Hertha BSC.

Zumindest da haben die Berliner dem Rekordchampion vor dem sportlich weiterhin ungleichen Bundesliga-Duell am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) in der Münchner Allianz Arena ausnahmsweise einmal den Rang abgelaufen.

Die gestiegenen Ansprüche beim Hauptstadt-Club und das von Investor Lars Windhorst gut gefüllte Konto spiegeln sich noch nicht in der Transferbilanz wider. «Es ist ein sehr, sehr eigenartiger Transfermarkt. Wir sehen ja, dass selbst finanzstärkere Vereine sagen, sie können das nicht bezahlen», sagte Bruno Labbadia.

Der Hertha-Trainer vermisst einen energischen Kampf um die Startplätze. «Konkurrenzkampf stelle ich mir anders vor. Ich sehe es nicht so, dass wir einen riesigen Kader haben», sagte der 54-Jährige angesichts weiter fehlender Verstärkungen. Das 1:3 gegen Eintracht Frankfurt hat dem Hertha-Coach schnell die Augen geöffnet.

Dem erneuten Wirbel um eine mögliche Verpflichtung von Götze wollte Manager Michael Preetz schnell die Kraft nehmen. Mit Blick auf die «letzten Zentimeter eines langen Transferfensters» sagte er nur: «Spätestens Montag wird es mit den Spekulationen auch vorbei sein.» Zuvor hatte die «Sport Bild» von Kontakten zwischen Preetz, Herthas Sportdirektor Arne Friedrich und dem Ex-Dortmunder berichtet.

Götze könnte - da vereinslos - sogar noch nach Ende der Transferfrist am Montag geholt werden. Anders ist es bei dem hochtalentierten Flügelspieler Sessegnon, der unter José Mourinho bei Tottenham Hotspur nicht zum Zuge kommt, oder Bayer Leverkusens Wendell. Bis spätestens Montag müssten Einkauf oder Leihgeschäft besiegelt sein. Gleiches gilt für den Franzosen Jeff Reine-Adélaïde von Olympique Lyon, mit dem sich die Berliner schon handelseinig sein sollen.

Labbadia gestand, dass er sich die Transferperiode «anders gewünscht» hätte. Bislang sind außer Lucas Tousart, der schon im Winter zuvor aus Lyon verpflichtet wurde, Torwart Alexander Schwolow vom SC Freiburg, Außenverteidiger Deyvaisio Zeefuik vom FC Groningen und Stürmer Jhon Cordoba vom 1. FC Köln gekommen. Einkäufe um jeden Preis will Labbadia aber nicht. «Es ist nicht mehr gesund, Talente, die ein halbes Jahr gespielt haben, kosten 10, 15 Millionen. Von Corona ist da nichts zu merken. Da werden wir mit dem Kader arbeiten, den wir zur Verfügung haben», sagte Labbadia.

Das Geld war schon häufiger Herthas Problem. Ungewöhnlich diesmal nur: Nicht weil zu wenig da ist, sondern zu viel. Das auf 374 Millionen Euro gekletterte Gesamtvolumen von Windhorsts Investitionen machte die Berliner zu beliebten Verhandlungspartnern. «Überall, wo ein Spieler verkauft wird, sollen wir ihn holen. Da wird ein falsches Bild gemalt», mahnte Labbadia.

Die Hertha-Chefs hatten mehrmals betont, dass sie das Gehaltsgefüge nicht sprengen werden. Ausufernde Gehälter und Ablösesummen von 30 Millionen Euro oder mehr - «das wird es bei Hertha BSC nicht geben», beteuerte Preetz. Labbadia wiederholt immer wieder, dass andere Clubs bei der Kaderplanung Jahre voraus sind. Die Bayern sind das sowieso. Deren Last-Minute-Transfers wie einst Arjen Robben oder Xabi Alonso sind auch noch nicht die Berliner Größenordnung.

© dpa-infocom, dpa:201003-99-809027/3

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