4:0 auf Schalke
Rekord-Bayern: Erst frei, dann Champions-League-Vorbereitung

Nach dem Rückrunden-Auftakt beträgt der Vorsprung sieben Punkte. Der neunte Meistertitel in Folge scheint dem FC Bayern München nicht mehr zu nehmen zu sein. Doch Trainer Hansi Flick mahnt. Denn für die Champions League sind die aktuellen Leistungen zu dürftig.

Montag, 25.01.2021, 22:33 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 22:36 Uhr
Breite Brust: Thomas Müller (l) und der FC Bayern führen die Bundesliga-Tabelle mit sieben Punkten an.
Breite Brust: Thomas Müller (l) und der FC Bayern führen die Bundesliga-Tabelle mit sieben Punkten an. Foto: Martin Meissner

Gelsenkirchen (dpa) - Mit den beiden unverhofften freien Tagen wusste Manuel Neuer so richtig gar nichts anzufangen.

«Ich werde zu Hause bleiben. Das müssen wir ja alle», sagte der Kapitän und Torhüter des FC Bayern München nach dem 4:0 (1:0) in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen gegen den FC Schalke 04. Doch genau das ist offenbar der Sinn der kurzen Auszeit, die Trainer Hansi Flick seinen Stars gewährte. Durchschnaufen, nichts tun, abschalten, so lautet die Devise. «Die zwei Tage sind wichtig, um den Kopf mal freizubekommen und nicht jeden Tag den Trainer sehen zu müssen», sagte Flick mit einem Lächeln. Und fügte direkt ernst an: «Und ab Mittwoch werden wir intensiv die Dinge trainieren, die wir besser machen müssen.»

Die Liste dafür ist lang, denn wirklich souverän agieren die Bayern derzeit nicht. Schalke gewährten sie in der ersten Halbzeit vier Schüsse, die Neuer halten musste. So viele hatte der Letzte in dieser Saison noch nie. Auf der anderen Seite beneidet die Konkurrenz die Münchner gerade um ihre vermeintliche Schwächephase. Denn nachdem Leipzig, Leverkusen und Dortmund am Wochenende verloren hatten, liegt der Serienmeister nun sieben Punkte vor der Konkurrenz. Einen solchen Vorsprung verspielte er in einer Rückrunde noch nie.

«Wir wollten es zu einem Bayern-Spieltag abrunden. Das ist uns gelungen», sagte Doppel-Torschütze Thomas Müller zufrieden: «Das war ein Riesenschritt.» Garniert von gleich fünf Bundesliga-Rekorden in einem einzigen Spiel. Drei davon gingen auf das Konto von Weltfußballer Robert Lewandowski: Der Pole steht als erster Spieler der Liga-Historie nach 18 Spieltagen schon bei 23 Treffern, traf als erster in acht Auswärtsspielen in Folge und als erster in elf aufeinanderfolgenden Spielen gegen denselben Gegner. Die 53 Saisontore der Münchner bedeuten nach 18 Spielen die Einstellung der Liga-Bestmarke und Neuer übertraf mit seinem 197. Spiel ohne Gegentor die Bestmarke von Oliver Kahn.

Doch auch all die Bestmarken vernebelten Flick nicht den Blick. «Wir haben vier Tore geschossen, da kann man denken: Bayern ist wieder da», sagte er: «Aber ich habe schon das ein oder andere gesehen, was mir nicht gefallen hat.» Und dann zählte er einiges auf: «Bei Ballbesitz sind wir manchmal zu langsam, und manchmal gehen wir zu viel Risiko. Wir hatten Ballverluste, die man vermeiden kann. Und in der Defensive haben wir das ein oder andere zugelassen.»

Ein Durchschnaufen erlaubt Flick deshalb nur an den beiden freien Tagen. Danach wird er gnadenlos einfordern, «dass wir immer Leistung bringen». Denn ab Mittwoch beginnt ausdrücklich «die Vorbereitung auf die Champions League», wo die Münchner im Achtelfinale gegen Lazio Rom ranmüssen. «Da ist es gefragt, dass du immer bei hundert Prozent bist», sagte Flick: «Deshalb müssen wir die Zeit nutzen, um uns kontinuierlich zu verbessern.»

Die Wiederholung des Triples ist nach dem peinlichen Pokal-Aus bei Zweitligist Kiel zwar nicht mehr möglich, doch ein erneuter Triumph in der «Königsklasse» genießt bei den Münchnern hohe Priorität. Den in der Bundesliga dürften sie sich spätestens nach dem «Bayern-Spieltag» zum Rückrunden-Start nicht mehr nehmen lassen.

© dpa-infocom, dpa:210125-99-157076/5

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