Rechtliche Hintergründe
Hitzlsperger-Bewerbung um VfB-Präsidentenamt wird geprüft

Stuttgart (dpa) - Im Machtkampf des VfB Stuttgart lässt der Vereinsbeirat die Bewerbung von Vorstandschef Thomas Hitzlsperger um das Präsidentenamt rechtlich prüfen.

Donnerstag, 07.01.2021, 12:43 Uhr
Thomas Hitzlsperger bewirbt sich um das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart.
Thomas Hitzlsperger bewirbt sich um das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart. Foto: Tom Weller

Man habe dafür eine «renommierte Anwaltskanzlei im Sportrecht beauftragt», hieß es in einer Mitteilung auf der Homepage des Fußball-Bundesligisten. Die Kanzlei solle die rechtlichen Gegebenheiten der Bewerbung «in Bezug auf unsere Satzung, das Aktien- und Gesellschaftsrecht, die DFL-Vorgaben und etwaige Interessenskonflikte» überprüfen.

Zuletzt waren Fragen aufgekommen, ob der Ex-Nationalspieler alle in der Satzung vorgeschriebenen Bedingungen für das Amt erfüllt. Außerdem ist fraglich, ob er gleichzeitig Vorstandschef und Präsident des Vereins sein kann.

Um den amtierenden Präsidenten Claus Vogt loszuwerden, hatte sich Hitzlsperger ebenfalls um das Präsidentenamt beworben. Mit einem Sieg auf der Mitgliederversammlung im März will der 38-Jährige Vogt aus dem Club drängen. Zuvor hatte Hitzlsperger den Unternehmer mit einem offenen Brief scharf angegriffen. Einen Tag später wehrte sich Vogt mit einem ebenfalls vierseitigen Schreiben.

Die öffentliche Auseinandersetzung habe niemandem geholfen und den VfB in keinem guten Licht dastehen lassen, hieß es nun vom Vereinsbeirat. «Daher hat der Vereinsbeirat den beiden Bewerbern nahegelegt, bis zur Nominierungsentscheidung durch den Vereinsbeirat in dieser Thematik keine öffentlichen Auftritte und weiteren Stellungnahmen zu geben», sagte der Vorsitzende Wolf-Dietrich Erhard. Das Mitgliedergremium führt in den kommenden Wochen Gespräche mit den vier Bewerbern um das Präsidentenamt.

Indes haben die organisierten VfB-Fans Hitzlsperger für seine «ungebührliche Attacke» auf Vogt kritisiert. In einem öffentlichen Schreiben forderten Fanvertreterinnen und Fanvertreter des VfB-Fanausschusses zudem von der Clubführung «ein öffentliches Wort der Rückendeckung» für Vogt. Dies wäre «dringend angebracht, um weiteren Schaden vom VfB abzuwenden», hieß es.

Auf der Mitgliederversammlung im März will der 38-jährige Hitzlsperger zum Präsidenten gewählt werden und so Vogt aus dem Verein drängen. Nach Ansicht der Fans sollte die Mitgliederversammlung «in die wärmeren Monate» verlegt werden. Hintergrund ist, dass die Veranstaltung im März aufgrund der Corona-Pandemie in Teilen virtuell durchgeführt werden soll. Außerdem rechnen die Fans bis zum 18. März nicht mit einer vollständigen Aufklärung der Datenaffäre.

© dpa-infocom, dpa:210107-99-928534/3

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7755039?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820601%2F
Nachrichten-Ticker